Nauort ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach an.
Geographie Die Gemeinde liegt im Westerwald im Kannenbäckerland; die Gemarkung grenzt an die Kreise Mayen-Koblenz und Neuwied an. Nachbarorte sind Caan im Norden, Alsbach im Osten sowie der Bendorfer Stadtteil Stromberg im Süden. Touristisch anziehend ist die günstige Lage mitten im Burgendreieck Sayn-Isenburg-Grenzau. Zu Nauort gehören auch die Wohnplätze Augustushof, Waldfelderhof und Angushof Leutersberg.
Geschichte Der Name „Nauort“ entwickelte sich über „Naurodt“ (16. Jahrhundert, vgl. "Nauroth") aus „Nuenrohde“ (= neue Rodung; erste Erwähnung 1279).
Im 20. Jahrhundert war neben der Landwirtschaft die einheimische Bimsindustrie ein Haupterwerbszweig der Nauorter. Auch aus der Zugehörigkeit zum Kannenbäckerland um den bedeutenden Keramikstandort Höhr-Grenzhausen hat man Nutzen gezogen.
Statistik zur Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Nauort, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 409 1835 555 1871 528 1905 670 1939 900 1950 1.063 1961 1.307 Jahr Einwohner 1970 1.568 1987 1.996 1997 2.300 2005 2.329 2011 2.269 2017 2.223
Kulturdenkmäler
Religion Die zum Bistum Limburg gehörende katholische Pfarrgemeinde hat zu ihrem Kirchenpatron Johannes den Täufer.
Politik Ortsgemeinderat Der Ortsgemeinderat in Nauort besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat: Wahl SPD CDU FWG FW Gesamt 2024 – 7 7 2 16 Sitze 2019 – 10 6 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 – 10 6 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 – 9 7 – 16 Sitze 2004 3 13 – – 16 Sitze FWG = Freie Wählergruppe der Ortsgemeinde Nauort FW = Freie Wähler
Bürgermeister Michael Kleudgen (als Einzelbewerber angetretenes CDU-Mitglied) wurde am 16. Dezember 2025 Ortsbürgermeister von Nauort, nachdem er bereits seit August als Beigeordneter die Amtsgeschäfte geführt hatte. Bei der Direktwahl am 30. November 2025 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 59,9 % gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt.
Kleudgens Vorgänger Horst-Jürgen Freisberg (FWG) hatte das Amt am 1. Juli 2024 angetreten. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit 58,5 Prozent der abgegebenen Stimmen für fünf Jahre gewählt worden, wobei er sich gegen den Amtsinhaber durchsetzen konnte. Die Amtszeit von Horst-Jürgen Freisberg endete am 21. August 2025 mit seinem sofortigen, freiwilligen Rücktritt als Ortsbürgermeister. Sie währte lediglich 13 Monate. Ebenso legte der bisherige Erste Beigeordnete sein Amt nieder. Daher führte der Beigeordnete Michael Kleudgen (CDU) kommissarisch die Amtsgeschäfte weiter. Freisbergs Vorgänger Dietmar Quernes (CDU) hatte das Amt im Juni 2019 von Frank Herrmann (CDU) übernommen.Frank Herrmann: Zuvor waren Wolfgang Zirfas sowie Hubert Münzer Ortsbürgermeister von Nauort.
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden sind die Gemeinden Condette in Frankreich und Oundle im Vereinigten Königreich.
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Nauort verfügt über ein Hallenbad, ein Dorfgemeinschaftshaus, einen katholischen Kindergarten sowie eine Sport- und Freizeitanlage mit einem Kunstrasenplatz.
Der Schulbezirk der Grundschule Nauort umfasst die Ortsgemeinden Alsbach, Caan, Nauort, Sessenbach und Wirscheid. Schulträger ist die Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach.
Verkehr Westlich der Gemeinde verläuft die B 413, die von Koblenz nach Hachenburg führt. Die A 48 mit der Anschlussstelle Höhr-Grenzhausen (AS 12) liegt sechs Kilometer entfernt. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 2019, 22. September: Hubert Münzer (* 1934), Lehrer und Kommunalpolitiker, verliehen zur Anerkennung seiner Verdienste um die Ortsgemeinde Nauort in rund 50 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit, darunter von 1974 bis 1999 als Ortsbürgermeister.
In Nauort geboren Uli Jungbluth (* 1953), Erziehungswissenschaftler
Literatur Uli Jungbluth: Nauort im Westerwald. Eine Chronik, Herausgegeben und vertrieben von der Ortsgemeinde Nauort (2000) Horst Theisen: Ortsfamilienbuch Pfarrei Nauort von 1700 bis 1933: Nauort, Caan, Sessenbach, Kammerforst, Wirscheid, Stromberg, Grenzau. 2. Auflage. Weißenthurm: Cardamina 2019; ISBN 978-3-86424-468-1
Weblinks
Ortsgemeinde Nauort auf den Seiten der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1279