mini|Ehemalige Schule Beethovenstraße 20a Denkmal Die Clara-Zetkin-Siedlung ist ein Ortsteil der Kreisstadt Eberswalde in Brandenburg. In der nach der sozialistisch-kommunistischen Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin benannten Siedlung wohnen rund 1100 Menschen.

Lage Die Clara-Zetkin-Siedlung liegt etwa vier Kilometer nordwestlich des Ortszentrums Finows und circa neun Kilometer nordwestlich des Zentrums von Eberswalde.

Unmittelbar südlich der Clara-Zetkin-Siedlung verläuft der Oder-Havel-Kanal. Östlich der Clara-Zetkin-Siedlung grenzt der Ortsteil Lichterfelde der Gemeinde Schorfheide an.

Geschichte Der Grundstein für die damalige Dietrich-Eckart-Siedlung wurde am 13. März 1934 gelegt, vor den Augen von 200 Siedlerfamilien mit 428 Kindern und 2400 Betriebsangehörigen der Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG, dem späteren Messingwerk Finow. Das Baugelände hatte die Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG bereits um 1920 vom damaligen Lichterfelder Kammerherren Elard von Oldenburg erworben.70 Jahre Clara-Zetkin-Siedlung Eine Chronik herausgegeben von der Siedlergemeinschaft Clara-Zetkin-Siedlung e. V. 2004 Das damals von Siegmund Hirsch geleitete Unternehmen und die Kurmärkische Kleinsiedlung Gesellschaft hatten die Bauträgerschaft. Die späteren Bewohner hatten beim Bau der Häuser mitzuhelfen. Es entstanden einzeln stehende Eigenheime und Doppelhaushälften in Typenbauweise. In drei Bauabschnitten wurden bis circa 1937 305 Siedlerstellen errichtet. Alle Siedler mussten dem Deutschen Siedlerbund beitreten und das Reichsheimstättengesetz anerkennen.

Die Grünanlagen der Clara-Zetkin-Siedlung wurden vom Landschaftsarchitekten Gustav Allinger entworfen.Gartenanlage Dietrich-Eckart-Siedlung, Eberswalde | Allinger, Gustav

Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand am 13. Juni 1935 statt. Im März 1937 erfolgte die Grundsteinlegung für die Schule, die ursprünglich nur für acht Klassen vorgesehen war.Schulbauten Volksschulen, Band III der Buchreihe des Zentralblattes der Bauverwaltung herausgegeben vom Preußischen Finanzministerium, Verlag von Wilhelm Ernst und Sohn Berlin 1940 Seite 33 ff. Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz. siehe Liste der Baudenkmale in Eberswalde

Nach Kriegsende 1945 wurde nicht nur die Siedlung in Clara-Zetkin-Siedlung umbenannt, auch erhielten einige Straßen neue Namen: vor 1945 ab 1945 Walter-Flex-Straße Jonny-Schehr-Straße (jetzt John-Schehr-Straße) Theodor-Fritsch-Straße Scheeringer Straße Hermann-Löns-Straße Schillerstraße (jetzt Beethovenstraße) Gorch-Fock-Straße Fichtestraße Eichendorffstraße Eichendorffstraße Theodor-Körner-Straße Goethestraße (jetzt Heinrich-Mann-Straße) Fontanestraße Fontanestraße Der Deutsche Siedlerbund wurde nach dem Krieg aufgelöst. Die Siedler organisierten sich nunmehr in den Sparten des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK). Die Siedlergemeinschaft errichtete 1953 das Siedlerheim im Wesentlichen in Eigenleistung. Weiterhin wurden der Sportplatz und das Sportlerheim errichtet.

In DDR-Zeiten wurde die Schule zunächst als acht-, später als zehnklassige Polytechnische Oberschule eingerichtet (12. POS „Clara Zetkin“). Um Platz für sanitäre Einrichtungen und einen Kindergarten zu schaffen, wurde an das Schulgebäude ein Flachbau angebaut. Das neue Gebäude wurde am 8. Mai 1974 eingeweiht. 1984 wurde mit dem Bau einer Turnhalle und eines Heizhauses begonnen, welche 1985 eingeweiht wurden. Das Schulhaus wurde ebenfalls an das Heizhaus angeschlossen.

Eine erste Erweiterung der Clara-Zetkin-Siedlung erfolgte in den 1970er und 1980er Jahren, als zwischen der Fichtestraße und dem Oder-Havel-Kanal weitere Eigenheime entstanden. Ursprünglich hieß dieser Bereich ebenfalls Fichtestraße. Im selben Zeitraum wurden westlich der Siedlung in einem Waldgebiet Parzellen für die Nutzung als Wochenendhaus ausgewiesen und bebaut.

In den 1990er Jahren wurde durch die Stadt Eberswalde der Straßenabschnitt südlich der Fichtestraße in Fritz-Reuter-Straße umbenannt. Die Wohnhäuser erhielten im Zuge der Umbenennung auch neue Hausnummern.

1991 wurde aus der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule eine sechsklassige Grundschule. In einem mehrjährigen Stufenplan erfolgte der Abbau der Klassen, so dass die Clara-Zetkin-Schule im Sommer 1997 aus dem Schulregister des Landes Brandenburg gestrichen wurde. Von 1938 bis 1997 unterrichteten 116 Lehrer 2174 Schüler an dieser Schule. Im Schuljahr 1997/98 nutzte die Grundschule Finow auf Grund von Renovierungsarbeiten das Schulgebäude, bevor die Schule 1998 endgültig geschlossen wurde. Das Schulhaus wurde verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. Turnhalle und Heizhaus wurden abgerissen und die Fläche mit Eigenheimen bebaut. Die Räume des ehemaligen Kindergartens wurden in eine Begegnungsstätte umgebaut und am 10. November 2000 eingeweiht.

Eine weitere Erweiterung der Baufläche erfolgte 1997 mit der Ausweisung von weiteren Baugrundstücken an den neu gebauten Straßen „Am Graben“ und „Ligusterweg“ östlich der Ortslage. 2015 wurde der vierte und letzte Bauabschnitt übergeben. In: Märkische Oderzeitung, 7. August 2015 Die ursprünglich vorgesehene Erweiterung des Baugebiets durch den Bau von zwei weiteren Erschließungsstraßen parallel zur Straße „Ligusterweg“ wurde durch das Inkrafttreten der zweiten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 708 „Clara-Zetkin-Siedlung - Hinter der Fliederallee“ im Juni 2018 auf den Bau einer Erschließungsstraße verringert.Amtsblatt für die Stadt Eberswalde • Ausgabe 06/2018 Ziel ist es, die Baufläche um ein Viertel zu reduzieren und die Grundstücksgrößen dem Bedarf anzupassen.Barnimer Bürgerpost Ausgabe 10/2015 vom 10. Oktober 2015 Anfang Oktober 2020 wurden die Arbeiten an der neuen Erschließungsstraße begonnen, die den Namen der DDR-Schlagersängerin Bärbel Wachholz tragen soll.Neue Baugrundstücke in der Clara-Zetkin-Siedlung in Eberswalde in Sicht Der Bärbel-Wachholz-Weg wurde am 18. Mai 2021 eingeweiht und somit 32 Baugrundstücke erschlossen.Pressemitteilung Nr. 68/2021 der Stadt Eberswalde vom 18. Mai 2021 Weiterhin wurden die westlich der Ortslage liegenden Wochenendhausparzellen zum Dauerwohnen genehmigt, so dass auch dort weitere Eigenheime entstanden. Die vorher nicht benannten unbefestigten Straßen erhielten den Straßennamen „Zum Oder-Havel-Kanal“.

Am 10. und 11. Juli 2009 wurde das 75-jährige Bestehen der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert. Die Siedlung bestand zu dem Zeitpunkt aus 134 Doppelhäusern, 112 Eigenheimen und zehn Mietwohnungen (in der ehemaligen Schule). Am 14. Juni 2014 feierte die Clara-Zetkin-Siedlung den 80. Geburtstag.

Am 13. Juni 2015 wurde das 80-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert. Zu dem Zeitpunkt bestand die Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung aus 18 aktiven Mitgliedern, darunter drei Frauen. In: Märkische Oderzeitung,15. Juni 2015 mini|Ärmelabzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung

Im November 2015 wurde mit der Übergabe der grundhaft ausgebauten Fliederallee der Ausbau der Straßen in der Clara-Zetkin-Siedlung, der 1996 mit dem Ausbau der Fichtestraße begonnen wurde, abgeschlossen.(Pressemeldung der Stadt Eberswalde vom 10. November 2015)

Am 15. Juni 2019 wurde das 85-jährige Bestehen der Clara-Zetkin-Siedlung gefeiert.Clara-Zetkin-Siedler feiern ihre Gründung

In ihrer Sitzung am 24. Oktober 2023 hat die Stadtverordnetenversammlung Eberswalde die 4. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Stadt EberswaldeAmtsblatt für die Stadt Eberswalde 09/2023 beschlossen, mit der die Clara-Zetkin-Siedlung den Status eines Ortsteils mit Ortsteilvertretung erhalten hat. Für den Ortsteil Clara-Zetkin-Siedlung ist ein aus drei Personen bestehender Ortsbeirat vorgesehen.

Am 25. Mai 2024 wurde das 90-jährige Bestehen mit einem Ortsteilfest gefeiert.Amtsblatt für die Stadt Eberswalde 3/2024

Politik Die Wahl zum Ortsbeirat erfolgte am Tag der allgemeinen Kommunalwahl am 9. Juni 2024.

+ Wahlergebnisse Partei/Wählergruppe Stimmenanteil2024 AfD 25,9 % BVB / FREIE WÄHLER Eberswalde 23,6 % Einzelbewerber Ludewig, Matthias 24,4 % Der Ortsbeirat besteht aus Marco Seifert (AfD) Oskar Dietterle (BVB / FREIE WÄHLER Eberswalde) und dem Einzelbewerber Matthias Ludewig. Zum Ortsvorsteher wurde gemäß § 45 Absatz 2 Satz 2 der Kommunalverfassunghttps://bravors.lvnbb.de/gesetze/bbgkverf#47 Matthias Ludewig gewählt.https://www.eberswalde.de/verwaltung-politik/stadtpolitik/ortsvorsteher

Kultur und Einrichtungen Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung (Eberswalde) Siedler-Sportclub Eberswalde e. V. Siedlergemeinschaft Clara-Zetkin-Siedlung e. V. Angelverein Clara-Zetkin-Siedlung e. V.

Weblinks Freiwillige Feuerwehr Clara-Zetkin-Siedlung auf Facebook Website des Siedler-Sport-Club Eberswalde e.V.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Eberswalde Kategorie:Clara Zetkin Kategorie:Siedlung (Städtebau) in Brandenburg