Mołdzie () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.
Geographische Lage Mołdzie liegt am Südufer des Groß Lepacker Sees (1938 bis 1945: Groß Ramecksfelder See, ) im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer westlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).
Geschichte Gegründet wurde Moldzien im Jahre 1476Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Mulden. Mit dem Wohnplatz Madeyken (auch: Madeiken, ) wurde das Dorf 1874 in den Amtsbezirk Grabnick () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Grabnick, der bis 1945 bestand und zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
241 Einwohner verzeichnete Moldzien im Jahr 1910, im Jahre 1933 waren es 267. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Moldzien gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Moldzien stimmten 180 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 85
Am 3. Juni 1938 wurde Moldzien aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Mulden“ umbenannt. Die Einwohnerzahl betrug 1939 insgesamt 242.
In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt seither die polnische Namensform „Mołdzie“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes () und somit eine Ortschaft im Verbund der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seitdem der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Religionen Bis 1945 war Moldzien in die evangelische Pfarrkirche LyckWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 493–494 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und in die katholische Pfarrkirche St.-AdalbertMoldzien in der Kreisstadt im Bistum Ermland eingegliedert. Der kirchliche Bezug des Ortes zur Kreismetropole Ełk besteht auch heute.
Für die Katholiken gibt es in Mołdzie die Kościół Matki Bożej Częstochowskiej (), eine Filialkirche der Pfarrei Św. Tomasza Apostoła (St. Thomas, der Apostel) in EłkParafia św. Tomasza Apostoła Ełk im Bistum Ełk.
Persönlichkeiten Otto Schliwinski (* 5. März 1928 in Moldzien), deutscher Maler und Grafiker
Verkehr Mołdzie liegt nördlich der polnischen Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127) und ist von Bartosze (Bartossen, 1938 bis 1945 Bartendorf) wie auch von Ruska Wieś (Reuschendorf) aus auf Nebenstraßen zu erreichen. Außerdem endet in Mołdzie eine aus nördlicher Richtung von Chrzanowo (Chrzanowen, 1933 bis 1945 Kalkofen) kommende Nebenstraße.
Seit 1915 ist das Dorf Bahnstation an der Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (), die heute jedoch nur noch unregelmäßig im Güterverkehr befahren wird. Einzelnachweise
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