Wilhelm Olshausen (* 22. Mai 1798 in Oldesloe; † 5. November 1835 in Schleswig) war ein deutscher Lehrer und Schulleiter.
Leben Wilhelm Olshausen war der zweite Sohn des Superintendenten Detlev Olshausen. Hermann Olshausen, Theodor Olshausen und Justus Olshausen sind seine Brüder. Er besuchte zunächst die Gelehrtenschule in Glückstadt und wechselte 1814 an das Christianeum in Altona, später an das Johanneum in unter Johann Gottfried Gurlitt in Hamburg.Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1829 bis Mitte 1866, Bd. 2, Akademische Buchhandlung, Kiel 1868, S. 148 (Web-Ressource). Olshausen studierte ab 1816 an der Universität Kiel und dann an der neuen Universität Berlin Theologie und Philologie. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Kieler Burschenschaft.Walter Nissen: Eine Wanderfahrt zum ersten Wartburgfest. Das Tagebuch des Kieler Burschenschafters Wilhelm Olshausen aus dem Jahr 1817. In: Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, Band 2: Männer und Zeiten des Vormärz (Beiträge zum Verständnis der deutschen Einheitsbewegung im 19. Jahrhundert.), hrsg. von Paul Wentzcke, Heidelberg 1959, S. 67–100.Und sagen das Wahre und Rechte laut in FAZ vom 12. Oktober 2017, Seiten R1 und R2 Zusammen mit Carl Friedrich Heiberg verfasste er Gedichte für das Wartburgfest (1817).Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 2: F–H. Winter, Heidelberg 1999, ISBN 3-8253-0809-X, S. 274. Zum Ende des Studiums wandte er sich ganz der Philologie zu. Im Kieler Philologischen Seminar unter Karl Friedrich Heinrich wurden zwei seiner Arbeiten mit dem Schassianischen StipendiumDas Schassianum war eine 1675 letztwillig errichtete Stiftung des Niederländers Samuel Schaß, eines Alumnus der Kieler Universität. Es wurde aus Mitteln des Legats des Geheimen Rates Johann Adolph Kielmann von Kielmannsegg aufgestockt; Rudolf Usinger: Das Schassianum, Kiel 1873 ausgezeichnet. Nach einer Tätigkeit als Hauslehrer bei Landrat Ernst Carl von Ahlefeldt auf Gut Olpenitz wurde er 1821 Konrektor der Domschule Schleswig und am 28. April 1835 deren Rektor, verstarb aber in diesem Jahr im Alter von 37 Jahren.
Familie Wilhelm Olshausen war verheiratet. Sein Sohn Hermann Joseph Friedrich Karl Olshausen studierte ebenfalls Theologie und wurde Pastor in Günthersdorf, Landkreis Grünberg in Preußisch-Schlesien. Er heiratete am 25. November 1856 in Schwarzenbek Olga Caroline Sophia, geb. Seestern-Pauly.Vgl. die bei FamilySearch ausgewertete und dort als Digitalisat zugängliche Ehestands-Urkunde (Web-Ressource, nach Anmeldung entgeltfrei zugänglich).
Schriften Ciceronis de officiis, cum brevi notatione critica, 1823 Ciceronis de oratore, 1825, Schulausgaben. Aufsätze von ihm erschienen in Seebode’s krit. Bibliothek 1825 und 1827 und den Schulprogrammen der Domschule Schleswig: Lectionum Theocritearum particula, 1826 Ex familiari interpretatione Antigones, 1828 Apophoreta Euripidea. 1832 Er bearbeitete die 4. Auflage (1827) des von seinem Vater übernommenen Werks Leitfaden zum ersten Unterricht in der Geographie.
Literatur Wilhelm Olshausen in: Neuer Nekrolog der Deutschen, 13. Jahrgang, 2. Teil, 1837, S. 946 ff. Nr. 280
Einzelnachweise
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