alternativtext=Porträt von Milo Yiannopoulos mit blonden Haaren|mini|Milo Yiannopoulos (2016) Milo Yiannopoulos (* 18. Oktober 1984Incorporation documents – Sentinel Media Ltd, abgerufen am 13. November 2016.) ist ein britischer Influencer, Journalist, Unternehmer und Blogger. Bekannt wurde der RechtsextremistMilo Yiannopoulos: Marjorie Taylor Greene hilft rechtem Posterboy zum Comeback. In: Frankfurter Rundschau, 7. Juni 2022. Abgerufen am 2. Dezember 2022.Nach Social-Media-Bann: Rechtsextremer Influencer Milo Yiannopoulos steht vor dem Aus. In: Der Standard, 10. September 2019. Abgerufen am 2. Dezember 2022. vor allem als ehemaliger Redakteur des US-amerikanischen Portals Breitbart und als Unterstützer der Wahlkampfkampagne Donald Trumps.

Leben Yiannopoulos wuchs im Süden Englands in der Grafschaft Kent als Sohn eines Griechen und einer Britin auf und ist Katholik. Er studierte an der University of Manchester, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss. Anschließend studierte er zwei Jahre Englische Literatur am Wolfson College in Cambridge, das er ebenfalls ohne Abschluss verließ.

Nachdem er für den Catholic Herald und den Daily Telegraph tätig gewesen war,The rise and fall of Milo Yiannopoulos – how a shallow actor played the bad guy for money. In: The Guardian, 21. Februar 2017. gründete Yiannopoulos 2011 das Online-Technologiemagazin The Kernel und fungierte als dessen Chefredakteur. Er verkaufte das Unternehmen 2014 an die The Daily Dot Media. Bis Ende Februar 2017 war er leitender RedakteurSarah Posner: How Donald Trump's New Campaign Chief Created an Online Haven for White Nationalists Breitbart News is "the platform for the alt-right," boasts Stephen Bannon. In: motherjones.com, 22. August 2016. Abgerufen am 28. November 2016 von Breitbart News.Sydney Ember und Michael M. Grynbaum: Milo Yiannopoulos Resigns From Breitbart News After Pedophilia Comments. In: New York Times, 21. Februar 2017"What Is Breitbart News?" In: The New York Times, abgerufen am 21. Februar 2017.

Der homosexuelle Yiannopoulos galt im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 als Gründer der Wahlkampfbewegung Gays for Trump.Robert Pausch: Jung, schwul, rechtsradikal? In: FAZ.net, 5. März 2017, abgerufen am 9. März 2017. In: gaysfortrump.org, abgerufen am 18. März 2017. Nach dem Anschlag von Orlando am 12. Juni 2016 trat er während einer Aktion in New York in einer Badewanne mit Schweineblut auf und erklärte, dass es das Blut von unschuldigen Menschen sei, die von illegalen Einwanderern getötet worden seien.Kerstin Kohlenberg: Wann hören Homosexuelle endlich auf, Demokraten zu wählen? In: Zeit Online, 2. November 2016, abgerufen am 10. März 2017. Nach einer Hetzkampagne Yiannopoulos gegen die Schauspielerin Leslie Jones wurde sein Benutzerkonto auf Twitter dauerhaft gesperrt.Merrit Kennedy: Twitter Permanently Suspends Conservative Writer For Targeted Abuse, National Public Radio vom 20. Juli 2016 Anfang Mai 2019 wurde Yiannopoulos’ Nutzerkonto auf Facebook dauerhaft gesperrt.Welt.de: Facebook sperrt Konten von ultrarechten Kommentatoren Elon Musk hob seine Sperre auf Twitter im November 2022 nach der Übernahme der Plattform auf. Abid Rahman: Elon Musk Says Twitter Will Grant “Amnesty” to Banned Accounts Next Week, The Hollywood Reporter vom 24. November 2022

The Dangerous Faggot Tour Ende 2015 begann Yiannopoulos eine Serie von Vorträgen an britischen und US-amerikanischen Universitäten unter dem Titel The Dangerous Faggot Tour („Die Tour der gefährlichen Schwuchtel“), die große mediale Beachtung fand. Die Vorträge wurden an den Universitäten Rutgers, University of Minnesota, DePaul und University of California, Los Angeles von Protesten begleitet.

In diesen Veranstaltungen nannte er etwa Hillary Clinton eine „Kriegshetzerin“ und „ultimative Heulsuse“. Wenn sie Präsidentin werde, würde Amerika von Wirtschaftsmigranten überschwemmt wie Deutschland und Schweden, das durch Flüchtlinge zur „Vergewaltigungs-Zentrale Europas“ geworden sei. Donald Trump bezeichnete er als „Daddy“ und den „wundervollsten Präsidentschaftskandidaten, den es je gegeben hat“. Er gehe davon aus, dass alle dort im Saal Trump wählten, zu dem es keine Alternative gebe.Zeremonienmeister des Hasses. In: FAZ.net, 7. November 2016, abgerufen am 8. März 2017

Einige seiner geplanten Veranstaltungen wurden abgesagt. Nach den Protesten in Minnesota setzten sich dortige Professoren für die Verteidigung der Redefreiheit ein. Der Präsident von DePaul entschuldigte sich nach dem Vortrag in Chicago bei Yiannopoulos, kritisierte die protestierenden Studenten und verteidigte das Recht auf freie Meinungsäußerung in den Räumen der Universität. Am 1. Februar 2017 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen im Vorfeld einer angekündigten Rede von Yiannopoulos auf dem Campus der Universität von Berkeley; zum Teil vermummte Personen, die dagegen protestierten, legten Feuer und warfen Steine sowie Molotowcocktails gegen anwesende Polizisten, die den Auftritt sichern sollten.Speech by Breitbart Editor Canceled as Berkeley Protesters Start Fires, Break Windows. In: abcnews.go.com, abgerufen am 3. Februar 2017.Riot Forces Cancellation Of Yiannopoulos Talk At UC Berkeley. In: sanfrancisco.cbslocal.com, abgerufen am 3. Februar 2017. Der Auftritt wurde schließlich aus Sicherheitsgründen abgesagt.Berkeley protests of Yiannopoulos caused $100,000 in damage. In: edition.cnn.com, abgerufen am 3. Februar 2017. Trump stellte daraufhin auf Twitter die staatliche Finanzierung der Universität in Frage.Berkeley Cancels Milo Yiannopoulos Speech, and Donald Trump Tweets Outrage. In: The New York Times, abgerufen am 22. Februar 2017.

Kündigung bei Breitbart-News Im Februar 2017 wurde der Vorwurf erhoben, Yiannopoulos habe in einem Interview Anfang 2016 sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und Pädophilie gerechtfertigt. Im Podcast Drunken Peasants soll er sich dafür ausgesprochen haben, dass 13-jährige Jungen die Möglichkeit haben sollten, sexuelle Erfahrungen mit Männern sammeln zu können, da auch sie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit älteren Männern haben könnten.Milo Yiannopoulos: Posterboy der US-Rechten kündigt bei „Breitbart“. In: derStandard.at, 21. Februar 2017, 6. März 2017 „Die willkürliche und unterdrückende Idee von Einvernehmlichkeit ist das eigentliche Problem“, so Yiannopoulos. In dem von dem Blog The Reagan Battalion verbreiteten Video habe er auch geäußert, Pädophilie liege nicht vor, wenn sich Männer zu sexuell reifen Kindern hingezogen fühlten, sondern nur, wenn diese noch nicht in die Pubertät eingetreten seien.Milo Yiannopoulos verliert Buchvertrag. In: Spiegel Online, 21. Februar 2017 Der Verlag Simon & Schuster nahm daraufhin Yiannopoulos’ für Juni 2017 angekündigtes Buch Dangerous aus dem Programm, und die Organisatoren der Conservative Political Action Conference (CPAC), die Yiannopoulos als Redner eingeladen hatten, luden ihn wieder aus.The 96 hours that brought down Milo Yiannopoulos. In: washingtonpost.com, 21. Februar 2017 Der Chefredakteur von Breitbart-News Alex Marlow bezeichnete Yiannopoulos’ Worte in seiner Radiosendung als unvertretbar und entsetzlich; zudem hätten andere Autoren gedroht, das Portal zu verlassen, wenn Yiannopoulos nicht gehen würde.

In einem Facebook-Eintrag bedauerte Yiannopoulos seine Äußerung und brachte seinen „absoluten Abscheu für Erwachsene, die Minderjährige missbrauchen“, zum Ausdruck; er selbst sei ein Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Geistlichen gewesen.„Breitbart“-Provokateur verliert Buchvertrag. In: Die Zeit, 21. Februar 2017"Breitbart"-Blogger von Konferenz ausgeladen. In: Rheinische Post, 21. Februar 2017Ein Tabubruch zu viel von „Breitbart“-Journalist Milo Yiannopoulos. In: sueddeutsche.de, 21. Februar 2017Milo Yiannopoulos’s Pedophilia Comments Cost Him CPAC Role and Book Deal. In: New York Times online Am 21. Februar 2017 kündigte Yiannopoulos seine Stelle als Redakteur bei Breitbart News. In einem Statement sagte er, seine schlechte Wortwahl solle nicht die wichtige Berichterstattung seiner Kollegen beeinträchtigen.„Milo Yiannopoulos resigns from Breitbart amid child sex storm“. In: money.cnn.com, abgerufen am 21. Februar 2017

Nach Breitbart

Nach seinem Ausscheiden bei Breitbart leistete er ein Praktikum bei der rechten Abgeordneten Marjorie Taylor Greene ab und arbeitete mehrfach für den umstrittenen Rapper Kanye West.Kevin Dolak: Milo Yiannopoulos in ICE Custody After Feud-Fueled Tip-Off. The Hollywood Reporter, 28. August 2026. Unter anderem war er für Wests Wahlkampfteam bei der Präsidentschaftswahl 2020 tätig.George Wright: Right-wing commentator Milo Yiannopoulos deported from US to UK. In: bbc.com, 29. August 2026. 2022 brachte er zu einem gemeinsamen Essen mit Trump und Kanye West den Antisemiten Nick Fuentes mit.Elahe Izadi/Natalie Allison: British far-right provocateur Milo Yiannopoulos detained by ICE. The Washington Post, 28. August 2026. 2023 gründete er die Talent- und Beratungsagentur Tarantula, die sich um umstrittene Künstler wie Azealia Banks und Ariel Pink kümmerte. Mit Banks überwarf er sich allerdings. Er drückte auf sozialen Medien seine Unterstützung für die rigide Abschiebungspolitik in der Trumps zweiter Amtszeit aus. Von Trump selbst distanzierte er sich jedoch. So schrieb er im März 2026, dass Trump seinen Weg verloren habe und von Vertretern ausländischer Interessen gekauft sei. Mit der rechten Aktivistin und Trump-Vertrauten Laura Loomer lieferte er sich in den Medien eine öffentliche Fehde. Im Rahmen der Auseinandersetzung veröffentlichte er Details zu Loomers psychischen Krankheitsgeschichte. Nach ihren Angaben revanchierte sie sich, indem sie Yiannopoulos bei der US-Einwanderungsbehörde ICE denunzierte. Am 14. Mai 2019 war er letztmalig mit einem gültigen Visum über New York City in die USA eingereist. Er lebte in den Vereinigten Staaten, vorwiegend in Los Angeles. Er erneuerte das Visum später nicht. Nachdem er in der Angelegenheit zu einer richterlichen Anhörung nicht erschienen war, erließ das Gericht am 22. Juli 2026 eine Abschiebungsverfügung. Am 27. August desselben Jahres verhafteten ihn ICE-Beamte am Louis Armstrong New Orleans International Airport und brachten ihn in ein Abschiebegefängnis. Am Tag nach der Festnahme wurde er nach Großbritannien abgeschoben.Rechtsextremer Blogger Milo Yiannopoulos aus USA abgeschoben. In: spiegel.de, 29. August 2026.

Konversion Am 9. Juli 2022 gab Yiannopoulos auf Instagram seine Firmung in der römisch-katholischen Kirche St. Joseph in Detroit bekannt, die vom Institut Christus König und Hohepriester betreut wird. Er teilte mit, seinen homosexuellen Neigungen abgeschworen zu haben. Er wolle dazu beitragen, die Konversionstherapie zu rehabilitieren. „Milo Yiannopoulos says he is ‚ex-gay‘, wants to rehabilitate ‚conversion therapy‘“

Haltung zu LGBT Opposition zur Homosexualität Obwohl er lange Zeit offen schwul lebte, erklärte Yiannopoulos: „Rechte für Homosexuelle haben uns dümmer gemacht“, und Schwule sollten „zurück in die Kammer“ gehen. Er beschrieb Schwule als „abnorm“ und Homosexualität als „eine Entscheidung, die [schwulen Menschen] Schmerz und Unglück bringt“. 2021 gab er in einem Interview an, „ex-schwul“ zu sein, und seine Sexualität in rechtskonservativen Kreisen strategisch genutzt zu haben: „[Ich] betonte in der Öffentlichkeit nur deshalb so [meine Homosexualität], weil es Liberale in den Wahnsinn trieb, einen gutaussehenden, charismatischen, intelligenten schwulen Mann zu sehen, der die konservativen Prinzipien krawallig feiert.“ Er habe seinen Ehemann zum „Mitbewohner“ degradiert. Seit er „ex-schwul“ geworden sei, wolle er Konversionstherapien unterstützen.