mini|Pennington und sein Motorrad (1895) mini|Pennington (1895) mini|Fantasiedarstellung einer fliegenden Pennington (1895) Die Pennington war ein Motorrad des amerikanischen Erfinders und Hochstaplers Edward Joel Pennington (1858 – 1911).

Geschichte und Technik Unter der Firmenbezeichnung Motor Cycle Company in Cleveland reichte Pennington am 21. März 1893 das Patent ein, das ein Motor Vehicle beschrieb.Stephen Wright: The American Motorcycle. S. 16. 1894 stieg der Industrielle Thomas Kane aus Racine, Wisconsin als Geldgeber ein. Pennington und seine Versprechungen wirkten überzeugend, auch auf die Pressevertreter; das übrige taten Champagner und Zigarren.Stephen Wright: The American Motorcycle. S. 20.

Im Jahre 1894 wurde ein modifiziertes Modell zum Patent angemeldet und im folgenden Jahr der Presse vorgestellt.Scientific American, 9. Februar 1895. Hinter der Hinterachse befand sich auf jeder Seite ein Zylinder, der über Schubstangen – vergleichbar der Hildebrand und Wolfmüller – direkt das Hinterrad antrieb. Der Kraftstoff wurde ohne Vergaser über eine Pumpe in den Brennraum geträufelt. Trockenbatterien unter dem Tank und eine elektrische Vorrichtung, die Pennington als unique electrical device bezeichnete, sollten die Zündung herbeiführen.

Das Motorrad soll sich aus eigener Kraft bewegt haben, aber weiter als einhundert Meter führte Pennington seine Fahrzeuge nie vor.Wolfgang Wiesner: Amerikanische Motorräder. S. 18. Dem „Wunder-Motorrad“, dessen Funktionsfähigkeit heute infrage gestellt wird, wurden in der Presse immer höhere Geschwindigkeiten und sogar Flugfähigkeit zugesprochen: 57 mph und 65 Fuß Flughöhe.George Nick Georgano: The New Encyclopedia of Motorcars. S. 542. So entstand das Bild des fliegenden Motorrads.Herbert Wagner: At The Creation. S. 13. Im Juli 1895 veranstaltete Pennington auf der Grand Avenue in Milwaukee eine öffentliche Vorführung, bei der das Motorrad mehr „ruckartig kroch“ als fuhr.Herbert Wagner: At The Creation. S. 13, 14.

Nachdem aus Thomas Kane finanziell nichts mehr herauszuholen war, setzte Pennington sich im Dezember 1895 nach London ab, um dort Harry John Lawson seine Patente anzubieten. Lawson und die British Motor Company waren gerade damit beschäftigt, alle Patente bezüglich des Zukunftsmarktes Motorfahrzeuge aufzukaufen – für Pennington ein lohnendes Geschäft. 100.000 Pfund Sterling in bar soll er für die Patente und einige Exemplare seiner Maschine erhalten haben.Stephen Wright: The American Motorcycle. S. 21.

Ein 1896 vorgestelltes Tandem-Motorrad wurde unter der Bezeichnung Kane-Pennington geführt. 1896 eingereicht und 1899 patentiert folgte ein Projekt namens Torpedo, ein dreirädriges offenes Motorfahrzeug für einen hinten sitzenden Fahrer und drei auf Fahrradsatteln sitzende Passagiere, doch auch dieses blieb erfolglos. 1900 erklärte Pennington vor einem Londoner Gericht Bankrott.Stephen Wright: The American Motorcycle. S. 19. Anschließend setzte sich der „Mumpitz-Künstler“ wieder in die USA ab, um Geldgeber für neue profitversprechende Konstruktionen aufzutreiben; alle derartigen Versuche scheiterten.Wolfgang Wiesner: Amerikanische Motorräder. S. 18.

Literatur George Nick Georgano: The New Encyclopedia of Motorcars. 1885 to the Present. 2. Auflage. Dutton, New York, NY 1976, ISBN 0-525-08351-0. Herbert Wagner: At The Creation, myth, reality, and the origin of the Harley-Davidson Motorcycle, 1901-1909. Wisconsin Historical Society Press, Madison, WI 2003, ISBN 0-87020-351-7. Wolfgang Wiesner: Amerikanische Motorräder. 2. Auflage, Motorbuch, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01362-2. Stephen Wright: The American Motorcycle, a chronological history. Volume 1: 1896–1914. Megden Publishing Company, Huntington Beach, CA 2001, ISBN 0-9603676-2-4.

Weblinks Fotografie von Penningtons „Torpedo“, um 1897

Einzelnachweise

Kategorie:Motorradmodell