Rosa, Rosé oder Rosarot ist eine helle, mehr oder wenig rötliche Körperfarbe, eine Mischfarbe aus viel Weiß und weniger Rot.

Als Lichtfarbe, also für eine Rosabeleuchtung, sind besondere Voraussetzungen nötig, weil nur geringe Buntheit erforderlich ist. Im HSV-Farbraum liegen die Rosatöne bei etwa 330 Grad Färbung, wenn der Hellwert V sehr hoch ist. Die erreichbare Sättigung der Rosatöne ist dadurch begrenzt.

Etymologie mini|hochkant|Hundsrose (Rosa canina)

Der Duden verwendet die Umschreibung: und gibt als Synonyme: blassrot, fleischfarben, pink, rosafarben, rosafarbig, rosarot, rosé, rosig, rötlich, schweinchenrosa, zartrosa und in der Kunstwissenschaft, sonst veraltet: Inkarnat.

Für die Bezeichnung des Farbtons der in Europa einheimischen Wildrosen und vieler Alter Rosen standen im mittelhochdeutschen die Wörter rōse(n)var, rœselvar, rōsīn, rōse(n)rōt und rōsic zur Verfügung. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die neuhochdeutschen Entsprechungen (rosenfarb, rosenfarbig, rosenrot, rosig) erheblich weniger genutzt. Stattdessen verwendete man den lateinischen Blumennamen rosa (‚Rose, Edelrose‘), der schon im frühen 18. Jahrhundert als Benennung der Farbe ins Deutsche übernommen worden war.William Jervis Jones: Historisches Lexikon deutscher Farbbezeichnungen. De Gruyter, 2013, 3308 Seiten. . ISBN 978-3-05-005953-2, als E-Book ISBN 978-3-05-006322-5. Für übernommene Farbwörter typisch ist die Flexion unsicher. Zunächst wurde es nur in Zusammensetzungen wie „Rosaband“, „Rosakleid“, „Rosatuch“ verwendet. In der Gegenwart wird es prädikativ und in der Umgangssprache auch attributiv als Adjektiv verwendet.Caroline Kaufmann: Zur Semantik der Farbadjektive rosa, pink und rot. (PDF; 1,8 MB). Dissertation für den Doktor der Psychologie, Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0652-8. So ist zunehmend neben ‚das rosafarbene Kleid‘ auch ‚das rosane Kleid‘ im Gebrauch.

In vielen europäischen Sprachen leitet sich der Name dieser Farbe ebenfalls von der Rose ab. Die Entsprechungen lauten im Französischen: rose, rosé und rosâtre; im Spanischen: rosa, rosado, oder color de rosa (= rosenfarben); im Portugiesischen: cor-de-rosa, rosa, rosado, rosáceo; im Italienischen: rosa; im Niederländischen: roze; im Schwedischen und Norwegischen: rosa; im Ungarischen: rózsaszín; im Polnischen: różowy.

mini|hochkant=0.6|Alpennelke (Dianthus alpinus)

Die englische Übersetzung für rosa ist pink. Auch dies ist der Name einer Blume: der Nelke. Im Deutschen meint man mit „pink“ meistens nur einen sehr kräftigen, leuchtenden und meist blaustichigen Ton von Mittel- oder Dunkelrosa, der etwa dem Farbton shocking pink entspricht (übersetzt: „grelles Rosa“).Eine Darstellung in Farbkoordinaten ist: #FC0FC0, rgb=[252; 15; 192], HSB=[315; 94; 99], CMYK=[10; 87;0;0] Dieser wurde im 20. Jahrhundert von der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli eingeführt.Shocking Pink (englisch). Dagegen meint man im Englischen mit pink die gesamte Palette von Rosatönen von zartrosa bis hin zum grellen shocking pink.

Von den mit dem Namen pink verknüpften Farbmustern des „World Wide Web Consortium“ (W3C) entsprechen dem deutschen Farbverständnis von „Rosa“ am ehesten die Töne Pale Pink, Light Pink, Pink und Medium Pink, während man die kräftigeren Farbtöne Deep Pink, Hot Pink und Dark Pink eventuell auch im Deutschen als „Pink“ bezeichnen würde, obwohl sie teilweise nicht so blau- oder lilastichig sind wie shocking pink (oder Magenta).

Farbenlehre

mini|hochkant|Eine rosafarbene Akeleiblüte

Die Nuance „Rosa“ gehört zum Purpur-Bereich, denn es werden L- als auch die S-Zapfen erregt. Durch den hellen Ton sind auch M-Zapfen erregt. Die Komplementärfarbe ist ein helles bis blasses Grün. Typisch für die Farbbezeichnung Rosa ist der helle Bereich: der als hoher Weißanteil oder große Helligkeit zu verstehen ist, wobei die Sättigung auch hoch sein kann.

Rosa ist ein Farbbereich. #FFC0CB lässt sich in RGB mit [r=255, g=192, b=203], in CMYK mit [c=0, m=25, y=20, k=0] oder in HSV mit [h=350, s= 25, v= 100] beschreiben. Als klassisches Rosa wird meist #FBCCE7 angesehen: RGB: [r=251, g=204, b=231], in CMYK mit [c=0, m=19, y=8, k=2] oder in HSV mit [h=326, s=19, v=98]. Ein trübes Rosa entsprechend mit #FFE4E1, in RGB als [r=255, g=228, b=225].

Die Palette von Rosatönen ist ein Kontinuum, das von einem fast weißen Blassrosa und zartrosa über mittelhelle Nuancen bis zu dunklem Rosa oder Rosarot reicht. Durch geringe Beimischung anderer Töne entstehen weitere Abstufungen, auf der einen Seite gibt es kühlere und härtere blau- oder lila-stichige Rosatöne – bis zu 'Pink' (siehe oben), Mauve und an die Grenze zu hellem Magenta; auf der anderen Seite wärmere und weichere Töne, die einen leichten Gelb-, Beige- oder Ockerstich haben, bis hin zu Lachsrosa, das eine blass-orange Tendenz hat. Die Grenzen zu anderen Farbbereichen sind fließend. Altrosa ist ein feiner, etwas dunklerer, mit wenig Grau (und eventuell auch Braun oder Beige) gebrochener Rosaton.

Verschiedene Farbnuancen sind:

altrosa (ein gebrochenes Rosa, mit leichter Beimischung von Grau) blassrosa dunkelrosa hell- oder lichtrosa himbeerrosa karminrosa (leicht blaustichig, eher mittel oder dunkel) lachsrosa (leicht gelb- oder orangestichig) muschelrosa perl- oder perlmuttrosa (sehr heller, edler Ton) puderrosa (Hautton mit Beige- oder Ockerstich) zartrosa

Ob es sich bei Bezeichnungen wie babyrosa, schweinchenrosa oder kitschrosa tatsächlich um klar identifizierbare Farben handelt, oder eher um (negativ) wertende Begriffe, ist nicht eindeutig zu bestimmen.

Natürliches Vorkommen mini|Japanische Blütenkirsche (Prunus serrulata), Jardin des plantes, Paris

Im Pflanzenreich kommen Rosatöne häufig vor. Bei den sogenannten alten Rosen, also Rosensorten, die bereits vor 1867 bekannt waren, wie Damaszenerrosen, Zentifolien, Moosrosen oder Albarosen, sind Zartrosa, Rosa und Rosarot die häufigsten Farben neben Weiß und Purpur (echtes Karminrot existierte bei europäischen Rosen bis ins 19. Jahrhundert noch nicht). Andere Blumen, die in Rosavariationen vorkommen, sind die bereits erwähnten Nelken, sowie Pfingstrosen, Malven, Kamelien, Hibiskus, Sonnenhut (Echinacea), Gladiolen, Dahlien, Lilien, Seerosen und viele andere. Ein Meer von rosa Blüten gibt es im Frühjahr bei der auch in Mitteleuropa beliebten Japanischen Blütenkirsche und bei der für ihre Schönheit bekannten Mandelblüte. Auch einige Obstbäume blühen (meist zart-)rosa, wie Apfel-, Quitten-, Pflaumen- und Pfirsichbäume.

Die sogenannte Punktblume (Hypoestes phyllostachya) besitzt rosa gesprenkeltes Blattwerk, und die Früchte des Javaapfels sind rosa.

Im Tierreich ist Rosa seltener. Einige Vögel mit rosigem Gefieder, wie der Inkakakadu, der Rosalöffler und der Flamingo, wirken besonders edel. Als sprichwörtlich hässlich gilt dagegen das Rosa mancher Hausschweine.

Auch im Reich der Steine und Mineralien kommt die Farbe vor, unter anderem bei Rosenquarz, rosa Diamanten, Rhodochrosit, Granit, Marmor und Sandstein.

Bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang leuchten Himmel oder Wolken zeitweise in Rosatönen.

Architektur mini|Dogenpalast von Venedig mini|Detail der Fassaden des Grand Trianon

Im Südwesten Deutschlands wurde oft mit rosa Sandstein gebaut, da es dort natürliche Vorkommen gibt. Zu den bedeutendsten Architekturen zählen die Schlösser von Heidelberg, Rastatt, Mannheim und Aschaffenburg, sowie im religiösen Bereich der Kaiserdom und die Paulskirche in Frankfurt, das Münster von Freiburg, und auch das Straßburger Münster im Elsass.

Die Fassaden des Dogenpalastes von Venedig sind mit einem Muster aus edlem weißem und rosarotem Marmor verkleidet und wirken von Weitem im Gesamteindruck zartrosa. Im Barock wurde gerne rosa oder rötlicher Marmor verwendet, meistens im Inneren. Eine Ausnahme ist das Grand Trianon bei Versailles, dessen goldfarbene Sandsteinfassaden reichlich mit rosa Marmor-Pilastern und Säulen dekoriert sind. Beispiele für Raumschöpfungen, die stark von der Farbe Rosa dominiert werden, sind die Kirchen Gesù Nuovo und Santa Maria del Carmine in Neapel, oder die Stiftskirche Wilhering bei Linz.

Ein Beispiel aus der Moderne ist die von Friedrich Hundertwasser entworfene Grüne Zitadelle von Magdeburg, deren Fassaden trotz ihres Namens teilweise rosa sind.

In der indischen Architektur wurde ebenfalls manchmal rosa oder rötlicher Sandstein verwendet. Zu den rosa Bauwerken Indiens zählen der Mukteswar-Tempel in Bhubaneswar (Odisha) und der 1010 vollendete Brihadeshvara-Tempel in Thanjavur (Tamil Nadu), der als Höhepunkt der Vimana-Baukunst gilt. Das um 1570 vollendete Humayun-Mausoleum in Delhi gehört zur Mogul-Architektur und ist mit rosa Sandstein und weißem Marmor dekoriert. Die Altstadt von Jaipur mit dem Hawa Mahal („Palast der Winde“) ist als „rosa Stadt“ bekannt, aber die dort verwendete Farbe ist recht dunkel und tendiert mehr nach ziegelrot.

Symbolik Allgemein Laut den Ergebnissen einer von Eva Heller in ihrem Buch Wie Farben wirken (1989)Eva Heller: Wie Farben wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989, ISBN 978-3-499-61960-1. veröffentlichten Befragung von erwachsenen Deutschen wurden mit der Farbe Rosa vor allem Lieblichkeit, Weichheit, Zartheit, Zärtlichkeit und Sanftheit assoziiert.Ergebnisse von Eva Hellers Untersuchung auf metacolor.de (Abruf am 21. Februar 2020) Für etwa 38 bis 43 % der Befragten ist Rosa auch süß, schwärmerisch, träumerisch, romantisch und sensibel. Mehr als 40 % hielten die Farbe auch für typisch weiblich oder kindlich, und mehr als 30 % verbinden mit der Farbe Naivität oder Kleinheit. Relativ wichtig war es auch bei den Farbassoziationen zu Milde, Charme und Höflichkeit.

Der Farbton wird auch im Sinne von „optimistisch, erfreulich, positiv“ genutzt; diese Deutung geht auf „rosig“ beziehungsweise „rosarot“ zurück. Wendungen mit dieser Bedeutung sind „rosige Zeiten erleben“ oder „ihm geht es nicht gerade rosig“ oder „Die Zukunft in einem rosigen Licht sehen“. Eine negative Steigerung dieser Bedeutung im Sinne von „unrealistisch, verklärend“ sind die Ausdrücke „alles durch eine rosarote Brille sehen“ oder „für sie ist die Welt rosarot“.

In der Licht- und Farbtherapie Aura-Soma und in der Esoterik symbolisiert Rosa (engl. „Pink“) bedingungslose Liebe und Fürsorge oder die Sehnsucht danach.Irene Dalichow, Mike Booth: Aura Soma – Heilung durch Farbe, Pflanzen- und Edelsteinenergie. Knaur/MensSana, München 2003, S. 103 f. Dabei wird die Farbe zwar grundsätzlich als durch Licht aufgehelltes Rot verstanden, aber ohne dessen aggressive Komponenten, und zugleich ist es die einzige Pastellfarbe, die eine eigenständige Bedeutung besitzt.

Christentum mini|Auf Ambrogio Lorenzettis Maestà (ca. 1335; Detail) in Massa Marittima trägt das Jesuskind ein rosenfarbenes Gewand. Es gibt jedoch auch viele Darstellungen in anderen Farben, besonders in Rot, Weiß, Gelb oder Gold. Ab dem 15. Jahrhundert wurde es meist nackt gemalt oder nur mit einem weißen Schleier umhüllt. mini|hochkant|Rosa Kasel, Art déco