Karl Gustav von Rudloff, auch Carl Gustav von Rudloff (* 20. November 1782 in SchwerinKirchenbuch Schwerin (Schloss): Taufeintrag Nr. 44/1782. Der Kirchenbucheintrag beurkundet nur das Datum seiner Taufe (23. November 1782) sowie die Namen seiner Eltern und seiner vier Taufpaten.; † 19. November 1871Die Angabe 1872 in ADB (Lit.) und ihr folgend der GND ist falsch; siehe auch die Todesmeldung in Theologisk tidskrift 2-(Jahrgang 1872), Verlagsbüro, Kopenhagen 1872, S. 72.Vgl. Lebenslauf des verwitweten Bruders Carl Gustav von Rudloff, heimgegangen in Nisky am 19. November 1871. in Niesky) war ein deutscher Militärjurist und preußischer Generalmajor. Er war von der Nobilitierung seines Vaters 1817 mitbetroffen.

Leben Er war ein Sohn des später geadelten Regierungsbeamten Friedrich August Rudloff (1751–1822) und dessen Ehefrau Christiane, geborene Loeper, gen. von Gröning (1755–1827). Die bürgerlichen Vorfahren stammten aus Thüringen.

Rudloff studierte ab Ostern 1801 Rechtswissenschaften an den Universitäten RostockEintrag im Rostocker Matrikelportal., Göttingen und Helmstedt. Nach Abschluss seines Studiums trat er 1806 in den Staatsdienst des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin und wurde 1808 Regierungssekretär in Schwerin. In Schwerin war er 1809 Mitstifter der Freimaurerloge Harpokrates zur Morgenröthe; 1823 wurde er Mitglied der Provinzialloge.

Am 1. September 1811 trat er als Sekondeleutnant in das anhaltische Füsilier-Bataillon ein und nahm im Jahr darauf an der Seite Frankreichs während des Feldzuges gegen Russland an den Gefechten bei Wilna und Kowno teil. Im Februar 1813 ging Rudloff als Premierleutnant in die Russisch-Deutschen Legion. Er kämpfte in den Befreiungskriegen an der Göhrde und bei Sehestedt. Seine Leistungen wurden durch die Verleihung des Ordens der Heiligen Anna III. Klasse sowie des Ordens des Heiligen Wladimir IV. Klasse gewürdigt. Mit seiner Beförderung zum Kapitän kam er in die Adjutantur.

Nach der Demobilisierung wurde Rudloff im Dezember 1816 als Kapitän in die Preußische Armee übernommen und im 8. Infanterie-Regiment (genannt Leib-Infanterie-Regiment) angestellt. Mitte März 1819 versetzte man ihn zu den Offizieren von der Armee und kommandierte Rudloff zur Dienstleistung beim Kriegsministerium. Als Spezialist für Militärrecht gehörte er 1836 der Immediat-Kommission zur Revision der Militärgesetze an. Bis August 1841 avancierte Rudloff zum Oberst. Am 13. März 1847 wurde er unter Verleihung des Charakters als Generalmajor mit Pension zur Disposition gestellt.

Rudloff war sehr an theologischen Fragen interessiert und gesellschaftlich engagiert. Ende 1826 regte er die Gründung des Berliner Vereins zur Besserung der Strafgefangenen an.C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley. 42 (1901), Berlin 1901, S. 234. Am 18. Januar 1831 erhielt er den Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden.Militär-Wochenblatt. Nr. 762, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin vom 29. Januar 1831, S. 4430.

Von 1844 bis 1847 gehörte er dem Direktorium der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft in Berlin an.Uta Motschmann: Handbuch der Berliner Vereine und Gesellschaften 1786–1815. Auflage-Online-Ressource, de Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-038093-4, doi:10.1515/9783050094533-005, S. 234. Er wurde Mitglied der Historisch-theologischen Gesellschaft in Leipzig sowie der Herrnhuter Brüdergemeine und verbrachte seinen langen Lebensabend in deren Siedlung in Niesky. Durch seine langjährige Mitgliedschaft war er ab 1852 dann EhrenritterJohanniterorden (Hrsg.): Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. . Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 24. des durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. wieder neu belebten Johanniterorden.

Seit dem 18. Januar 1820 war er verheiratet mit Hypolite, geborene von Albedyll (1799–1861), TochterGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 3. des Kammerherrn Christian Heinrich Ludwig von AlbedyllMarcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 2, Hrsg. Königliches Herolds-Amt, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893, S. 7. und der Henriette Friedrike Gräfin von Taube. Die zuletzt lebenden genealogischen Nachfahren waren u. a. die der Familie des Regierungsrates Otto von Rudloff (1820–1890) und dessen Kinder.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 33, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 439 f.

Schriften Handbuch des Preußischen Militairrechts, oder Darstellung der im Preußischen Heere bestehenden Grundsätze über militairische Rechts- und Polizei-Verhältnisse, Disciplin und Justizverwaltung. 3 Bände, Verlag Rücker, Berlin 1826–1835.Rezension der bis dahin zweibändigen Ausgabe 1830, In: Allgemeine Literatur-Zeitung. Halle a. S. Mai 1831. Digitalisat von Band 1, 1826 Bayerische Staatsbibliothek (ff. BSB) Digitalisat von Band 2, BSB Digitalisat von Band 3, 1835, BSB Geschichte der Reformation in Schottland: mit besonderer Berücksichtigung der in ihr sich offenbarenden Kraft christlichen Glaubens im Leben, Kämpfen und Leiden. 2 Bände Berlin: Thome 1847–1849, 2. Auflage, Wiegandt & Grieben Berlin 1854. Digitalisat von Band 1, BSB Digitalisat von Band 2, BSB Die Lehre vom Menschen nach Geist, Seele und Leib, sowohl während des Erdenlebens, als nach seinem Abscheiden aus demselben: Begründet auf der göttlichen Offenbarung. Verlag Ernst Bredt, Leipzig 1858; 2. Auflage, Justus (Friedrich Andreas) Perthes, Gotha 1863. Digitalisat der 2. Auflage, BSB

Literatur (Erwähnung in Berichtigung zum Artikel des Vaters) Carl Gustav von Rudloff. In: Lebensbilder aus der Brüdergemeine und ihrer Diaspora. 8, Hrsg. Verein für Schriften aus der Brüdergemeine, Niesky 1881. Hugo Clemens Constantin Ludwig Eduard Kroll: Offizier-Stammliste des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899, S. 315 f. Nr. 440. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil B (Briefadel). 1936. Jahrgang 26, Justus Perthes, Gotha 1935. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 6, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 158–159, Nr. 1777. Rudloff, Karl Gustav von. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 8: Poethen-Schlüter. 2011, ISBN 978-3-11-094025-1, S. 592 f.

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Einzelnachweise

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