Bussac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Dronne et Belle. Die Einwohner werden Bussacois bzw. Bussacoises genannt.
Geografie
Bussac liegt etwa 29 Kilometer südsüdwestlich von Nontron und etwa 13 Kilometer nordwestlich von Périgueux in der Pays de Bourdeilles in der Übergangszone der Région naturelle des Ribéracois zum Périgord central, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Die Nachbargemeinden von Bussac sind:
Die Südostgrenze zu Château-l’Évêque beträgt nur 75 Meter, die Südwestgrenze zu Mensignac 600 Meter.
Die Gemeinde besteht aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften und Mühlen:
Bas Tamisier, Bataillerie, Bidaud (Ruinen), Bois de l'Échelle, Borderage, Chante-Grenouille, Combe Noire, Crébantiéras, Croix Rouge, Haut Tamisier, L'Éden Vert, L'Épalourdie, La Brugère, La Forêt, La Genevrière, La Jubérie, La Lande, La Plansonnie, La Rousselie Basse, La Rousselie Haute, La Serve, Lafarge, Lavaud, Le Mas, Le Moulin de l'Échelle, Le Moulin du Pontey, Le Petit Valeuil (Ruinen), Le Picot, Le Tuiller, Le Valgizoux (Ruinen), Les Brandes, Les Combes, Les Grands Retours, Les Jalajoux, Mironcellas, Picot Haut, Prigonde, Puychâteau, Puyjean, Riviers, Saute-Mouton, Valpaput und Villat.
Der topografisch niedrigste Punkt der Gemeinde Bussac liegt auf im äußersten Nordwesten an der Donzelle (westlich vom Weiler Les Combes), die hier die Gemeinde verlässt. Der höchste Punkt nimmt ein und befindet sich im Südwesten beim Lieu-dit Croix Rouge. Die absolute Höhendifferenz beträgt 117 Meter, die durchschnittliche Meereshöhe . Das Zentrum kommt auf etwa zu liegen.
Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in der Gemeinde Bussac (2018) Die Bodenbedeckung der Gemeinde Bussac schlüsselt sich im Jahr 2012 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder oder naturnahe Umgebungen – 58,3 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 30,6 % Ackerland – 7,4 % Wiesen – 2,1 % Buschwerk – 1,7 %.
Klima Das Klima in Bussac ist gemäßigt; Regen fällt übers Jahr verteilt. Die Gemeinde besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000 Jahresmittel: 12,3 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,7 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,2 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,9 °C Jahresniederschlag: 943 mm Niederschlagstage im Januar: 12,8 Niederschlagstage im Juli: 7,0
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 48 Kilometer entfernten Wetterstation in Bergerac das langjährige Jahresmittel von 13,2 °C für 1971–2000 über 13,1 °C für 1981–2010 auf 13,3 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,1 °C innerhalb von 20 Jahren.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Bussac
Hauptfluter in der Gemeinde Bussac ist die Donzelle, ein linker Nebenfluss der Dronne. Sie entspringt unmittelbar südlich der Gemeindegrenze zu Chapelle-Gonaguet, fließt dann anfangs in nördlicher Richtung, dreht aber dann in der Nähe des Ortskerns auf Nordwest, um nach 10,29 Kilometern kurz vor Lisle in die Dronne zu münden. Sie legt in Bussac 5,5 Kilometer zurück, wovon die letzten 0,9 Kilometer als Grenze zu Lisle fungieren. Die Donzelle besitzt mehrere rechte und auch linke Seitenarme. Ein linker Seitenarm im Norden ist die bei Puy-de-Fourches im Osten entspringende Valade (bzw. Veyssonie). Sie bildet auf 500 Metern die Nordgrenze zu Bourdeilles. Weiter südlich folgt dann der beim Ortskern von Biras entstehende Ruisseau la Fontaine du Cluzeau – auf zirka 1 Kilometer die Grenze zu Biras. Sodann folgt ein namenloser Bach, der ebenfalls in der Gemeinde Biras seinen Ursprung hat und durch den Ortskern von Bussac fließt. Im Süden schließlich mündet beim Moulin du Pontey ein mehrarmiges System. Die linken Nebenarme sind alles Trockentäler, beispielsweise zwei kleine Trockentäler bei Valpaput, ein Trockental bei Rousselie Basse und ein recht verästeltes Trockentalsystem, das bei Saute-Mouton mündet und die Westgrenze zu Lisle darstellt.
Die Donzelle und ihre Seitenarme gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde Bussac beträgt 16 Kilometer.
Geologie mini|Geologische Karte von Bussac
Bussac liegt vollständig auf flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens. Die anstehende Schichtenfolge stammt aus der Oberkreide und reicht vom Oberturon über Coniacium zum Obersanton. Ihr Einfallswinkel ist mit 5° nach Südwesten sehr sanft. Die Sedimente sind nur im Bereich der Talungen aufgeschlossen. Die Gemeinde wird ansonsten von flächenmäßig sehr verbreiteten, tertiären Lockersedimenten abgedeckt. Tektonisch von Bedeutung ist eine Aufwölbung des Untergrunds – die Bussac-Antiklinale.
Schichtenfolge Die Schichtenfolge in der Gemeinde Bussac besteht aus Sedimenten der Oberkreide und reicht vom oberen Angoumien bis zum Obersanton. Das obere Angoumien oder Angoulême-Formation (Formation c3c) besteht aus kryptokristallinen, kiesartigen Kalken und kreidigen, rudistenführenden Kalken des Turoniums. Es erscheint an den Talseiten des Ruisseau la Fontaine du Cluzeau, am Flusslauf durch den Ortskern und am rechten Seitenarm der Donzelle nördlich von Haut Tamisier. Darüber legt sich Coniacium (Formation c4) – harte, kristalline Fossilkalke, die auch sandige Lagen aufweisen. Es folgt praktisch sämtlichen steil eingeschnittenen Talungen. Sodann erscheint Untersanton (Formation c5a) – graue, glaukonithaltige, plattige Kalke. Es wird von Mittel- und Obersanton (Formation c5b-c) abgedeckt. Hierbei handelt es sich um mergelige Kalke mit Austernschill, siltige Mergel und graue, kreidige, glaukonithaltige Kalke mit schwarzem Feuerstein. Das abschließende Obersanton steht vorwiegend im Süden und an der Westgrenze des Gemeindegebietes an.
Lockersedimente Kolluviale Lockersedimente der Formation ACS bedecken die Oberkreide nahezu im gesamten Gemeindegebiet. Sie stammen aus dem Pleistozän und bestehen aus tonigen Sanden und enthalten schwarze Feuersteine, die vorwiegend aus dem Santonium, aber auch aus dem Coniacium hervorgegangen sind. Bemerkenswert ist ihr Reichtum an Dolinen, die sich im Südwesten, Süden und Südosten konzentrieren.
Der jetzige Talboden der Donzelle und ihrer Seitenarme wird von holozänem Alluvium der Formation Fz aufgefüllt. Die Talungen der Trockentäler sind hingegen von würmzeitlichem, gemischtem Kolluvium aus tonigen Sanden und Kalkbruchstücken (Formation CF-c) ausgekleidet.
Tektonik Tektonisch beherrschendes Element in der Gemeinde Bussac ist die N 170 streichende Bussac-Antiklinale. Sie vermittelt zwischen der N 120 streichenden La-Tour-Blanche-Antiklinale im Nordwesten und der N 135 streichenden Périgueux-Antiklinale im Südosten. Die Aufwölbung des Untergrundes macht sich durch das Erscheinen des oberen Angoumiens erkennbar. Die Struktur wird in der Nähe des Ortskerns von mehreren kleinen Störungen begleitet, welche dasselbe Streichen an den Tag legen. Inwieweit die Bussac-Antiklinale mit den beiden anderen Antiklinalen in Verbindung steht, ist nicht geklärt. Interessant ist aber die Tatsache, dass der Antiklinalzug südwestlich von Montmoreau ein identisches Eindrehen von N 120 auf N 170 manifestiert – was durch fortschreitende rechtsseitige Scherung in Ostsüdost- bis Südost-Richtung erklärt werden kann.
Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bussac
Naturrisiken manifestieren sich in Bussac als Dürren Stürme Bodensetzungen.
Dürrejahre waren 1992, 1996, 1999, 2005, 2011, 2012 und 2023. In diesen Jahren herrschte erhöhte Waldbrandgefahr. Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2022 noch zu erkennen.
Wie die Risikokarte zeigt, sind über drei Viertel von Bussac von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, die Gefahren konzentrieren sich hierbei auf Böden des Kolluviums auf den Höhenlagen. Die Talungen und anstehende Oberkreide sind hiervon ausgenommen.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Etymologie Der Name des Dorfes ist im 13. Jahrhundert belegt in der Schreibweise Bussas, im 14. Jahrhundert in der latinisierten Form Bussacum. Er führt den Namen einer gallorömischen Person Buccius fort, gefolgt vom Suffix -acum (Landgut, Herrschaftsgebiet des Buccius). Dieses Patronym ist wahrscheinlich von bucca abgeleitet, dem lateinischen Wort für Mund.Tanet, Hordé, Seite 76
Archäologie In der Gemeinde Bussac sind drei archäologische Fundstätten bekannt – alle im offenen Gelände. Der Fundplatz Dourles-le-Châtenet hat Artefakten des Moustériens (bis 45.000 Jahre v. Chr.) erbracht – genauer MTA vom Typ B (Anmerkung: die Weiler Dourles und Le Châtenet befinden sich bereits im Gemeindegebiet von Lisle. Die Fundstätte liegt aber im Freien verstreut über einen Höhenrücken, der auch noch Bussac berührt). Die Fundplätze L’Épalourdie und Valpaput zeichnen sich durch Funde des Neolithikums und des Chalkolithikums aus.
Geschichte Die jüngere Vergangenheit dürfte in Bussac mit den Gallorömern einsetzen, da deren Siedlungsspuren gefunden wurden, die an der strategisch günstigen Stelle an der Römerstraße von Périgueux nach Saintes lagen. Das älteste Bauwerk in Bussac ist die aus Kalkstein erbaute romanische Ortskirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde sie befestigt. Die Pfarrei Bussac war im Mittelalter eine von Bourdeilles abhängige Burggrafschaft ().
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in BussacJahr Einwohner 1962 282 1968 210 1975 197 1982 200 1990 267 1999 322 2006 354 2007 358 2012 366 2013 375 2017 397 2020 398
Quellen: EHESS und INSEE
Die Bevölkerungsentwicklung in Bussac war von 1962 bis 1975 rückläufig. Die Gemeinde erlebte aber ab 1982 einen starken Wiederanstieg bis auf das Niveau von 1911.
Verwaltung Bürgermeister in der Gemeinde Bussac ist seit Mai 2020 der parteilose Lehrer im Ruhestand Bernard Merle.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Marine Le Pen Front national FN 95 38,00 % 136 64,15 % Emmanuel Macron En marche ! EM 43 17,20 % 76 35,85 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 56 22,40 % Éric Zemmour Reconquête 12 4,80 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 10 4,00 % Jean Lassalle Résistons ! R 14 5,60 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 2 0,80 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 5 2,00 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 6 2,40 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 2 0,80 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 3 1,20 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 2 0,80 % Gesamt 250 100 % 212 100 % Gültige Stimmen 250 96,15 % 212 84,80 % Ungültige Stimmen 10 3,85 % 38 15,20 % Wahlbeteiligung 260 80,25 % 250 77,16 % Enthaltungen 64 19,75 % 74 22,84 % Registrierte Wähler 324 324 Quelle: Ministère de l'Intérieur