Wilhelm August Rudloff (* 11. Februar 1747 in Rostock; † 21. Juni 1823 in Hannover) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und hannoverscher Verwaltungsbeamter.

Leben Wilhelm August Rudloff war ein Sohn des mecklenburgischen Regierungsrates Ernst August Rudloff. Der Historiker Friedrich August von Rudloff war sein Bruder. Er studierte ab 1762 Rechtswissenschaften an der Universität BützowEintrag 1762 im Rostocker Matrikelportal und an der Universität Göttingen, wo er 1767 bei Johann Stephan Pütter zum Dr. beider Rechte promoviert wurde. 1768 erhielt er eine ordentliche Professur an der Juristischen Fakultät in Bützow.

Ebenfalls 1768 heiratete Rudloff die spätere Liederdichterin Friederike Sophie Unger (* 27. September 1750 in Gotha; † 11. November 1789 in Hannover).Elisabeth Friedrichs: Rudloff, geb. Unger, Friederike Sophie v., in dies.: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts, S. 258; Vorschau über Google-Bücher Das Ehepaar wurde Eltern des nobilitierten hannoverschen Generalpostdirektors Wilhelm August von Rudloff.

1772 wurde er als Hof- und Kanzleirat in das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg nach Hannover berufen. Er wechselte 1775 in das Staatsarchiv und wurde 1777 dessen Leiter. Später stieg er zum Geheimen Justiz- und Kabinettsrat auf und war führend in die schriftliche Kommunikation mit der Deutschen Kanzlei in London eingebunden. Rudloff vertrat das Kurfürstentum auf dem Hildesheimer Kongress. Scherzhaft, aber wegen seines Auftretens nicht ohne Grund, wurde er in Hannover „Roi d'Hanovre“ genannt. Kurz vor der preußischen Besetzung Hannovers 1806 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen.

Schriften De literis convocatoriis ad comitia, 1767 Commentatio de iure Germanico iusta methodo tractando, 1767 Vorbereitung zu einem Collegium über das deutsche Recht und den Reichsprozess, 1768 Versuch einer pragmatischen Einleitung zur Geschichte der Verfassung der kurfürstlichen Häuser, 1768 Abhandlung von der Ähnlichkeit der deutschen Hofgerichte mit dem kaiserlichen und Reichskammergericht, 1769 Versuch von den Senaten im kaiserlichen und Reichskammergericht, 1769 De consensu in alienationem feudi interposito retractum non excludente, 1770 Abhandlungen von der Ähnlichkeit der deutschen Hofgerichte mit den kaiserlichen und Reichskammergericht, 1770 De iure senii in familiis illustribus, 1770 De pactis successoriis, 1771 Unpartheilicher Bericht von dem Turnus 1771 De reversionis effectu suspensivo, 1772 Über die sogenannte entscheidende Stimme des Kammerrichters bei Stimmengleichheit, 1773

Literatur

Wilhelm Rothert: Im Alten Königreich Hannover 1814–1866, Bd. 2 der Reihe Allgemeine Hannoversche Biografie, Hannover: Sponholtz, 1914, S. 574 Klaus Mlynek: Rudloff, Wilhelm August. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 301.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Rechtswissenschaftler (18. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Bützow) Kategorie:Archivar (Hannover) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Person (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg) Kategorie:Geboren 1747 Kategorie:Gestorben 1823 Kategorie:Mann