Friedrich Carl Martin Abendroth (* 4. Oktober 1883 in Berlin;Standesamt Berlin XIII, Geburtsurkunde Nr. 2410 vom 5. Oktober 1883 (Landesarchiv Berlin) † 14. Dezember 1977 in Neuenhagen bei BerlinEhrenmitglied der Staatsoper gestorben. In: Neues Deutschland vom 28. Dezember 1977, S. 4 ) war ein deutscher Opernsänger (Bassbariton) und Gesangspädagoge.

Leben Abendroth wurde im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen geboren. Seine Eltern waren der Weißgerber August Abendroth und Emma Abendroth, geb. George. Er wurde in Berlin ausgebildet. 1913 debütierte er am Stadttheater Königsberg. 1914/15 war er am Stadttheater Krefeld und ab 1915 am Opernhaus von Breslau tätig. 1922 wechselte er an das Staatstheater Wiesbaden und – nach erfolgreichen Gastspielen – 1924 an die Berliner Staatsoper Unter den Linden. Hier sang er zumeist kleinere Rollen, wurde aber auch in großen, tragenden Rollen besetzt. 1925 nahm er an der Uraufführung von Alban Bergs Wozzeck teil.

Von 1927 bis 1931 war er auch Mitglied der Berliner Krolloper, wo er u. a. in der Premiere von Strawinskys Oedipus Rex mitwirkte. Zur Eröffnung des Hauses am 19. November 1927 kreierte er den Rocco im Fidelio. 1929 nahm er an den Zoppoter Waldfestspielen teil. Zudem trat er als Konzert- und Liedersänger auf. 1935/36 war Abendroth an der Deutschen Landesbühne, einem Wandertheater, engagiert und von 1936 bis 1939 am Städtischen Theater von Chemnitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg sang er von 1946 bis 1948 am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und 1948/49 am Theater von Gardelegen. Ab Herbst 1950 war er wieder an der Berliner Staatsoper zu hören, hier wurde er zum Kammersänger und 1964 zum Ehrenmitglied ernannt. Seinen letzten Auftritt hatte er dort im Alter von 87 Jahren im Juni 1971 in der Partie des Schließers in Tosca.Staatsoper Berlin – Spielzeit 1970/71

Verheiratet war er von 1920 bis 1926 mit der Sopranistin Marianne Keiler (bürgerlich Anna Maria Keiler, * 1895 in Mannheim; † 1994 in Heidelberg),Standesamt Breslau IV, Heiratsurkunde Nr. 569 vom 15. Juni 1920 die in Mannheim, Breslau und Wuppertal tätig war.

Martin Abendroth starb im Alter von 94 Jahren in Neuenhagen bei Berlin, wo er seit Mitte der 1920er Jahre wohnte.

Tondokumente mini|Schallplatte von Martin Abendroth (Berlin 1926) Abendroth besang Schallplatten der Label Grammophon (Berlin 1925, eine Szene aus Ein Maskenball und 1929, Kurzoper Der Barbier von Sevilla), Homocord (Berlin 1926: Lieder und 1928: Arien) sowie Electrola (Berlin 1928, Finale 2. Akt Aida, unveröffentlicht).

Aus der Mediathek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Grammophon 72961 / B 25051(Matr. Nr. 759 az) Ein Maskenball: „Ach mit der Gattin nächtlich zu schwärmen“ (Verdi)Frida Leider, Heinrich Schlusnus, Otto Helgers und Martin Abendroth. Aufgen. Berlin, ca. Februar 1925.Il trovatore / Un ballo in maschera, auf mediathek.slub-dresden.de Homocord 4-8727(Matr. Nr. M 52021-1) Die Uhr. Ballade (Carl Loewe)(Matr. Nr. M 52022-1) Tom der Reimer. Ballade (Carl Loewe) Martin Abendroth, Bariton, Staatsoper, Berlin. Am Flügel: Joh. Heidenreich. Aufgen. Berlin, 13. August 1926.Die Uhr, auf mediathek.slub-dresden.de Homocord 4-8756(Matr. Nr. M 52097) Odins Meeresritt. Ballade (Carl Loewe)(Matr. Nr. M 52098) Heinrich der Vogler. Ballade, Op. 56, Nr. 1, Orig. Es-Dur (Carl Loewe)Martin Abendroth, Bariton. Staatsoper, Berlin. Am Flügel: Dr. Felix Günther. Aufgen. Berlin, ca. Ende September 1926.Odins Meeresritt / Balladen, op. 56, auf mediathek.slub-dresden.de Homocord 4-8885(Matr. Nr. M 52434) Die Zauberflöte : "In diesen heil'gen Hallen" (W. A. Mozart)(Matr. Nr. M 52434) Die Zauberflöte : "O Isis und Osiris" (W. A. Mozart)Martin Abendroth, Baß, von der Staatsoper, Berlin, mit Berliner Sinfonie-Orchester. Dirigent: Dr. Felix Günther. Aufgen. Berlin, ca. Juli–August 1928.Die Zauberflöte, auf mediathek.slub-dresden.de

Literatur Hans Curjel (Hrsg.): Experiment Krolloper: 1927–1931 (= Studien zur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts. Band 7). Verlag Prestel, 1975, ISBN 3-7913-0076-8, S. 222, 225, 237, 243 u. 287. Sophie Fetthauer: Deutsche Grammophon: Geschichte eines Schallplattenunternehmens im "Dritten Reich" (= Musik im "Dritten Reich" und im Exil. Band 9). Verlag von Bockel, 2000, ISBN 3-932696-38-7, S. 97 u. 120. Ralph Kogelheide: Jenseits einer Reihe 'tönender Punkte': Kompositorische Auseinandersetzung mit Schallaufzeichnung. Verlag epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-4876-6, S. 121 f. Abendroth, Martin. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände), S. 4. Martin Abendroth. In: Rainer E. Lotz, Axel Weggen, Oliver Wurl und Christian Zwarg: Discographie der deutschen Gesangsaufnahmen, Band 4 (= Deutsche National-Discographie, Serie 3). Birgit-Lotz-Verlag, Bonn 2005, ISBN 3-9810248-0-X, S. 1447–1449.

Weblinks

Kurzoper "Der Barbier von Sevilla", „für die Heimbühne eingerichtet von Hermann Weigert und Hans Maeder. Deutsch gesungen. Auf vier doppelseitigen Platten elektrisch aufgenommen: Grammophon 95282 - 285 (Matr. 830/32, 835/39, bi I), mech. cop. Berlin 1929.“ Vgl. hs-rm.de. Teil 1 und 2 anzuhören auf youtube, Teil 3 und 4 anzuhören auf youtube, Teil 5 und 6 anzuhören auf youtube.

Einzelnachweise

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