World of Warships (englisch für „Welt der Kriegsschiffe“, kurz WoWs) ist eine Marinesimulation des Entwicklers Wargaming.net. Das Computerspiel wurde am 17. September 2015 für das Betriebssystem Windows veröffentlicht und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Im August 2019 erschien eine Version des Spiels für die Spielkonsolen PlayStation 4 und Xbox One. Das Spiel kombiniert klassische Elemente aus First- und Third-Person-Shooters zu einer taktischen Kriegssimulation.

Spielmechanik

Das Spielprinzip orientiert sich an den Vorgängern, der Panzersimulation World of Tanks von 2010 und der Flugzeugsimulation World of Warplanes von 2013. Bis zu 12 Online-Spieler, die je ein Kriegsschiff steuern, kämpfen als Team gegen ein anderes Team, das aus Spielern (Player versus Player) oder Computergegnern (KI-Gegnern, Player versus Environment) besteht. Gefechte dauern höchstens 20 Minuten.

In regelmäßigen Abständen erscheinen saisonale Specials und Sonderinhalte.

Schiffe Die mehr als 900 Schiffe im Spiel (Stand: September 2026) stammen aus den ersten sechs Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Manche gab es wirklich, von anderen gab es nur Entwürfe. Fast jedes Schiff hat andere Eigenschaften. Die Schiffe kommen aus den USA, Japan, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, der Sowjetunion, Frankreich, Italien und anderen Ländern.

Schiffstypen Es gibt fünf Schiffstypen, die verschiedene taktische Vor- und Nachteile mit sich bringen: U-Boot (seit Herbst 2022) Zerstörer Kreuzer Schlachtschiff Flugzeugträger Schlachtschiffe sind groß und langsam und haben starke Geschütze mit langer Ladezeit (ca. 30 Sekunden) und eine dicke Panzerung; wenige haben Torpedos. Zerstörer sind klein, schnell und schlecht gepanzert und haben schwache Geschütze mit kurzer Ladezeit sowie meist Torpedowerfer. Kreuzer liegen bei vielen Eigenschaften zwischen Schlachtschiffen und Zerstörern. Es gibt Leichte Kreuzer und Schwere Kreuzer; manche haben Torpedos. Flugzeugträger haben weder Hauptgeschütze noch Torpedowerfer, aber bewaffnete Flugzeugstaffeln. U-Boote können eine begrenzte Zeit tauchen, und ihre Torpedos können das gegnerische Schiff verfolgen. Sie sind schwach gepanzert und haben keine Flugabwehr.

Stufen und Punkte Jedes Schiff hat eine fixe Leistungsstufe von 1 bis 11. Je höher die Stufe ist, desto stärker sind Bewaffnung und Panzerung, daher treffen in Gefechten nur Schiffe ähnlicher Stufen aufeinander. Neue Spieler starten mit Schiffen der Stufe 1. Durchs Spielen bekommt man Punkte (EP), mit denen man bessere Schiffsmodule einbauen, den Kapitän auf verschiedene Arten ausbilden und ein Schiff der nächsthöheren Stufe bekommen kann (Technologiebaum). Je besser man spielt, desto mehr Punkte bekommt man.

Beispiele für Schiffe im Spiel Es gibt unter anderem diese realen Schiffe im Spiel (in Klammern die Stufe): Schlachtschiffe: Yamato (10), Bismarck (8), Iowa (9), Bellerophon (3), Tegetthoff (5) Flugzeugträger: Midway (10), Shokaku (8), Furious (6) Kreuzer: Myoko (7), Fiji (7), Black Swan (1) Zerstörer: Fletcher (9), Kagero (8), Akizuki (8) U-Boote: U-69 (6), Balao (10), Sturdy (8)

Trefferpunkte und Zerstören von Schiffen Jedes Schiff hat eine bestimmte Anzahl an Trefferpunkten. Je höher die Stufe ist, desto mehr Trefferpunkte hat das Schiff. Auf derselben Stufe haben im Allgemeinen Schlachtschiffe die meisten Trefferpunkte, gefolgt von Flugzeugträgern, Kreuzern, Zerstörern und U-Booten.

Um ein Schiff zu zerstören, muss man dessen Trefferpunkte auf Null reduzieren. Das geschieht durch Granaten- und Torpedotreffer, Feuer (durch Granatentreffer), Wassereinbrüche (durch Torpedotreffer), Rammen, Flugzeugwaffen (Raketen, Torpedos, Bomben) und Wasserbomben (gegen U-Boote). Wie viel Schaden (Verlust von Trefferpunkten) ein Granatentreffer macht, kann von der Granate, ihrer Geschwindigkeit, der Dicke der Panzerung, dem Einschlagwinkel und der getroffenen Stelle abhängen. Einen sehr hohen Schaden können Treffer der Zitadelle verursachen. Die Panzerung der Schiffe ist meist an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick. Es gibt drei Granatenarten (Sprenggranaten, panzerbrechende, halb-panzerbrechende), von denen die meisten Schiffe zwei für die Hauptgeschütze haben, manche nur eine. Die Schiffe haben unendlich viel Munition.

Verbrauchsmaterialien Verschiedene Schiffe haben verschiedene Verbrauchsmaterialien, die man im Gefecht aktivieren kann, um eine temporäre Wirkung zu erzielen. Sie haben eine Nachladezeit und können meist nur wenige Male pro Gefecht verwendet werden. Beispiele: Alle Schiffe können mit dem Verbrauchsmaterial Schadensbegrenzungsteam Brände und Wassereinbrüche stoppen und Module reparieren. Viele Zerstörer und manche Kreuzer können mit dem Verbrauchsmaterial Nebelerzeuger Nebelwände setzen, um sich oder Teamkollegen zu verstecken. Schlachtschiffe können mit dem Verbrauchsmaterial Reparaturmannschaft einen Teil der verlorenen Trefferpunkte wiederherstellen. Viele Kreuzer können mit dem Verbrauchsmaterial Hydroakustische Suche Schiffe entdecken, die im Nebel oder hinter einer Insel sind, und Torpedos früher entdecken. Viele Zerstörer können mit dem Verbrauchsmaterial Motorboost schneller fahren. U-Boote haben ein Verbrauchsmaterial zum Aufspüren tauchender gegnerischer U-Boote. Flugzeugträger können Jagdflugzeuge patrouillieren lassen.

Spielewelt Die Seeschlachten sind thematisch im Bereich des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Die dreidimensionale virtuelle Spielumgebung erzeugt eine Spiel-Engine von BigWorld. Die über 30 quadratischen, nahezu spiegelsymmetrischen Spielkarten („Maps“) bestehen aus einer Wasseroberfläche, die von Inseln unterbrochen ist, und können an ihren Rändern nicht verlassen werden. Die Karten zeigen keine realen Gebiete. Die zumeist steil aufragenden Felsinseln des Archipels bieten Sichtschutz und Deckung. Die Überwassergefechte werden fast ausschließlich bei Tageslicht auf Sicht mit großkalibrigen Rohrwaffen, Schiffsartillerie und Torpedos geführt, als Sekundärbewaffnung haben einige Schiffe Flugabwehrkanonen zur Flugabwehr von Kampfflugzeugen. Der Spieler betrachtet das Spielfeld in Third-Person-Perspektive und kann in mehreren Abbildungsmaßstäben das Sichtfeld variieren, alternativ gibt es eine Kartenansicht. Das Zielen und Feuern erfolgt in der Egoperspektive.

Jeder Spieler hat im Gefecht nur ein Schiff zur Verfügung und kann nach dessen Versenkung nicht in die weiterlaufende Spielrunde zurückkehren („Spawnen“). Er kann dann aber seinem Team zuschauen.

Simulation Der Spieler übernimmt die Steuerung eines vor Spielbeginn ausgewählten Kriegsschiffs, das bis zur Erreichung des vorgegebenen Spielziels oder Versenkung durch zeitlich und räumlich abgeschlossene Missionen befehligt und manövriert wird. Simuliert werden folgende Eigenschaften und Funktionen:

Manövrierfähigkeit: die Antriebs- und Steueranlage mit den Parametern Anfahr-/(Stopp)vermögen, Höchstgeschwindigkeit, Drehfähigkeit, Stützfähigkeit, Anschwenkvermögen, die horizontale und vertikale Ausrichtung der (großkalibrigen) Waffenanlage (mit den Parametern Azimut-Drehgeschwindigkeit der Geschütztürme, meridiane Einrichtung der Rohrwaffe) und deren Kadenz, die Ballistik der Munition (Mündungsgeschwindigkeit, Außenballistik, Effektive Reichweite, Streuung) sowie die Penetrations- (Zielballistik) und Geschosswirkung der Projektile, die Panzerung von Schiffsrumpf, Deck und Decksaufbau, der Stationen und der Kasematten, Sichtbarkeit (abhängig von der Schiffsgröße und dessen Tarnung).

Zu Kampfbeginn liegt die gegnerische Flotte außerhalb des eigenen Sichtbereichs, nur die Topologie der Spielkarte ist bekannt. Nach Aufklärung der gegnerischen Kriegsschiffe sind diese in (Schuss-)Reichweite der eigenen Waffenanlagen zu bringen, wozu mindestens eine Fraktion sich auf die andere zubewegen muss.

Gefechtstypen Zufallsgefechte und Co-op-Gefechte Die Gefechte finden auf einer zufällig gewählten Karte mit zufällig gewählten Mit- und Gegenspielern statt. Der Stufenunterschied der Schiffe ist normalerweise höchstens 2. In Zufallsgefechten bestehen die beiden Teams aus je 12 Spielern. Das Spiel versucht, gleichwertige Teams zu bilden, berücksichtigt dabei aber nur die Schiffe, nicht das Können der Spieler. In Co-op-Gefechten besteht ein Team aus 9 computergesteuerten Schiffen (Bots), das andere aus 9 Spielern; wenn es nicht genug Spieler gibt, wird das Spielerteam mit Bots aufgefüllt. Die Bots weichen zwar Torpedos recht gut aus, spielen aber insgesamt sehr schlecht, denn sie fahren direkt auf die Gegner zu. Zufallsgefechte bringen mehr Punkte als Co-op-Gefechte.

Es gewinnt das Team, das alle Gegnerschiffe zerstört, zuerst 1000 Teampunkte erreicht oder am Ende mehr Teampunkte hat. Teampunkte erhält man durch das Erobern besonderer Zonen auf der Karte und durch das Zerstören von Gegnern. Unentschieden sind sehr selten.

Gewertete Gefechte und Keilereien Gewertete Gefechte und Keilereien ähneln Zufallsgefechten, jedoch sind die Teams meist kleiner, und Flugzeugträger und U-Boote sind nur manchmal zugelassen. Die Regeln bleiben jeweils für eine Saison gleich. Diese dauert bei Gewerteten Gefechten mehrere Wochen, bei Keilereien nur eine einzige. Spät in der Nacht und am frühen Morgen sind diese Gefechtstypen nicht verfügbar.

In Gewerteten Gefechten haben die Teams meist weniger als 12 Spieler, z. B. 6 oder 7, und der Stufenunterschied im Gefecht ist meist höchstens 1. Für bestimmte Siegesanzahlen in diesem Modus gibt es Belohnungen. Siege können den Rang des Spielers erhöhen, Niederlagen ihn verringern. Wer den höchsten Rang erreicht, wird belohnt und kann sich für die nächsthöhere von 3 Ligen qualifizieren, wo er mehr Belohnungen holen kann, aber der höchste Rang schwieriger zu erreichen ist. Die erlaubten Schiffsstufen können von der Liga abhängen und sind meist im Bereich von 6 bis 10 (manchmal gilt: je höher die Liga, desto höher die Stufe).

In Keilereien sind die Teams ungewöhnlich, z. B. nur 1 bis 5 Schiffe oder 12 Zerstörer. Außerdem wird bei der Teamzusammenstellung nicht auf die Schiffstypen, sondern auf das Können der Spieler geachtet. Die Schiffe haben alle dieselbe Stufe (meist 5 bis 10). Manchmal sind die Schiffseigenschaften verändert.

Unternehmen Bis zu sieben Spieler kämpfen meist auf speziellen Karten gegen computergesteuerte Schiffe und müssen bestimmte Aufgaben erfüllen, z. B. verbündete Bot-Schiffe eskortieren, Bauwerke beschützen oder bestimmte Schiffe oder Bauwerke zerstören. Die Hauptaufgaben sind für den Sieg nötig, die fünf teils zufällig gewählten Nebenaufgaben nicht, aber sie erhöhen die Punktebelohnung. Die Gegner sind zahlreicher als die Spieler, aber sie erscheinen nicht alle gleichzeitig; sie verwenden alle Schiffstypen außer U-Booten. Es gibt 14 Unternehmen für Schiffe der Stufen 2 bis 11 (zehn davon erst ab Stufe 6). Das Spiel wählt ein Unternehmen zufällig aus.

Es kommen Dinge vor, die es sonst nicht im Spiel gibt, z. B. Reparaturbereiche, computergesteuerte Transport- und Versorgungsschiffe, zerstörbare Bauwerke (Küstenbefestigungen, Flugplätze, Hafengebäude), Seeminen, Torpedoboote, Überwachungsstationen und Nacht mit erhellten Bereichen. Die Spieler-U-Boote sind schneller als in den anderen Gefechtstypen und können Luftschläge mit Bomben anfordern.

Asymmetrische Gefechte In diesem temporären Gefechtstyp, der Co-op-Gefechten ähnelt, kämpfen 5 Spieler mit Schiffen der Stufen 6 bis 11 gegen 12 Bots, deren Schiffe um ein bis drei Stufen niedriger sind. Die Bots verwenden alle Schiffstypen außer U-Booten.

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