Wityny () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck).
Geographische Lage Wityny liegt am Südufer des Wittinner Sees (, auch Jezioro Jachimowo) im Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, drei Kilometer nördlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).
Geschichte Bereits vor 1532 wurde die spätere Domäne Wittinnen (vor 1785: Untinien) gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wittinnen. Im Jahre 1874 wurde der Ort in den neu errichteten Amtsbezirk Schedlisken () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Schedlisken/Sonnau, der – 1938 in „Amtsbezirk Sonnau“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1905 zählte Wittinnen 88 EinwohnerWittinnen (Landkreis Lyck).
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Wittinnen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Wittinnen stimmten 40 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 88
Am 1. November 1928 gab der Gutsbezirk Wittinnen seine Eigenständigkeit auf und schloss sich mit den Nachbarorten Oratzen, Szameyten und Milchbude zur neuen Landgemeinde Wittenwalde () zusammen.
In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen, wurde wieder verselbständigt und erhielt die polnische Namensform „Wityny“. Heute ist der Ort in das Schulzenamt () Oracze einbezogen und damit eine Ortschaft im Verbund der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seitdem der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Kirche Bis 1945 war Wittinnen in die Evangelische Pfarrkirche LyckWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 494 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische St.-Adalbert-Kirche in Lyck im Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Wityny zur katholischen Pfarrei Straduny im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz () in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Wityny liegt östlich der polnischen Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) und ist über eine Stichstraße zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Ełk (Landgemeinde)