Holger Helge Heinrich Börnsen (* 15. Oktober 1931 in Hamburg; † 9. September 2019 ebenda) war ein deutscher Grafiker, Zeichner, Maler und Illustrator, der unter anderem Briefmarken für die Deutsche Bundespost entwarf.

Leben mini|Grab von Holger Börnsen, Friedhof Ohlsdorf Holger Börnsen wurde 1931 als Sohn von John Börnsen (1892–1972), auch Jonny (im Hamburger Adressbuch auch Jam), und dessen Frau Eva († 1984) in der Tangstedter Landstraße 225 in Hamburg-Langenhorn geboren,Namen der Eltern im Artikel Langenhorner Blumenaquarelle von Eva Börnsen in De Börner, September / Oktober 1991 wo er mit drei Geschwistern aufwuchs. Sein Vater, der spätere Studienrat unterrichtete Zeichnen an der Lichtwarkschule, unter anderem die Schüler Loki Glaser und Helmut Schmidt.Artikel Die „Entarteten“ – ein deutscher Glücksfall von Helmut Schmidt, Die Zeit, 19. Juni 1987John Börnsen in Was ich noch sagen wollte von Helmut Schmidt, Seite 31 und 33 Durch ihn wurde er schon früh an die Kunst herangeführt. Nach seinen Grundschuljahren von 1939 bis 1943 an der Heerskamp-Schule in Hamburg-Langenhorn, heute Fritz-Schumacher-Schule, besuchte er ab 1943 den Oberbau der Schule Ratsmühlendamm in Hamburg-Fuhlsbüttel. Nach dem Abschluss der Schule folgte eine Schriftsetzerlehre.Artikel Klein(st)kunst im Käkenflur, De Börner, März / April 1991 Von 1952 bis 1956 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg Malerei, freie Grafik bei Alfred Mahlau und Schrift.Kurzbiografie von Holger Börnsen auf bund-forum.de

Nach dem Studium machte er sich als Gebrauchsgrafiker selbstständig. 1956 oder 1957 heiratete er die Künstlerin und Keramikerin Karin Yvonne Heerde und bezog mit ihr 1957 eine Wohnung in der Isestraße 6 in Hamburg-Harvestehude. Ab den späten 1950er Jahren entwarf er unter anderem Programme für die Musikveranstaltungsreihe das neue werk des NDR., Artikel Musikprogramme von Kurt Kranz in der Zeitschrift Gebrauchsgraphik – International Advertising Art, August 1963 Laut einem Interview erwarb er 1960 das Reihenhaus Immenbarg 15 in Hamburg-Langenhorn und zog mit seiner Frau dort ein, wo er bis zu seinem Tode lebte.Interview Wer ist es ? von Manfred Schwark im De Börner, Juli 1997, S. 8Im Hamburger Adressbuch wird Börnsen erst ab 1962 unter der Adresse geführt, sodass es auch sein kann, dass das Paar seit 1961 dort wohnt.

Aufgrund eines Wettbewerbes der Deutschen Bundespost entwarf er seine erste Briefmarke. Es folgten weitere Briefmarkenentwürfe, von denen nicht wenige von 1962 bis 1992 in den Druck gingen. Er entstanden auch einige Entwürfe für Ersttagsbriefe und Ersttagsstempel aus seiner Hand. An einer „Hamburger Hochschule für Gestaltung“ hatte er zudem einen Lehrauftrag inne.Peter Bröcker: Ein Tusch für Börni. In: De Börner, November 2016, S. 4

Im Mai 1991 entstand die erste einer Reihe von Porträtzeichnungen Langenhorner Persönlichkeiten, die in seiner Interview-Rubrik Wer ist es? in der Monatszeitschrift De Börner – Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll ab der Juni/Juli-Ausgabe 1991 veröffentlicht wurden.Erste Porträtzeichnung der Interview-Rubrik Wer ist es? im De Börner, Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll, Juni / Juli 1991 Die Zeitschrift war seit Januar 1958 ein Zusammenschluss der Siedlungszeitschrift De Börner der Fritz-Schumacher-Siedlung und der Zeitschrift Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll. Im Laufe der Jahre brachte er Illustrationen, Artikel und Fotos mit in die Zeitschrift ein.Eine der Illustrationen im De Börner, Januar 2003 Heute ist De Börner wieder nur eine Siedlungszeitschrift, während das Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll in Langenhorner Rundschau umbenannt wurde.PDF-Datei Langenhorner Rundschau, Januar 2017, S. 2

Auf seinen Reisen nach Bornholm, Spanien, Korsika, Paris, Mallorca und in den Allgäu entstanden viele Zeichnungen und Gemälde, darunter Skizzen von Landschaften, Gebäuden, Straßenszenen und Gesichter. Mit zu seinem Œuvre zählen auch bemalte keramische Arbeiten.Erwähnung der Wandteller in Langenhorner Blumenaquarelle von Eva Börnsen in De Börner, November / Dezember 1991 Das Künstlerpaar Börnsen hat drei Töchter, von denen eine auf Korsika wohnt.

Holger Börnsen starb am 9. September 2019 und wurde im engsten Familienkreis auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beigesetzt. Sein Urnengrab befindet sich südlich von Kapelle 12 (Planquadrat BH61-2383).

Seine Frau Karin Börnsen war neben ihrer Tätigkeit als Künstlerin eine Zeit lang Vorsitzende der Buddhistischen Gesellschaft Hamburg e. V.Gino Leineweber: Die Reise zur Freiheit – Die Wege eines amerikanischen buddhistischen Mönchs, Verlag Expeditionen, BoD, Norderstedt 2020, S. 233, ISBN 978-3-947911-29-5 (Ansicht bei Google Books)

Werke Briefmarken BildBeschreibungWerte inPfennigAusgabe-datumAuflageMichel-Nr. Wohlfahrtsmarken, Schneewittchen – Deutsche Bundespost Märchen der Brüder Grimm Die Stiefmutter sieht in den Spiegel 7+3 10. Oktober 1962 12.150.000 385 Schneewittchen bedient die sieben Zwerge 10+5 10. Oktober 1962 16.900.000 386 Schneewittchen hat von dem vergifteten Apfel abgebissen 20+10 10. Oktober 1962 14.000.000 387 Schneewittchen liegt umtrauert im Glassarg 40+20 10. Oktober 1962 8.050.000 388 Wohlfahrtsmarken, Der Wolf und die sieben jungen Geißlein – Deutsche Bundespost Märchen der Brüder Grimm Die Mutter verlässt das Haus 10+5 23. September 1963 13.934.000 408 Der Wolf versucht mit einer geweißten Pfote die Geißlein zu täuschen, um in das Haus zu gelangen 15+5 23. September 1963 14.861.000 409 Der Wolf jagd die Geißlein, von denen eins in die Standuhr hineinspringt, um sich dort zu verstecken 20+10 23. September 1963 16.614.000 410 Der Wolf fällt in den Brunnen 40+20 23. September 1963 8.191.000 411 Wohlfahrtsmarken, Dornröschen – Deutsche Bundespost Märchen der Brüder Grimm Die böse Fee verflucht Dornröschen 10+5 6. Oktober 1964 45.496.000 447 Dornröschen trifft auf eine alte Frau, die an einem Spinnrad sitzt 15+5 6. Oktober 1964 14.739.000 448 Der Prinz trifft auf das schlafende Dornröschen 20+10 6. Oktober 1964 16.678.000 449 Im Schloss wachen alle wieder auf und der Koch gibt dem Küchenjungen eine Ohrfeige 40+20 6. Oktober 1964 8.106.000 450 Wohlfahrtsmarken, Dornröschen – Deutsche Bundespost Berlin Märchen der Brüder Grimm Die böse Fee verflucht Dornröschen 10+5 6. Oktober 1964 4.426.000 237 Dornröschen trifft auf eine alte Frau, die an einem Spinnrad sitzt 15+5 6. Oktober 1964 3.158.000 238 Der Prinz trifft auf das schlafende Dornröschen 20+10 6. Oktober 1964 3.111.000 239 Der Koch gibt dem Küchenjungen eine Ohrfeige 40+20 6. Oktober 1964 3.073.000 240 Zuschlagmarken, Für die Jugend, Tierschutz – Deutsche Bundespost Ein Junge stellt sich schützend zwischen einem Auto und einer Entenfamilie, damit diese ohne Gefahr die Straße überqueren kann 20+10 4. Februar 1972 5.463.000 711 Ein Mann mit einem Gewehr jagd Hasen und einem Reh hinterher 25+10 4. Februar 1972 5.561.000 712 Ein Mädchen versucht einen Vogel vor einer Katze schützen 30+15 4. Februar 1972 5.952.000 713 Ein Junge mit einem Stock verärgert einen Schwan, der sich wehrt 60+30 4. Februar 1972 5.225.000 714 Zuschlagmarken, Für die Jugend, Tierschutz – Deutsche Bundespost Berlin Ein Junge auf einer Leiter versucht an die Eier eines Vogelnestes zu kommen 10+5 4. Februar 1972 2.820.000 418 Ein Mädchen hält freudig junge Katzen in ihren Armen, während ein Mann mit einem offenen Sack herankommt 25+10 4. Februar 1972 2.752.000 419 Ein Mann will einen angeketteten Hund mit einer Peitsche schlagen 30+15 4. Februar 1972 2.755.000 420 Ein Igel geht, ein Reh steht, im Scheinwerferlicht eines herannahenden Autos 60+30 4. Februar 1972 2.741.000 421 Heiliges Jahr – Deutsche Bundespost Grundriss des Petersdomes in Rom 50 14. Februar 1975 31.000.000 834 300. Todestag von Paul Gerhardt (1607–1676) – Deutsche Bundespost Anfang des Liedes Befiehl du deine Wege 40 13. Mai 1976 33.400.000 893 Till Eulenspiegel – Deutsche Bundespost Illustrationen zu den gleichnamigen Büchern 50 13. Januar 1977 30.650.000 922 250. Todestag von Johann Andreas Eisenbarth (1663–1727) – Deutsche Bundespost Illustrationen mit fahrendem Wundarzt, Gehilfen und Kunden 50 10. November 1977 29.900.000 953 25 Jahre Zugehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland zur NATO – Deutsche Bundespost 100 10. Januar 1980 21.630.000 1034 100 Jahre Kieler Woche – Deutsche Bundespost Stilisierte Segelregatta 60 5. Mai 1982 30.250.000 1132 150 Jahre Das Rauhe Haus – Deutsche Bundespost Johann Hinrich Wichern und Kinder vor dem Rauhen Haus 80 11. August 1983 39.850.000 1186 Wohlfahrtsmarken, Miniaturen nach Motiven aus den Bordüren eines mittelalterlichen Gebetbuches – Deutsche Bundespost Blumen, Erdbeere und Schmetterling 50+20 15. Oktober 1985 14.750.000 1259 Blumen, Schmetterlinge und Vogel 60+30 15. Oktober 1985 9.730.000 1260 Blumen, Beeren und Schnecke 80+40 15. Oktober 1985 19.410.000 1261 Blumen, Schnecke und Schmetterling 120+60 15. Oktober 1985 6.130.000 1262 Wohlfahrtsmarken, Miniaturen nach Motiven aus den Bordüren eines mittelalterlichen Gebetbuches – Deutsche Bundespost Berlin Blumen, Beeren, Vögel und Insekten 50+20 15. Oktober 1985 9.490.000 744 Blumen, Beeren, Vögel und Insekten 60+30 15. Oktober 1985 7.000.000 745 Blumen, Beeren, Vögel und Insekten 80+40 15. Oktober 1985 11.340.000 746 Blumen, Beeren, Vögel und Insekten 120+60 15. Oktober 1985 3.970.000 747 1250. Geburtstag des Heiligen Liudger (um 742–809) – Deutsche Bundespost Miniatur aus der Vita Liudgeri, 11. Jahrhundert: Bischofsweihe des Ludgerus 100 7. Mai 1992 31.490.000 1610

Ersttagsbriefe (Auswahl) 1980: 25 Jahre Zugehörigkeit zur NATO, Entwurf der Briefmarke und des Ersttagsstempels im Auftrag der Deutschen Bundespost sowie für die Firma Hermann E. Sieger GmbH den Sonderumschlag 25 Jahre Zugehörigkeit zur NATO 1982: 100 Jahre Kieler Woche, Entwurf der Briefmarke und des Ersttagsstempels im Auftrag der Deutschen Bundespost sowie für die Firma Hermann E. Sieger GmbH den SonderumschlagErsttagsbrief 100 Jahre Keiler Woche 1983: 150 Jahre Das Rauhe Haus Hamburg, Entwurf der Briefmarke und des Ersttagsstempels im Auftrag der Deutschen Bundespost sowie für die Firma Hermann E. Sieger GmbH den Sonderumschlag 150 Jahre Das Rauhe Haus HamburgBeschreibung des Erstagsbriefes 150 Jahre Das Rauhe Haus Hamburg

Grafiken (Auswahl) Maße: Breite × Höhe 1951: Negerballett, Linolschnitt, Handpressenabzug, 33,5 × 25 cm auf Blattformat 59 × 42,2 cm der Grafik und Informationen zu der Grafik auf elke-rehder.de. Am 8. Juli 2020 (Datum Lieferschein) nach Hamburg verkauft. Ankunft 9. Juli. (auf dünnem Papier) – Privatbesitz, Hamburg 1978: Friedlandhilfe, Alternativentwurf als handsignierte Grafik in der Edition Borek Briefmarken-Grafik 78, Auflage: 500 1982: Alternativentwurf als handsignierte Grafik auf Fabriano-Bütten in der Edition Borek Briefmarken-Grafik 82, Blattgröße: 31,7 × 39,7 cm, Auflage: 500 1982: 100 Jahre Kieler Woche, Farbserigraphie auf Fabriano-Bütten, handsigniert, Blattgröße: 31,7 cm × 39,7 cm, Auflage: 500Abbildung und Informationen zur Farbserigraphie 100 Jahre Kieler Woche

Illustrationen (Auswahl) Helene Will-Beuermann: Tür und Tor, Arbeitsmappe 2, Zeichnungen von Holger Börnsen, Ellermann, Hamburg 1957 Cornelius van der Horst: Die Bendlerstrasse, Umschlag- und Einbandentwurf von Holger Börnsen, Holsten-Verlag, Hamburg 1958Informationen zum Buch Die Bendlerstrasse Friedrich Hebbel: Heinz Hermann Stolte, Umschlag- und Einbandentwurf von Holger Börnsen, Holsten-Verlag, Hamburg 1965Informationen zum Buch Heinz Hermann Stolte von 1965 Hans Henle: Der neue Nahe Osten, Umschlag- und Einbandentwurf von Holger Börnsen, Holsten-Verlag, Hamburg 1966Abbildung des Buches Der neue Nahe Osten von 1966Informationen zum Buch Der neue Nahe Osten von 1966 Brigitte und Wilfried Pioch: Gott, du hast mich lieb – Wie wir mit unseren Kindern beten, grafische Gestaltung von Holger Börnsen, Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 1968