Die Grußformel, spanisch fórmula de saludo, ist eine verschriftlichte Form der Anrede, salutación, die als Grußformel, fórmula de salutación zu Beginn des Schreibens und als Schlussformel, fórmula de despedida am Ende des Briefes üblich ist. Häufig treten sie als kodifizierte bzw. standardisierte Höflichkeitsformeln in den verschiedenen Korrespondenzformen in Erscheinung.
Ein Brief im klassischen Sinne ist ein Schreiben, mit einer auf Papier festgehaltenen Nachricht, die meist von einem Boten überbracht (Postgeschichte Spaniens) wird und eine für den Empfänger gedachte persönliche Botschaft enthält. Die Auswahl der sprachlichen Mittel hängt vom jeweiligen Texttyp ab. Je nach Texttyp liegen die Regeln zur Abfassung auch in Form von Regelwerken vor. So beim Briefvon , bzw. vulgärlateinisch (vergleich hierzu auch das Adjektiv ‚kurz‘), carta, der ein Schreiben darstellt und eine häufig auf Papier festgehaltene Nachricht beinhaltet. Aber auch beim Verfassen von einer E-Mailzu englisch [], auch mit deutscher Aussprache []., correo electrónico – sie steht für „elektronische Post“ oder „E-Post“, die zum einen ein System zur computerbasierten Verwaltung von briefähnlichen Nachrichten und deren Übertragung über Rechnernetze, insbesondere über das Internet voraussetzt – findet man einen formelhaften, ritualisierten oder konventionalisierten Gruß, saludo.
Als Ars dictandi (), bezeichnete man im Mittelalter die Fähigkeit eines Schreibers, Briefe und Urkunden (Litterae) abzufassen. Auch in Spanien hatte die Briefkunst eine lange TraditionKatharina Götz: Spurensicherung von Kommunikation: verlorene (Papst-)Briefe im spätantiken und westgotischen Spanien. In: Thomas Deswarte, Klaus Herbers, Cornelia Scherer (Hrsg.): Frühmittelalterliche Briefe. Übermittlung und Überlieferung (4.–11. Jahrhundert). Archiv für Kulturgeschichte, Beiheft 84, Köln 2018, S. 115–128, so repräsentiert Juan Gil de Zámora mit seiner Arbeit „Ars dictandi, tratado retórico“ einen ihrer Vertreter.
mini|500px|Letzter Brief des chilenischen Generals und lateinamerikanischen Nationalhelden José Miguel Carrera an seine Frau Mercedes Fontecilla Valdivieso (1799–1853) vor seiner Erschießung.
Voraussetzungen Ein Brief, carta lässt sich im ‚Sender-Empfänger-Modell‘ nach Claude Shannon und Warren Weaver als der Kanal oder Kommunikationsmittel in einer zwischenmenschlichen Kommunikation betrachten. Der Brief ist ein Kulturprodukt, das die Überwindung der Illiteralität zur Voraussetzung hat und das die Entwicklung der geschriebenen Sprache zur Grundlage nimmt und eine spezifische Logistik voraussetzt. Seine Verwendung als kommunikatives Mittel setzt eine Schreib- und Lesekompetenz (etwa als Schrift, mindestens Glyphen in einer visuell-grafischen Wahrnehmung im Sinne von Schreiben, Lesen bzw. der Anwendung von Schreibmaterialien und Schriftträgern (Geschichte der Schriftmedien)), voraus.Karl-Ernst Sommerfeldt, Günter Starke, Dieter Nerius (Hrsg.): Einführung in die Grammatik und Orthographie der deutschen Gegenwartssprache. Bibliographisches Institut, Leipzig 1981, S. 23 f. Ein Brief ist ferner gegen eine Epistel, Urkunde und einem allgemein verfassten Schreiben abzugrenzen.
mini|400px|‚Sender-Empfänger-Modell‘ nach Claude Shannon und Warren Weaver mit sieben Kommunikationselementen. Dabei ist der Brief, carta (Kommunikationsmittel) oder der Kanal („grüner Punkt“) für die geschriebene Sprache im Kommunikationsprozess. fuente de información Informationsquelle; transmisor Sender; señal Signal; señal recibida empfangenes Signal; receptor Empfänger; destinatario Adressat; fuente de ruido Störquelle Um den Empfänger zu erreichen und ihn zeitlich im Kommunikationsprozess zu verorten, erfolgt meist die Angabe über Ort und Tag bzw. Jahr (Datum) des Verfassens des Briefes, einer Anrede, dem eigentlichen Text und einer Schlussformel um das Ende des Kommunikationsvorgangs zu definieren. Der Briefumschlag enthält in der Regel Angaben zum Absender, die Empfängeranschrift und bei Versand eine Freimachung.
Briefe stellen allgemein betrachtet eine bestimmte Textsorte, also eine Gruppe (siehe Gattung) von Texten dar, die sich verschriftlicht, aber auch mündlich, durch eine bestimmte Anzahl von Merkmalen auszeichnen. Mit „Textsorte“ wird ein zentraler Begriff der Textlinguistik erfasst und wissenschaftlich untersuchbar.
Das Verfassen eines manuell erstellten Schreibens (Chirografie) setzt die Tätigkeit des Schreibens von Hand mit einem Schreibgerät, instrumentos de escritura etwa einem Bleistift oder Kugelschreiber, und dem Aufbringen von Schriftzeichen (Graphem, grafema) auf einem (beschreibbaren) Untergrund, etwa Papier, voraus.
Anredeformel Anrede im gesellschaftlichen Miteinander
Die zeitgemäße allgemeine Anrede für eine Frau lautet Señora (abgekürzt „Sra“), der Plural lautet Señoras („Sras.“), für den Mann Señor (abgekürzt Sr.), der Plural Señores (abgekürzt Sres.). Man spricht die Frau mit Señora plus ersten Nachnamen anGerhard Uhl, Elke Uhl-Vetter: Business-Etikette in Europa: Stilsicher auftreten, Umgangsformen beherrschen. Springer-Verlag, Berlin 2012, ISBN 3-658-01030-4, S. 143–145, den Mann ebenso, also Señor plus ersten Nachnamen. Hierzu ist zu erklären, dass ein spanischer Personenname aus einem oder mehreren Vornamen, nombre oder nombre de pila und meist zwei Nachnamen, apellidos besteht. Der spanische Nachname, el apellido setzt sich aus zwei Anteilen zusammen, die ohne Bindestrich aber (gelegentlich) mit der Konjunktion y („und“) zusammengefügt werden. Insbesondere im Adel wird zwischen den ersten und den zweiten Teil des Nachnamens ein y gestellt, so ist etwa „Jaime de Marichalar y Sáenz de Tejada“ der Sohn von Herrn de Marichalar y Bruguera und Frau Sáenz de Tejada y Fernández de Bobadilla.
Der erste Nachname, apellido primero ist der des Vaters und der zweite Nachname, apellido segundo der der mütterlichen Familienseite. – Beispiel: Juana Inés Sánchez y González lautet der weibliche Name, die Anrede Sr.a Sánchez Silvio Antonio José Báez y Ortega lautet der männliche Name, die Anrede Sr. Báez. Heiratet nun Sr.a Sánchez den „Silvio Antonio José Báez y Ortega“, dann kann sich Frau Sánchez im Standesamt, registro civil als Juana Inés Báez y Sánchez eintragen lassen. Sie wird mit „Sr.a de Báez“ oder „Sr.a Báez Sánchez“ angesprochen.
Eine Respektäußerung stellt der Namensvorsatz Don bzw. Doña dar. Dabei wird „Don“ und „usted“ zusammen mit dem Vornamen gebraucht. Diese Verwendung gilt als respektvoller und höflicher als „Señor plus erster Nachname“. Für den Gebrauch von „Don bzw. Doña“ ist es aber schwierig, genaue Regeln zum Gebrauch anzugeben. Die Anrede Señorita gilt gemeinhin als antiquiert, vergleichbar mit dem deutschen Fräulein. Die männliche Form „Señorito“ zeigt noch mehr abwertende Konnotationen, sie steht für einen jungen Mann aus privilegiertem Umfeld oder Familie.
Anschriften Eine Postanschrift, dirección de correo o postal kennzeichnet das Ziel in Adressform, an welche eine Postsendung, envío postal (Brief, carta, Postkarte, tarjeta postal etc.) gerichtet wird. Dabei kann es sich entweder um ein Postfach, apartado de correos o postal oder aber um eine physische Adresse, dirección mit einem Briefkasten, buzón de correo handeln. Eine Postanschrift muss als Minimum den Namen des Empfängers, der eine Person oder auch eine Personengruppe sein kann, und eine genaue örtliche Bezeichnung enthalten. In Spanien gibt es seit den 1980er Jahren ein Postleitzahlensystem, Código postal de España, das aus fünf Ziffern besteht, wobei die ersten beiden Ziffern die Zielprovinz repräsentieren, während sich die restlichen drei auf den Ort oder den Postbezirk, distrito postal beziehen.
Standard-Adressenformat in Spanien: Sr.ª Juana Limpeza y Tetino Name des Empfängers, die Firma oder Person Av. Galileo de locura 99 Straße, Platz und Hausnummer, Colonia Espinoso Stadt, oder Nachbarschaft zu einem Dorf, Ansiedlung, C.P. 13400 Bolivia, D.F. Postleitzahl, código postal und Land
Einige Abkürzungen: apdo. oder aptdo. apartado de correos Postfach Av. oder Avda. avenida Avenue c/ calle Straße crta. carretera Landstraße P/ oder Po paseo Allee Pl. oder Pza. plaza Platz Rbla. rambla s/no sin numero ohne Nummer.
Betreffzeile, asunto o referencia, wird mit dem Wort „asunto“ begonnen; es kann fett geschrieben sein. Asunto: petición de catálogo, precios y condiciones. – Beispiel:
Juan de Zapallo y Tacaño C/Av. de Carlos Haya 12, (1º dcha.) 29002 Málaga, Málaga Anschriftsdaten des Absenders, remitente, oben rechts im Brief
San Antonio, 1 de mayo de 2011 darunter rechtsseitig das Datum Sr. Alfonso Alarcon Terra Diseño y Construcción de Exteriores y Jardines C/Hospicio 37, Centro. San Miguel Allende, Guanajuato. 37700 Mexico Empfängeranschrift, destinatario
Asunto: Solicitud de oferta Betreffzeile
Estimados señores: Grußformel, fórmula de salutación mit Doppelpunkt (...) Brieftext mit großem Buchstaben beginnen
Esperando su respuesta se despide atentamente, AMS S.A. p.p.„p.p.“ abgekürzt por poder (deutsch p.p.a. per procura)
Juan de Zapallo y TacañoVorlage eines Musterbirefes, Iniversidad del Sagrado Corazón, San Juan (Puerto Rico) Unterschrift, firma
Briefgestaltung
In einem spanischen (Brief-)Anschreiben wird das Datum, fecha auf die rechte Seite in einem ausreichenden Abstand zu der auf der linken Seite vermerkten Adresse der Person, bzw. des Unternehmens notiert, an welches das Schreiben gerichtet wird. Oberhalb vom Datum, ebenfalls auf der rechten Seite, also zuallererst, stehen der Absender (Briefkopf). Die Zahlen werden aber nie mit einem Punkt versehen. Die ausgeschriebenen Monatsnamen sind klein geschrieben. Bei Abkürzungen, abreviatura der Monatsnamen werden sie hingegen groß geschrieben.
So lautet die korrekte Schreibweise: 23 de mayo de 1912 Verdún, 27 de Nov. de 1916
Die Geschäftsbriefe, cartas formales weisen zumeist eine ähnliche Struktur auf: Ort und Datum, lugar y fecha, sie zeigen an, wo und wann die schreibende Person sich befindet Namen des Empfängers, nombre del destinatario Betreffzeile, asunto Begrüßung, saludo Briefkörper oder Text, cuerpo de la carta Abschlussformel, despedida Unterschrift, firma
Gebräuchliche Abkürzungen etc. Die Bezugszeichenzeile, línea de referencia soll im Geschäftsbrief der Orientierung des Briefempfängers dienen, in ihr werden wichtigen Informationen und Angaben gemacht, die sich auf den aktuellen und damit chronologischen Schriftwechsel beziehen, so etwa Geschäftszeichen, Aktenzeichen, Datumsangaben, Name des Sacharbeiters oder auch Telefonnummern etc. So werden oben links unter dem Briefkopf im Brief folgende Eintragungen vorgenommen: s/ref. su referencia ihre Referenz bzw. ihr Zeichen n/ref. nuestra referencia unsere Referenz bzw. unser Zeichen Mit s/ref. wird das Bezugszeichen des Empfängers aufgegriffen, so dass der Verfasser des Briefes nunmehr in seine Antwort aufnimmt, wenn die Briefaktion von diesem ausgegangen war. Das n/ref. setzt sich aus den Initialen/Kürzel des Verfassers bzw. dem Briefschreiber und einer Chiffre, Aktenzeichen, número de expediente oder geben Abteilungen, Vorgangsnummern, número de registro an die für die interne Datenablage und Aktenhistorie bedeutsam sind.
Unter der Bezugszeile folgt der Betreff, asunto des Briefes. Sie wird links unter der Bezugszeichenzeile geschrieben.
Auftakt des Briefes, Briefanfänge