Armin Boehm (* 1972 in Aachen) ist ein deutscher Maler. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Leben Boehm besuchte ab 1995 zunächst die Kunstakademie Münster und wechselte ein Jahr später auf die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bis 2001 Schüler von Konrad Klapheck und Meisterschüler bei Jörg Immendorff war. Zwischenzeitlich erhielt Boehm ab 1998 von der Studienstiftung des deutschen Volkes eine Begabtenförderung und konnte sich 2001 mit einem Stipendium der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf in der Cité Internationale des Arts Paris für Fortbildungsmaßnahmen in Paris einquartieren. Seitdem ist er bundesweit und im Ausland an renommierten Galerien mit Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.
Werk Seit 2007 wurde Boehm mit einer düsteren Serie von Bildern über Großstadtunruhen (Riots) bekannt. Das erste dieser Bilder, Genua Riot, ist im Städel Museum in Frankfurt am Main zu sehen.Kunst nach 1945; Armin Boehm im Staedelmuseum auf YouTube vom 27. August 2010 Später folgten unter anderem die Bilder Teheran Riot (Ray 2010), Istanbul Riot (GEZI 2014), Riot Whattana (2014) und Bangkok Riot (DUSIT 2016).Armin Boehm über die Londoner Krawalle Die Krise wird Dauerzustand, Interview bei Monopol dem Magazin für Kunst und Leben vom 10. August 2011
Seit 2011 wurden die Bilder farbiger. Das Figurenrepertoire seiner neueren Arbeiten drängt sich in unruhig fiebrige, prismatisch aus opaken Farbschichten, Papier- und Stoffstücken zusammengesetzte Bildräume mit sehr subjektiven und kulturhistorischen Bezügen. Momente nachtwandlerisch, bohemienmäßigen Lebensgefühls mit elektrisierender Bar- und Clubatmosphäre bestimmen ebenso seine Bildinhalte wie Körperkult und Esoterik, denen er fragile und Sexualität symbolisierende Blumenstillleben entgegensetzt. Die hypnotisch mit Versatzstücken aus der Pop- und Fashionwelt aufgeladenen Szenen sind geprägt von tiefer Emotionalität und gegenwärtigem Lebensgefühl. Im Zentrum steht die Frage nach der aktuellen Definition und Verortung des zeitgenössischen Menschen im gesellschaftlichen Kontext.
Nicht nur mit seiner Formensprache, sondern auch durch die Integration von historisch-relevanten oder subjektiv-flüchtigen Referenzen versinnbildlicht Boehm zeitgenössischen Individualismus. Referenzen auf festgelegte Genrekünste dienen Boehms Untersuchungen dazu, Beziehungsnetze aus Chiffren und Symbolen aufzubauen und Mechanismen der Rezeption aus Themenkomplexen wie Textilmode, Freizeitvergnügungen oder Gender-Kodierungen in seine Kulturanalyse zu integrieren, für die er auch persönliche Innenschauen, Sentiment und Motive vergangener Stile und Epochen verwendet.
2023 erhielt das Museum Folkwang in Essen den mit 50.000 Euro dotierten Tiemann-Preis für zeitgenössische Malerei, dessen Preisgeld an die Erweiterung der Sammlung durch Ankauf zeitgenössischer Malerei geknüpft ist. Mit dem Preisgeld konnte das Museum Folkwang die Erwerbung einer Werkgruppe Armin Boehms realisieren.
Einzelausstellungen (Auswahl) 2025: Im Spiegel verloren, König Bergson Galerie - München 2025: METROPOLITAN NOTEBOOK, Schlachter 151, Berlin 2024: Lust Angst Schmerz Ekstase, König Galerie, Berlin 2016: 1, 2, 3 Soleil, Susanne Vielmetter Los Angeles Projects, LADavid Pagel on Armin Boehm at Susanne Vielmetter, in: Los Angeles Times vom 13. April 2016 2015: Le style c’est les corps, Meyer Riegger, Berlin 2014: Inutile Eternité, Galerie Peter Kilchmann, Zürich 2013: Raumneurose, Harris Lieberman Gallery, New York 2012: WALD HOCHWALD HOLZFÄLLEN, Gallery Weekend, Meyer Riegger, Berlin 2011: Gehirne, mit Thomas Helbig, Kunstverein Heppenheim 2010: Chiffon Rouge, Francesca Minini, Mailand 2009: Die Leere und das gezeichnete Ich, Meyer Riegger, Berlin 2009: Der Böse Blick / The Evil Eye, Kunstverein Braunschweig 2009: Waldgänger, Meyer Riegger, Karlsruhe 2008 2007: Francesca Minini, Mailand 2006: Dark Dreams, Johnen Galerie, Berlin 2005: I remember nothing, Meyer Riegger, Karlsruhe 2004: Galerie Rüdiger Schöttle, München (mit Martin Boyce) 2001: Paintball, Meyer Riegger Galerie, Karlsruhe
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2024: myself, when I am real, Colector Gallery, Monterrey, Mexico 2023: Mille Cortex, Tang Contemporary Art, Hong Kong, China 2020: Studio Berlin, Berghain Club, Berlin 2017: In Paper We Trust, The Dot Project, London, UK 2016: Der Zeit Angemessen Begegnen, Gruppenausstellung mit Lutz Braun and Thomas Grötz, Oldenburger Kunstverein, Oldenburg 2015: porn,porn,porn, Eigen + Art Lab, Berlin 2014: DuckRabbit, Anat Egbi, Los Angeles, CA 2013: Painting Forever! Keilrahmen, Kunst-Werke Berlin, KW Institute for Contemporary Art, Berlin 2012: Group show, Galerie Peter Kilchmann, Zürich 2012: Hidden Stories, KAI 10 Raum für Kunst, Düsseldorf 2011: Secret Societies, Schirn Kunsthalle Frankfurt 2010: Intensif Station, K21 – Kunstsammlung NRW, Düsseldorf 2009: Märchenwald, Sprengelmuseum Hannover 2008: Back to Black, Kestnergesellschaft, Hannover 2007: Made in Germany, Kunstverein Hannover, Hannover 2006: The Known and the Unknown, Galleri Nicolai Wallner, Kopenhagen 2005: Trouble with fantasy, Kunsthalle Nürnberg 2004: Doku/Fiction Mouse on Mars Reviewed & Remixed, Kunsthalle Düsseldorf 2003: Unheimlich, Städtische Galerie Delmenhorst
Interview
2024: ...mit Armin Boehm. Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König. Länge: 55:57 min.
Literatur
König Magazin: STARKBILDMALEREI - Armin Boehm. König Galerie. Berlin 2026 Galerie Peter Kilchmann: Armin Boehm - Radikale Gegenwart / Radical Presence. DISTANZ Verlag. Berlin 2019. ISBN 978-3-95476-266-8 Gabriele Sand: Armin Boehm - Der Böse Blick / The Evil Eye. Katalog der Ausstellung am Kunstverein Braunschweig. Köln 2009. ISBN 9783940953209
Weblinks Website von Armin Boehm Biografie und Ausstellungen auf 701kunst.de Ausgewählte Werke und Biografie bei Meyer Riegger
Einzelnachweise
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