Thank You for Bombing (auch Good Morning Kabul) ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2015 von Barbara Eder. Die Premiere erfolgte am 11. September 2015 am 40. Toronto International Film Festival.Filmfonds Wien: Thank You For Bombing. Abgerufen am 4. November 2016. Beim Zurich Film Festival lief der Film im September 2015 in der Wettbewerbssektion Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich und wurde als bester Spielfilm ausgezeichnet. In Österreich wurde der Film im März 2016 auf der Diagonale in Graz gezeigt.

Handlung Der Film behandelt das Thema der Kriegsberichterstattung anhand dreier Handlungsstränge mit drei fiktiven internationalen Fernsehjournalisten, die lose miteinander verbunden sind. Den gemeinsamen Hintergrund bildet die Verbrennung von Bänden des Koran in Afghanistan im Februar 2012.

Der österreichische Kriegsberichterstatter Ewald lieferte jahrelang Bilder von Terror und Krieg auf die Fernsehbildschirme, unter anderem 1992 vom Bosnienkrieg, wo sein Team angegriffen wurde und sein Kameramann ums Leben kam. Ewald ist seitdem ein psychisches Wrack. Trotzdem erhält er vom Chefredakteur den Auftrag, nach Kabul zu fliegen. Am Flughafen Wien-Schwechat glaubt er, den Mörder seines Kameramanns wiederzuerkennen.

Die junge, aufstrebende und attraktive US-Reporterin Lana ist bereits in Afghanistan vor Ort, wird allerdings von ihren Kollegen als Frau nicht ernst genommen und etwa während eines Liveeinstiegs in Kabul begrapscht. Sie erhofft sich eine große Karriere, indem sie zwei US-Soldaten ausforschen möchte, die mehrere Koranausgaben verbrannt haben sollen. Die beiden möchten von ihr für ein Interview jedoch Sex.

Von Nachrichtenreporter Cal, einem abgebrühten und irren Adrenalin-Junkie, werden spektakuläre Bilder erwartet. Wenn es nicht genügend „Sehenswertes“ zu filmen gibt, hat er auch kein Problem damit, Szenen selbst zu inszenieren. Nachdem er in Kabul vergeblich auf einen Volksaufstand gegen die US-Truppen wartet, ist er bereit, selbst die Taliban zu besuchen und dabei sein Leben aufs Spiel zu setzen.derStandard.at - "Thank You For Bombing": Der schmale Grat des Grauens. Artikel vom 21. März 2016, abgerufen am 4. November 2016.

Produktion Die Dreharbeiten fanden von Oktober 2013 bis Jänner 2014 in Wien, Jordanien und Kabul statt. Unterstützt wurde der Film vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien und von Filmstandort Austria, beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von Lotus Film. Für den Ton zeichneten Atanas Tcholakov und Alexander Koller verantwortlich, für das Kostümbild Christine Ludwig und für das Szenenbild Maria Gruber. Neben Deutsch und Englisch wird im Film Serbokroatisch, Paschtu und Dari gesprochen.Thank You for Bombing - Archiv - Zurich Film Festival. Abgerufen am 4. November 2016.

Barbara Eder konzipierte den Film ursprünglich als Dokumentation. Im Zuge einer einjährigen Recherche in Beirut, an der libanesisch-syrischen Grenze sowie in Afghanistan machte sie Bekanntschaften mit in Kriegsgebieten tätigen Reportern und Fotografen. Anschließend kam sie zum Schluss, die Erlebnisse in einem fiktiven Kontext verarbeiten zu müssen, um den Krisenberichterstattern nicht beruflich zu schaden.film.at: Thank You for Bombing. Abgerufen am 4. November 2016.orf.at - Diagonale: Ein Bombenfilm über Journalismus. Artikel vom 12. März 2016, abgerufen am 4. November 2016.

Im Oktober 2016 wurde der Film auf DVD, Blu-ray und als Video-on-Demand veröffentlicht.Die Anatomie des Krieges: Episodenfilm "Thank You For Bombing" ab 28. Oktober im Handel. Artikel vom 20. Oktober 2016, abgerufen am 4. November 2016.

Auszeichnungen mini|Barbara Eder beim Öster­reichischen Film­preis 2017 2015: Zurich Film Festival – bester Film der Kategorie Fokus Schweiz, Deutschland, ÖsterreichPreisträger - Zurich Film Festival 2015. Abgerufen am 4. November 2016. 2016: Diagonale – Diagonale-Schauspielpreis an Erwin SteinhauerderStandard.at - Diagonale: Verjüngt, verlinkt und abwechslungsreich. Artikel vom 12. März 2016, abgerufen am 4. November 2016. 2016: Diagonale – Preis Innovative Produktionsleistung der Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien (VAM) an Lotus Film 2016: Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern – Hauptpreis Der Fliegende Ochse an Barbara Eder 2016: Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern – Preis der Jury der deutschsprachigen Filmkritik in der FIPRESCI an Barbara Eder. Abgerufen am 27. Oktober 2016. 2016: Schnitt-Preis an Monika Willi und Claudia Linzerfilmportal.de: Die Schnitt Preis Gewinner 2016. Artikel vom 25. Oktober 2016, abgerufen am 4. November 2016. 2016: Wiener Filmpreis im Rahmen der Viennale – bester SpielfilmderStandard.at - Viennale: Höhere Auslastung, Filmpreis an Barbara Eder. Artikel vom 2. November 2016, abgerufen am 4. November 2016. 2017: Österreichischer Filmpreis 2017 Auszeichnungen in den Kategorien Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Schnitt Nominierungen in den Kategorien Beste weibliche Hauptrolle (Manon Kahle), Beste männliche Hauptrolle (Raphael von Bargen), Bestes Kostümbild (Christine Ludwig) und Beste Maske (Helene Lang). Abgerufen am 14. Dezember 2016.. Abgerufen am 2. Februar 2017.

Rezeption Das Kinomagazin Skip schrieb: „Thank you for bombing wirft einen glasklaren Blick auf das zynische Geschäft der Kriegsberichterstattung: Ein Film, der deutlich macht, wie schwer unabhängiger Krisenjournalismus umzusetzen ist.“skip - Thank you for bombing . Abgerufen am 4. November 2016. Auf der Viennale 2016 wurde der Film als bester Spielfilm mit dem Wiener Filmpreis ausgezeichnet, mit der Begründung der Jury, dass der Film vor allem medien- und gesellschaftsanalytische Fragen aufwerfe und zur Reflexion über die Unterscheidung zwischen echter Information und propagandistischer Desinformation beitrage.Kleine Zeitung: Wiener Filmpreise gehen an Barbara Eder und Sigmund Steiner. Artikel vom 2. November 2016, abgerufen am 4. November 2016.

DerStandard.at urteilte: „Dass die einzelnen Erzählungen mitunter selbst einen reißerischen Ton anschlagen, mag auf den ersten Blick unangenehm verstören, erfüllt aber seinen Zweck. Denn ausgerechnet in seinen dramatisch zugespitzten Momenten vermittelt dieser Film am eindringlichsten das Gefühl der unmittelbaren Zeugenschaft. Auch wenn man dann vielleicht lieber wegsehen würde.“ Und Simon Hadler schrieb auf Orf.at: „Kriegsreporter wissen, dass es starke Geschichten braucht - leise Töne werden nicht gehört. Auch Eder weiß das.“

Weblinks

Offizielle Website Thank You for Bombing auf lotus-film.at Thank You for Bombing auf filmladen.at

Einzelnachweise

Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:Afghanistankrieg im Film