Zernikow ist ein Gemeindeteil von Holzendorf in der Gemeinde Nordwestuckermark.

Geographie Zernikow ist ein Gemeindeteil von Holzendorf im Nordwesten der Gemeinde Nordwestuckermark. Das Dorf liegt 15 km nordwestlich von Prenzlau und ist etwa 70 km von Stettin (polnisch Szczecin) und 130 km von Berlin entfernt. Der Ort liegt an der Bundesstraße 198.

Geprägt wurde die hüglige und seenreiche Landschaft der Uckermark durch die letzte Eiszeit. Die Umgebung des Dorfes mit den guten Böden wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte Zernikow (slawisch für „Schwarzhaufen“) entstand um 1150. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt von 1321. Der älteste noch erhaltene Bau ist die Dorfkirche Zernikow, eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Das Rittergut Zernikow war von 1321 bis 1949 im Besitz der folgenden Familien: 1321–1618 Familie von Holtzendorff 1618–1721 Familie von Eickstedt 1730–1830 Familie von Sydow 1830–1872 Familie von Winterfeld 1872–1949 Familie von WedelSiehe Literatur: Siehe Literatur:

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Zernikow aufgelöst und der Ort nach Holzendorf eingemeindet. An den privatrechtlichen, kirchlichen oder fiskalischen Besitz änderte sich dadurch nichts, lediglich waren die Gutsbezirke nicht mehr juristisch eigenständig. Letzte Gutsherren waren der Politiker Kurt von Wedel-Cremzow und dann teils seine Tochter Marie-Luise (1873–1948), verheiratet mit Friedrich von Kalitsch, respektive deren jüngerer Bruder Hans von Wedel (1876–1948). Die 1945/46 enteigneten Wedel gingen nach Niedersachsen.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 11 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1955, , S. 461 f.

1949 wurden die letzten Besitzer im Zuge der Bodenreform entschädigungslos enteignet. Das Land wurde an landlose Bauern, Landarbeiter, aus Schlesien stammende Vertriebene, an Kleinpächter und die Gemeinde übergeben. In den 1950er Jahren wurden 56 Neusiedlerstellen geschaffen, von 1952 bis 1990 war Zernikow LPG-Standort.

Ab 1992 wurde der Gutshof verpachtet, und ein landwirtschaftlicher Betrieb nahm seine Arbeit auf. Der alte Gutshof und der Kornspeicher stehen unter Denkmalschutz. Seit dem 1. November 2001 gehört Zernikow zur Gemeinde Nordwestuckermark. In den 1990er und 2000er Jahren wurde ein in der Nähe von Zernikow gelegenes Waldgebiet als Hakenkreuzwald bekannt.

Literatur Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII. Uckermark. 1. Auflage, In: Staatsarchiv Potsdam (Hrsg.): Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam. Band 21; Böhlau, Weimar 1986. Tina Brandt, Maxi Mohns, Klara Müller, A. Nowatzky, S. Schöß: Zernikow bei Prenzlau, Uckermark. Der Gutshof. Bestandserfassung, Einordnung und Nutzungsmöglichkeiten. Abgeschlossene Masterarbeit, ASD 1998-00, TU Berlin 1998. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge / Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, S. 12

Weblinks

Gemeinde Nordwestuckermark-Verzeichnis Mik Brandenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Nordwestuckermark) Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark Kategorie:Ersterwähnung 1321 Zernickow (Nordwestuckermark)