mini|hochkant|Matthias Pier, 1942 Matthias Pier (* 22. Juli 1882 in Nackenheim; † 12. September 1965 in Heidelberg) war ein deutscher Chemiker und Manager in der chemischen Industrie. Weltweite Bedeutung erlangte er durch die großtechnische Methanolherstellung aus Synthesegas, das Bergius-Pier-Verfahren zur Kohleverflüssigung sowie weiterer Hydrierverfahren.

Leben Pier besuchte das Gymnasium in Mainz und studierte zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Jena Chemie. 1903 wurde er im Corps Saxonia Jena recipiert.Kösener Corpslisten 1960, 71/563. Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Mit einer von Walther Nernst betreuten Dissertation in Physikalischer Chemie wurde er zum Dr. phil. promoviert. Er war ab 1910 in der Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabelsberg tätig und beschäftigte sich mit katalytischen Druckverfahren (Sprengstoff)..

Ab 1920 war er bei der BASF in Ludwigshafen und ab 1927 als Prokurist bei der I.G. Farben tätig, wo er ab 1934 eine Position als Direktor erhielt. Pier war maßgeblich an der Entwicklung des Leuna-Benzins beteiligt. Juni 1933 war er dem Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten beigetreten, von dem er zur SA überführt wurde und in der er es 1943 bis zum Sturmbannführer brachte. Zum 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.033.438).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32450298 1938 wurde er stellvertretender Geschäftsführer der Ammoniakwerke Merseburg GmbH (Leunawerke). Parallel folgte 1941 seine Berufung in den Aufsichtsrat der Hydrierwerke Pölitz AG.Werner Lang: Matthias Pier. In: Nackenheimer heimatkundliche Schriftenreihen. Heft 16. Verkehrsverein e. V. Nackenheim am Rhein, 1982, S. 24 (hier S. 23). Ortsmuseum Nackenheim, abgerufen am 21. August 2022. Pier wurde im Januar 1946 von der Militärregierung festgenommen und saß bis November 1947 in verschiedenen Lagern in Haft. Seine Pensionierung bei der BASF erfolgte im Januar 1949. Er war kinderlos verheiratet. Pier gehörte dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der Mitgliedsnummer 381192 an.

Ehrungen Pier erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. die Carl-Engler-Medaille (1936), die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft (1942) und die DECHEMA-Medaille verliehen. Die Technische Hochschule Hannover verlieh ihm 1935 die Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.), und er wurde von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Ehrensenator ernannt. 1942 wurde er als Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg ehrte ihn 1950 mit einer Titular-Professur. 1952 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Ein Tagungsraum im CCe Kulturhaus Leuna trägt den Namen Matthias-Pier-Saal.Matthias-Pier-Saal im CCe Kulturhaus Leuna In Nackenheim wurde die Prof.-Dr.-Pier-Straße nach ihm benannt.

Literatur

Weblinks

Biogramm Matthias Pier bei Landeskunde entdecken online | Landesarchiv Baden-Württemberg

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physikochemiker Kategorie:Person (BASF) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes (1939) Kategorie:Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrendoktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Mitglied im Stahlhelm Kategorie:Absolvent der Humboldt-Universität zu Berlin Kategorie:Manager (Erdöl- und Erdgaswirtschaft) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1965 Kategorie:Mann