Der T-70 () ist ein sowjetischer und später moldawischer Kettentraktor, der ab 1974 im Kischinjowski Traktorny Sawod (dt. Kischinauer Traktorenwerk, kurz КТЗ bzw. KTS) produziert wurde. Er ist der Nachfolger des ähnlichen T-54W und basiert technisch auf dem bekannten Radtraktor MTZ-80 aus dem Minski Traktorny Sawod.

Fahrzeuggeschichte mini|T-70 in einem Museum in Tscheboksary (2025) mini|Innenraum des gleichen Fahrzeugs (2025)

Bereits die beiden Vorgängermodelle, der T-50W und T-54W, waren Kettentraktoren und basierten auf Radtraktoren aus dem Minski Traktorny Sawod. Als dieses 1974 mit der Fertigung des MTZ-80 begann, wurde auch bei KTS mit dem T-70 ein neues Modell eingeführt. Wesentliche Komponenten des Radtraktors wurden übernommen, darunter Motor und Schaltgetriebe (ohne zusätzliche Untersetzung).Webseite zu verschiedenen KTS-Traktoren (russisch) Das Gleiskettenfahrwerk wurde im Vergleich zum Vorgänger verlängert und verbreitert. Außerdem erhielt der Traktor im Laufe der Produktionszeit eine andere Kabine und Motorhaube als der T-54W.

Es wurden verschiedene Versionen des Fahrzeugs gebaut, die sich in verschiedenen Details unterschieden.Webseite zum Radtraktor MTZ-80 mit Nennung verschiedener Versionen des T-70 (russisch) Das sind unter anderem:

T-70A – Für den Einsatz im Gartenbau, ebenfalls für die allgemeine Landwirtschaft geeignet. T-70S – Für den Anbau von Zuckerrüben gedacht, gebaut von 1975 bis 1988. T-70SM – Modernisierte Version des Modells T-70S, gebaut von 1988 bis Produktionsende. T-70W – Spezielle Version für den Weinanbau, geeignet um steilere Hänge zu befahren. T-70W-Ch – Spezialversion für den Hopfenanbau.

In der Zeit von 1986 bis 1990 wurden im Schnitt etwa 12.000 der Traktoren pro Jahr von KTS gebaut.Historische Fertigungszahlen von KTS (russisch) Auch nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Traktor weiter gefertigt, das Herstellerwerk lag nun im neu gegründeten Staat Moldawien. Die Produktion endete 2008 nach 34 Jahren,Notiz zum Produktionsende 2008 (russisch) da das Unternehmen in diesem Jahr für bankrott erklärt wurde.

2014 gründete sich ein Unternehmen in Kischinau mit dem Plan, den T-70 wieder zu fertigen. Ob dieses Vorhaben realisiert wurde, ist nicht bekannt.Zur Gründung der BICOTRA S.A. (russisch)

Technische Daten Die nachfolgenden Daten gelten für die Version T-70S.Datensammlung zum Fahrzeug sowie kurze Beschreibung (russisch)

Motor: Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotor Motortyp: D-240 sowie D-241 Leistung: 70 bis 75 PS (51 bis 55 kW) bei 2100 min−1 Drehmomentanstieg: mindestens 12 % Hubraum: 4,75 l Bohrung: 110 mm Hub: 125 mm Anlasser: Elektromotor spezifischer Kraftstoffverbrauch: 190 g/PSh (258 g/kWh) Tankinhalt: 160 l Leistungsgewicht: 57 kg/PS Zugkraft: maximal 19,6 kN Getriebetyp: handgeschaltetes Getriebe mit acht Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen Geschwindigkeiten: vorwärts: 1,36–11,36 km/h rückwärts: 2,86–4,86 km/h Hydraulikanlage hinten Zapfwelle hinten, verschieden schaltbar: fahrkupplungsabhängig, 5,34 Umdrehungen pro Meter Fahrstrecke fahrtkupplungsunabhängig: 540 oder 1000 min−1

Abmessungen und Gewichte Bodenfreiheit: 460 mm Spurweite: 1350 mm Kettenbreite: 200 mm Radstand: 1895 mm zwischen den Kettenrädern Gewicht: 4000 kg Motorgewicht: 490 kg spezifischer Bodendruck: 6,86 N/cm²

Literatur Uwe Siemer: Traktoren aus der Sowjetunion. Eine Chronik von den Anfängen bis 1990. TRAKULA, Rastede. Ohne ISBN, etwa 2015.

Einzelnachweise

Weblinks

Fotosammlung zum T-70 und anderer Traktoren aus dem Kischinjowski Traktorny Sawod (russisch)

Kategorie:Traktormodell Kategorie:Kettenfahrzeug