mini|hochkant|Pascal Ory (2014) Pascal Ory (* 31. Juli 1948 in Fougères, Département Ille-et-Vilaine) ist ein französischer Historiker für Zeitgeschichte. Er ist Universitätsprofessor an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne und seit 2021 Mitglied der Académie française.
Leben
Pascal Ory wurde im bretonischen Fougères als Sohn eines Journalisten geboren. Er studierte Geschichte bei Jean Delumeau in Rennes und René Rémond in Nanterre. Nach einem Lehramtsreferendariat (1970–1972) und einer Tätigkeit als Assistent an der (1972–1973) war er von 1973 bis 1976 beim CNRS und Stipendiat der Fondation Thiers am Institut de France. Von 1976 bis 1979 arbeitete er als Mittelschullehrer an einem Collège.
1976 wurde er an der Elitehochschule und verblieb bis 1998 in dieser Funktion. An der Universität Paris-Nanterre hatte er von 1979 bis 1991 eine Position als Assistent für Zeitgeschichte inne. Zudem war er Lehrbeauftragter am (1987 bis 1992) und der Universität Paris-Dauphine (1991 bis 1995). Seit 1995 ist Ory an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Ehess). Von 1991 bis 1998 war er Universitätsprofessor an der Universität Versailles, seit 1997 ist er es an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne.
Leistungen
Wissenschaftliche Tätigkeit
Ein bedeutender Teil von Orys wissenschaftlichem Werk behandelt die französische Geschichte der 1930er und 1940er Jahre, das heißt die Zeit des sowie der deutschen Besatzung, des Vichy-Regimes und der Kollaboration im Zweiten Weltkrieg. Ory befasst sich aber auch mit zahlreichen Aspekten der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Kultur und Medien
Als Liebhaber des frankobelgischen Comics führt er in der Literaturzeitschrift eine Rubrik zu diesem Thema; ebenso ist er Vorsitzender der Jury des (Preis für historische Comics) des von Jack Lang gegründeten Geschichtsfestivals .
Seit 1977 moderierte er im Radiosender eine Sendung zu aktuellen Themen. Auf derselben Station wurde auch ein 1983 von ihm geschriebenes Theaterstück mit dem Titel ausgestrahlt, in dem er den Mai 1968 thematisiert. Seit 1982 war er für das Fernsehen als Berater für historische Fragen tätig.
Seit Dezember 2021 ist Ory Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der französischen Nationalbibliothek. Im Februar 2025 wurde sein Mandat erneuert..
Politik
Von 1991 bis 1993 war er im Kabinett des Staatssekretärs für Großprojekte als tätig, von 1995 bis 2001 als stellvertretender Bürgermeister von Chartres unter den Bürgermeistern Georges Lemoine und anschließend Jean-Louis Guillain (beide PS). 2011 wurde er in die wissenschaftliche Kommission des vom damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy geplanten, unter Historikern umstrittenen und schließlich nicht realisierten historischen Museums () berufen.
Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)
Ory ist Ritter der Ehrenlegion und des sowie Offizier des . 2018 wurde ihm für Peuple souverain. De la révolution populaire à la radicalité populiste und für sein Gesamtwerk der Grand Prix Gobert zugesprochen. Am 4. März 2021 wurde Ory als Nachfolger von François Weyergans (Fauteuil 32) in die Académie française aufgenommen.
Werke (Auswahl)
La Revue blanche. Histoire, anthologie, portraits, (mit Olivier Barrot), Paris, U.G.E. 10/18, 1989; durchgesehene und erweiterte Auflage, Paris, U.G.E. 10/18, 1994, ISBN 2-264-00168-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Zeithistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Paris I Panthéon-Sorbonne) Kategorie:Hochschullehrer (Institut d’études politiques) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Paris-Nanterre) Kategorie:Mitglied der Académie française Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Komtur) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann