Edward William Schlag (* 12. Januar 1932 in Los Angeles; † 11. August 2020) war ein US-amerikanisch-deutscher Chemiker und Hochschullehrer. Von 1971 bis 2000 war er Lehrstuhlinhaber für Physikalische Chemie in München.
Leben Edward W. Schlag kam als Kind des deutschen Juristen Hermann Schlag (Regierungsrat im Reichsfinanzministerium und später Leitendes Vorstandsmitglied der Deutschen Landesrentenbank) und der US-Amerikanerin Hilda Schlag, geborene Nolte, in Los Angeles zur Welt. Er wuchs zeitweise in Deutschland auf, aber kehrte 1946 in die USA zurück. Ab 1949 studierte er Chemie am Occidental College in Los Angeles, absolvierte dort sein Examen mit Diplom und promovierte 1958 an der University of Washington in Seattle. 1959 begann er mit Forschungstätigkeiten in der Industrie bei du Pont de Nemours. 1960 bis 1962 wirkte er in Buffalo als Technischer Berater. 1960 wurde er Assistant Professor, 1964 Associate Professor und 1969 Full Professor an der Northwestern University in Evanston (Illinois). 1963 wurde er Mitglied des Mational Fulbright Committee für Deutschland. 1965 war er Alfred P. Sloan Research Fellow. Von 1971 bis 2000 war er ordentlicher Professor für Physikalische Chemie an der Technischen Universität München. Als Gastprofessor lehrte er in Großbritannien, den USA und Israel. Er war u. a. Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Academia Europaea (1998)Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea und der American Physical Society (Fellow).
Er gründete die Zeitschrift Chemical Physics. Im Jahr 1984 entwickelte er mit Klaus Müller-Dethlefs die ZEKE-Spektroskopie.K. Müller-Dethlefs, M. Sander, E. W. Schlag, A novel method capable of resolving rotational ionic states by the detection of threshold photoelectrons with a resolution of 1.2 cm-1, Zeitschrift für Naturforschung A, Band 39, 1984, S. 1089–1091K. Müller-Dethlefs, E. W. Schlag: High-Resolution Zero Kinetic Energy (ZEKE) Photoelectron Spectroscopy of Molecular Systems, Annual Review of Physical Chemistry, Band 42, 1991, S. 109–136.
Edward Schlag war ab 1955 mit Angela Schlag, geborene Gräfin zu Castell-Castell, verheiratet und hatte drei Kinder (Katherina, Karl und Elisabeth) mit ihr.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 1985, S. 1077.
Auszeichnungen 1988: Ehrendoktor, Hebräischen Universität Jerusalem 1993: Gold Honorary J. Heyrovsky Medal, Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik 2001: Werner Heisenberg-Medaille, Alexander von Humboldt-StiftungTUM Emeriti of Excellence (2016), 12. Mai 2016
Literatur Schlag, Edward William. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1077.
Weblinks Edward W. Schlag, TU München – Geschichte des Department Chemie
Einzelnachweise
Kategorie:Physikochemiker Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität München) Kategorie:Ehrendoktor der Hebräischen Universität Jerusalem Kategorie:Fellow der American Physical Society Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann