Lisle (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Lislois und Lisloises genannt.

Geografie

Lisle liegt etwa 29 Kilometer südsüdwestlich von Nontron und etwa 17 Kilometer nordwestlich von Périgueux in der Landschaft des Périgord central, im Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne und den Flüsschen Donzelle und Valade.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lisle liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Lisle erstreckt sich über eine wenig bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen nach Südosten zunehmen und Höhen von über erreichen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit im äußersten Südosten am Lieu-dit Croix Rouge an der Grenze zu den Nachbargemeinden Mensignac und Bussac. Der tiefste Punkt mit ist im Westen beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt oberhalb der Dronne auf etwa Höhe.

Rund 74 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 24 % sind bewaldet, rund 2 % entfallen auf bebaute Flächen.

Lisle wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Lisle werden als warm und gemäßigt eingestuft. Es fällt selbst im trockensten Monat Juli viel Regen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Lisle beträgt 12,9 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,3 °C, die höchste im Juli mit 20,9 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 864 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Lisle Natürliche Risiken manifestieren sich in Lisle neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dronne und der Donzelle Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1988, 1993, 1998, 1999, 2009, 2018, 2021, 2022, 2025 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken. Bei Hochwasser der Dronne, die die Gemeinde von Nordwesten nach Südwesten durchquert oder an sie angrenzt, können die Ufer am Lieu-dit le Pré Barra auf einer Breite von über 550 Metern über die Ufer treten, ebenso wie der Unterlauf ihres Nebenflusses Donzelle (auf den letzten 1500 Metern).

Auch bei der weniger starken Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Lisle einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1991, 1995, 2003, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Lisle besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko bildet ein verschmutzter oder potenziell verschmutzter Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Aufgrund früherer Abfallablagerungen oder des Eindringens von Schadstoffen stellt er eine potenzielle Verschmutzung dar, die möglicherweise eine Belästigung oder ein dauerhaftes Risiko für Menschen oder die Umwelt bildet. Im Falle der Gemeinde Lisle sind dies zwei frühere Tankstellen, ein früherer Gipsofen und um zwei frühere Lager für brennbare Flüssigkeiten.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien in mehreren Schreibweisen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Belegt sind Leyla, Leylla und zwei Formen im Zusammenhang mit der Burg und der Kirche, Castrum de la Isla und Ecclesia Sancti Martini de Lailla, schließlich eine vollständige Latinisierung mit Insula. Layelle aus dem Jahr 1400 ist anschließend in den Schriften zu finden, was als eine falsche Transkription von °Laille erscheint. Die heutige Form hat sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts festgesetzt. Das Wort steht für das okzitanische isla, ila mit vorangestelltem Artikel (), hervorgegangen aus dem lateinischen insula, das auch eine Häusergruppe bezeichnete. In den Ortsnamen Isle und L’Isle folgt meistens ein Personenname (wie bei L’Isle-Bouzon im Département Gers) oder der Name eines nahen Flusses (wie bei L’Isle-sur-la-Sorgue im Département Vaucluse). Der Name des gleichnamigen Flusses hat einen anderen Ursprung.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 202–203

Der Wasserreichtum der Dronne und das hochwertige Gestein, wie die zahlreichen prähistorischen Fundstätten, insbesondere La Peyzie, belegen, sicherten eine sehr frühe und vor allem kontinuierliche menschliche Besiedlung von Lisle. Während das Gemeindegebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit während des Magdalénien und des Azilien und später in der gallorömischen Epoche bei Pont d’Ambon besiedelt war, steht fest, dass das Dorf in seiner heutigen Form im 12. Jahrhundert Gestalt annahm, als sich Wohnhäuser um die Burg gruppierten, die sich im Besitz der Familie Saint-Astier befand. Diese und eine dem Heiligen Martin geweihte Pfarrkirche wurden im 11. Jahrhundert errichtet.

Im 13. Jahrhundert übernahm die nahegelegene Abtei Chancelade, der die Seigneurs von Lisle Land geschenkt hatten, das Patronat der Pfarrkirche. Es wurden auch Stadtmauern errichtet, die die Stadt als Bastide umschlossen.

Im folgenden Jahrhundert förderte die Unterstellung Lisles unter die direkte Herrschaft des französischen Königs Philipp des Schönen den Ort weiter, insbesondere durch die Genehmigung regelmäßiger Jahrmärkte und Märkte.

Die Stadt litt jedoch unter den verschiedenen Hugenottenkriegen und überstand zahlreiche Belagerungen, von denen die längste vom 13. bis zum 28. Juli 1593 dauerte. Aus dieser Belagerung ging eine lokale Heldin hervor: Marguerite Peyrou. Die Tochter des Stadtbäckers beendete die Belagerung, indem sie einen Angreifer mit einem Schuss aus einer Arkebuse tödlich verwundete. Nach und nach verfielen die Mauern, und der Ort breitete sich über sie hinaus aus. Während der Französischen Revolution wurde er zum Sitz eines Kantons – ein Status, den er bis 1808 behielt. Zudem hielt die Eisenbahn Einzug. Die Strecke blieb bis in die späten 1950er Jahre in Betrieb.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Martin aus dem 12. Jahrhundert mit späteren Umbauten, seit 2005 als Monument historique klassifiziert Burg, genannt „Château-Haut“, mit Ursprüngen aus dem 12. Jahrhundert, in den Hugenottenkriegen verwüstet, wurde das heutige Schloss im ausgehenden 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil errichtet, Innentreppe aus dieser Epoche ist seit 1942 als Monument historique eingeschrieben Herrenhaus, genannt „Château-Bas“, aus dem 16. Jahrhundert Herrenhaus La Peyzie aus dem 19. Jahrhundert Mehrere Mühlen wurden an der Donne gebaut (Mühle Le Pont, Mühle Jansou, Mühle Rouffelier) und an der Donzelle (Mühle Puymorin#, Mühle La Peyzie) Gedeckte Markthalle aus dem 19. Jahrhundert

Bildung Lisle verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle) und eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 374 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lisle erwerbstätig, entsprechend 77,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,1 %) höher war als bei den Frauen (76,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 41 Personen im Jahr 2022 die gleiche wie im Jahr 2016. Die Arbeitslosenquote sank aufgrund einer höheren Beschäftigungsrate von 12,1 % (2016) auf 10,9 % (2022). In der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen erhöhte sie sich allerdings in dem Zeitraum von 13,0 % auf 22,6 %.

Branchen und Betriebe 86 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lisle wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien67,0 %Baugewerbe1315,1 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2225,6 %Information und Kommunikation33,5 %Finanzen und Versicherungen11,2 %Immobilien22,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1011,6 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln1820,9 %Andere Dienstleistungen1112,8 %Gesamt86

Landwirtschaft Lisle liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 34 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 21 im Jahr 2000, auf 14 im Jahr 2010 und auf 10 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 70,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 980 Hektar im Jahre 1988 auf 848 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich hingegen beträchtlich von 28,8 Hektar auf 84,8 Hektar.

Verkehr