Welda ist eine Ortschaft der alten Hansestadt Warburg im Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). In Welda, das 9,22 km² Fläche aufweist, leben rund 750 Einwohner.
Geografie Lage Das Dorf Welda ist die südlichst gelegene Ortschaft im Kreis Höxter (Regierungsbezirk Detmold) an der Grenze zum Bundesland Hessen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Im Südausläufer des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge liegt es zwischen dem sieben km nördlich gelegenen Mittelzentrum Warburg und dem fünf km südlich befindlichen hessischen Unterzentrum Volkmarsen auf einer Achse zwischen dem Oberzentrum Paderborn (40 km) und Kassel (35 km).
Die Gemarkung Welda befindet sich größtenteils im Tal der oberen Twiste, in die im Dorf der von Westen, aus dem benachbarten hessischen Hörle kommende Hörler Bach einmündet. In Hessen wird der in der Nähe von Dehausen entspringende „Hörler Bach“ offiziell gleichnamig Welda genannt. Die Gemarkung ist umgeben von sechs Naturschutzgebieten. Sie liegt zwischen bewaldeten Anhöhen, dem im Eichholz gelegenen Iberg () im Südwesten, dem Hoppenberg () im Nordosten mit dessen Nordflanke Kümmelberg im Nordnordosten und dem Weldaer Berg () im Norden.
WethenRhoden Germete Wormeln DehausenAmmenhausenHörle Datei:Windrose klein.svg CalenbergWettesingen HerbsenKülte Volkmarsen Breuna
Nachbarortschaften Welda liegt zwischen den Ortschaften Germete im Norden, Wormeln im Nordosten, Calenberg im Ostnordosten, drei weiteren Warburger Ortsteilen, dem Breunaer Ortsteil Wettesingen im Osten, dem Breunaer Kernort im Südosten, Volkmarsen im Süden, dessen drei Stadtteilen Külte im Südwesten, Herbsen im Südwesten und Hörle im Westsüdwesten sowie Ammenhausen und Dehausen im Westen, Rhoden im Westnordwesten und Wethen im Nordwesten, vier Ortsteilen von Diemelstadt im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geologie Aus der Gegend von Wethen und Welda zieht sich ein aus der geologischen Kartierung bekannter Lias Eisenerz Horizont (auch Volkmarser Lias-Graben genannt) über die Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen nach Hessen fort und endet in der Umgebung von Volkmarsen. Westlich dieses Grabens befinden sich Buntsandstein- und östlich hauptsächlich Muschelkalk-Formationen. Welda liegt ferner am äußeren Rand der Warburger Störungszone.Peter Meiburg: Die Warburger Störungszone: Ein Beitrag zur Geologie des Warme-Diemel-Gebietes (Nordhessen/Ost-Westfalen), Dissertation Uni Münster / 1969, 394 S.
mini|Blick auf Warburg vom Weldaer Berg Naturraum Durch die Gemarkung Welda verläuft die Grenze von zwei Hauptnaturräumen. Dies sind im Westen der Gemarkung das Eichholz und der Volkmarser Graben (Nr. 341.14), welche zur Ostwaldecker Randsenken (naturräumliche Haupteinheit 341) zählen sowie etwa östlich der Landesstraße 552 die Steigerplatte (340.2) und die Warburger Börde (360.01), welche zum Oberen Weserbergland (naturräumlichen Haupteinheit D36) gehören. Der Iberg, der Weldaer Berg sowie Welda gehören zur naturräumlichen Haupteinheit Waldecker Buntsandsteinrücken (341).
Klima und Natur Die Gemarkung Welda liegt zwischen Eggegebirge und Rheinischem Schiefergebirge. An beiden Gebirgszügen fallen vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen und herrschen tiefere Temperaturen, während am Weldaer Berg geringerer Niederschlag (600–650 mm p. a.) fällt und höhere Temperaturen (Jahresmitteltemperatur: 8,0–8,5 °C) herrschen. Das Gebiet um Welda markiert eine Klimascheide. In den Gebirgen hängen die Niederschlagsmengen von der Streichrichtung zum herrschenden Luftstrom ab (in beiden Fällen Luv), hingegen befindet sich der Weldaer im Lee.
Das Gebiet um Welda im Twistetal ist das niederschlagärmste in Westfalen, mit relativ hohen Temperaturen. Eine Niederschlagsübergangsgrenze befindet sich bei der Talbrücke Twiste. Welda liegt im Einzugsbereich des Diemeltals, welches insgesamt 750 ha Kalkmagerrasen besitzt und das größte zusammenhängende Gebiet mit submediterranem Halbtrockenrasen in Nordwestdeutschland darstellt.
Naturschutzgebiete, Flora und Fauna
Durch die kontinuierliche und intensive Hudebewirtschaftung weist das Diemeltal und im Speziellen die Weldaer Naturschutzgebiete eine besonders artenreiche Fauna und Flora auf. Helga Bültmann et al.: (PDF; 1,1 MB) Münster 2006, S. 155ff. Die Fauna und Flora in den Weldaer Naturschutzgebieten werden schon seit über hundert Jahre von verschiedenen Naturforschern (K. Uffeln, Joseph Peitzmeier, F. Koppe, F. Runge etc.) kontinuierlich untersucht.
Fast ein Viertel (2,12 km²) der Gemarkungsfläche von Welda ist als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen – insgesamt gibt es sechs NSG: Weldaer Berg (Fläche 36 ha, Maximalhöhe , Naturschutz seit 1949 in Kraft; Nr. HX-002): Flora: Gewöhnliches Katzenpfötchen, Männliches Knabenkraut, Frühlings-Segge, Gewöhnliche Hundszunge, Gelbes Sonnenröschen, Genfer Günsel, Gemeiner Wacholder; Fauna: seltene Tagfalter- und Widderchenarten etc. Wacholderhain am Iberg (Fläche 95,6 ha, Maximalhöhe , seit 1944 in Kraft; Nr. HX-004): Flora: Leberblümchen, Ähriges Christophskraut, Grünliche Waldhyazinthen, Weißes Waldvöglein sowie Salbei. Schalkstal (Fläche 21,75 ha, Maximalhöhe , seit 1986 in Kraft; Nr. HX-026): Zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten bestimmter wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten. Weldaer Wald (Fläche 48,7 ha, Maximalhöhe , seit 1986 in Kraft; Nr. HX-027): Zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung landesweit bedeutsamer Lebensraeume und Lebensstätten seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines großflächigen Waldkomplexes, der sich durch einen hohen Anteil artenreicher Buchenwälder auf Kalkstandorten auszeichnet. Insbesondere sind zu schützen Waldmeister-Buchenwälder in ihren standörtlich verschiedenen Ausprägungen sowie Orchideen-Buchenwälder, Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion), Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum). Hoppenberg (Fläche 10,4 ha, Maximalhöhe , seit 1987 in Kraft; Nr. HX-036): Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten bestimmter wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten. Iberg bei Welda (CDDA-Nr. 344691; 1994; 45 ha)
Auf dem Iberg und Weldaer Berg gibt es natürliche Liguster-Vorkommen.Ernst Theodor Seraphim: Zur naturräumlichen Gliederung von Ostwestfalen-Lippe. In: Heimatpflege in Westfalen. 19. Jg. 1/2006 (PDF; 999 kB); S. 10 ff. hier insbesondere S. 13.
mini|Blick vom Iberg auf den alten Ortskern von Welda Siedlungsstruktur mini|links|Welda Ortskern, 1830 Der heutige Siedlungskern, welcher höchstwahrscheinlich im 12. Jahrhundert rund um die Kirche und das Rittergut neu angelegt wurde, wird von dem Hörler Bach durchquert und liegt westlich der Twiste. Ende der 1950er-Jahre ist ein Neubaugebiet am Osthang des Ibergs sowie ein Baugebiet am Hoppenberg (oberhalb des Bahnhofs) erschlossen worden. Einige Bauernhöfe wurden im Rahmen der Flurbereinigung in den 1950er-Jahren ausgesiedelt. Der alte Siedlungsort Altwelda, welcher etwa 1 km nördlich vom heutigen Ortskern liegt, ist im Spätmittelalter wüst gefallen. Über die Siedlungsstruktur der Wüstung liegen keine Informationen vor. Die Umgehungsstraße führt den Straßenverkehr zwischen Volkmarsen und Warburg am östlichen Rand des Ortskerns vorbei. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts führte der Durchgangsverkehr noch durch den Ort.
Geschichte Welda ist ein historischer Grenzort im Dreiländereck der ehemaligen Territorien Hochstift Paderborn (Welda), Fürstentum Waldeck (Hörle) und Herzogtum Westfalen, welches später Kurhessen (Volkmarsen) wurde. Die Dreiländergrenze verlief auf dem Iberg.
Frühgeschichte Einige prähistorische Funde auf dem Iberg sind belegt. Einige Hügelgräber befinden sich auf den Anhöhen. Der ursprüngliche Ort Altwelda wurde vermutlich ab 500 n. Chr. besiedelt. Er befindet sich am Fuße des Weldaer Bergs, südlich der heutigen Autobahnabfahrt. Diese Siedlung ist um 1350 wüst gefallen.
Mittelalter Das Gebiet um Welda bzw. Warburg wurde um 776 christianisiert.
Welda wird als das Dorf Wellethi in den sogenannten Corveyer Traditionen, dem Güterregister des Klosters Corvey, im Jahre 836 und im gleichen Zeitraum als Welisi im Codex Eberhardi erwähnt. Um 876 war der Konradiner Graf Berengar Grundherr in Welda. Der Ort lag damals im sächsischen Hessengau.
Im Jahre 1010 fiel Welda an das Bistum Paderborn. Im Jahre 1188 wird erstmals das Adelsgeschlecht derer von Welda (Wellede) als örtliche Grundherren von Welda erwähnt. Welda gehörte seitdem zur weltlichen Herrschaft des Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Hochstift Paderborn im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis gehörig.
Zwischen 1200 und 1250 wurde die St.-Kilians-Kirche in Kirchwelda (Neuwelda) erbaut, unweit des Hörler Baches und der Twiste. Der Patronatsname deutet auf eine Missionierung des Gebietes vom Bistum Würzburg aus, wahrscheinlich vor 774, d. h. vor der Christianisierung Warburgs. Welda gehörte zum Bistum Paderborn, während die Nachbarorte Wormeln und Volkmarsen (bis zur Reformation) zum Erzbistum Mainz gehörten. Bistumsgrenze war die Twiste. Als erster Priester ist Johann von Wellethe überliefert. Eine ältere Kirche (wahrscheinlich aus Holz) wird in Alt-Welda oder Oberwelda, unterhalb des Weldaer Berges, vermutet. Um 1231 erhielt der Domkantor die Aufsicht über Welda; die Ortschaften Ammenhausen und Dehausen gehörten zur Mutterkirche Welda. Godschalk von Wellethe schenkte einem Untertanen die Freiheit. Das Kloster Corvey berichtet über den Gutsbesitzer zu Welda, den Thethard von Wellede.
Zwischen 1265 und 1266 wirkten die Herren von Wellede mit beim Landfrieden zwischen dem Bischof von Paderborn und Landgraf Heinrich I. von Hessen. Kercwelede (Kirchwelda) wird erstmals 1291 genannt. Alt-Welda wird 1309 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Zwischen 1347 und 1352 wütete die Pest in Welda. Im Jahre 1380 war Ritter Albert Kirchenpatron zu Welda. Im Lehnsregister des Damenstifts Heerse des Jahres 1403 wird zwischen Ober- und Unterwelda unterschieden.
Im Jahre 1469 erlosch das Geschlecht von Wellede im Mannesstamm. In der Folge wurde der Geheime Rat Gottschalk von Haxthausen, weiße Linie, mit dem Welledeschen Lehen des Hochstifts Paderborn, insbesondere den Burglehen auf der Burg Warburg und dem Dorf Welda, jeweils mit den zugehörigen Kötterstätten, belehnt. Um 1486 ließ er am Hörler Bach eine Mühle errichten.
Name Für den heutigen Ortsnamen Welda gibt es folgende historische Bezeichnungen: Wellede, Welde, Kerkwellede.
Frühe Neuzeit und Neuzeit 16. Jahrhundert mini|hochkant|Bruno Hake – Quellen zur Geschichte des Dorfes Welda Teil I – bis 1899 In der Zeit der Reformation tendierten die Ritter von Haxthausen, wie viele andere Adelsfamilien im Hochstift, zur neuen Konfession. Die von Haxthausen besaßen das Kirchenpatronat der Ortskirche St. Kilian und hatten somit das Vorschlagsrecht bei der Neubesetzung des örtlichen Pfarrers, welcher aber vom Bischof von Paderborn bestätigt werden musste. Der Pfarrer schien aber bei der Anhörung des für das Archidiakonat zuständigen Domkantors katholisch.Alois Schröer: Die Reformation in Westfalen, Bd. 1: Die westfälische Reformation im Rahmen der Reichs- und Kirchengeschichte. Die weltlichen Territorien und die privilegierten Stände. Die zweite Reformation. Ergebnisse. Aschendorff, Münster 1979, ISBN 3-402-03981-8.