mini|Bitburger-Logo mit Werbeslogan „Bitte ein Bit“
Die Bitburger Brauerei (ehemals Simonbräu) ist eine in Bitburg (Südeifel) ansässige Brauerei, die zur Bitburger Braugruppe gehört. Das Unternehmen wurde 1817 von Johann Peter Wallenborn gegründet und ist ein familiengeführtes Privatunternehmen. Bitburger zählt zu den bekanntesten Brauereien und Biermarken Deutschlands.Welche deutsche Brauerei weg gehört. Wirtschaftswoche, 25. Januar 2012, abgerufen am 11. Februar 2019.
Geschichte Die Anfangszeit der Brauerei (1817–1883) 1817 errichtete der gelernte Braumeister Johann Peter Wallenborn eine Brauerei. Nach dessen Tod 1839 übernahm zunächst seine Witwe Anna Katharina die Hausbrauerei. Als ihre Tochter Elisabeth 1842 Ludwig Bertrand Simon heiratete, übernahm dieser fortan die Leitung der Brauerei und gründete im Stammhaus den Brauerei-Ausschank „Zum Simonbräu“.Familie Simon In: Portal Rheinische Geschichte. Abgerufen am 11. Februar 2019.
1876 startete Theobald Simon, Sohn von Ludwig Bertrand Simon, erstmals sein Versandgeschäft, wodurch Kunden ihr Bier nicht mehr abholen mussten. Das Fassbier wurde fortan mittels Pferdefuhrwerken zu den Gasthäusern der Umgebung geliefert. 1877 betrug der Jahresausstoß der Brauerei zudem zum ersten Mal mehr als 1.000 Hektoliter.Westerwälder Zeitung (Hrsg.): Das " Pils" gibt' s dank Bitburger Historie Eifelaner setzten sich 1913 im Namensstreit durch – Ein Blick auf die Anfänge des Unternehmens. 17. September 2017, S. 7. 1879 wurde die „Kunstkellerei“ fertiggestellt, in der das Bier das ganze Jahr über mit Natureis gekühlt werden konnte.Ulrike Löhnertz: Bitburger Biergeschichte: Stadtführer Mätti verkörpert Brauergesellen. In: Rheinische Post (Volksfreund). Abgerufen am 11. Februar 2019 Das Vertriebsgebiet erweiterte sich mit der ersten Eisenbahnstrecke in der Region, die zwischen Trier und Köln eröffnet wurde.Rhein-Zeitung (Hrsg.): Burgen und Bier. 21. Dezember 2018.Ralf Kremer: Schienenverkehr für die Bitburger, Arbeitsgemeinschaft Eisenbahngeschichte, abgerufen am 13. Februar 2019. Da es damals möglich war, untergäriges Bier zu brauen, wurde die Herstellung des obergärigen Bieres eingestellt, da dieses eine schlechte Transport-Haltbarkeit aufwies.Das Fass ins Rollen gebracht, Rheinische Post (Volksfreund), abgerufen am 12. Februar 2019. 1880 wurde das Bitburger Bier erstmals auch in Flaschen abgefüllt und mit Korken verschlossen.. In: trinks exakte. Dezember 2017, S. 20–23, abgerufen am 11. Februar 2019. Diese kleineren Flaschen eröffneten dem Betrieb neue Vertriebswege. Die Distribution wurde an zahlreiche selbstständige Vertreter abgegeben – die heutigen Getränkegroßfachhändler.Bitburger Brauerei – Erfolgreich aus Tradition | Stadt Bitburg. Abgerufen am 11. FebruarKatharina; Tappe Dehnke: Neue Deutsche Biographie, Band 24. 2010 (deutsche-biographie.de [abgerufen am 11. Februar 2019])Florian Kolf: Zweikampf um den digitalen Getränkehandel, Handelsblatt, 5. September 2018, abgerufen am 12. Februar 2019. 1893 fand in Chicago die Weltausstellung statt, bei der Bitburger ebenfalls vertreten war. Die Brauerei stellte 1883 erstmals ein Bier nach Pilsener Brauart her.Bitburger Brewery Group. In: Nightwire Magazine. 1. Januar 2014, abgerufen am 11. Februar 2019 (amerikanisches Englisch).
Entwicklung in Vor- und Nachkriegszeiten (1884–1949) mini|Ein Bierlager von Bitburger in Bahnhofsnähe (Köln 1938) 1907 wurden Theobald Simons Söhne Josef und Bertrand zu Teilhabern der Brauerei. Zwei Jahre später wurde zudem der erste Tiefbrunnen auf dem Gelände der Bitburger Brauerei in Betrieb genommen – seit diesem Zeitpunkt wird das zum Brauen benötigte Wasser aus der unter der Stadt liegenden „Triasmulde“ gewonnen. Als 1910 die Bahnstrecke zwischen Erdorf und Bitburg eröffnete,Historie – AG Eisenbahngeschichte – Die Nims-Sauertalbahn. Abgerufen am 11. Februar 2019. konnte die Brauerei ihren Vertrieb ausweiten. 1914 wurde der erste Lastwagen angeschafft.Uwe Hentschel: 200 Jahre Bitburger: Von der kleinen Brauerei zur weltbekannten Marke. In: Rheinische Post (Volksfreund). Abgerufen am 11. Februar 2019.
Ein Urteil des Reichsgerichts 1913 erlaubte es der Brauerei, das Pils unter der Bezeichnung „Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ anzubieten. Brauereien aus Pilsen hatten geklagt, da sie in der Bezeichnung Pils eine Herkunftsbezeichnung sahen. Durch das Urteil des damaligen Reichsgerichts wurde der Begriff Pils in Deutschland als Sortenbezeichnung zulässig. Erst 1919 konnte die Brauerei seit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wieder ein vollwertiges Pilsener nach bekanntem Rezept brauen und die Produktion wieder aufnehmen.GESCHICHTE: Eifel im Ersten Weltkrieg: Fähnchen gegen die Revolution. In: Rheinische Post (Volksfreund). Abgerufen am 12. Februar 2019. 1921 wurde ein Brauerei-Labor eingerichtet, das das Bier auf Qualität und seine Haltbarkeit prüfte. Theobald Simon wurden am 11. Mai 1922 die Ehrenbürgerrechte der Stadt Bitburg verliehen.Theobald Simon (1847–1924) | Stadt Bitburg. In: Stadt Bitburg. Abgerufen am 11. Februar 2019. Um die Klärung des Bieres weiter zu verbessern, entwickelte Bertrand Simon 1928 den sogenannten „Simon-Späner“, mit dem das reifende Bier mithilfe von Metallspänen geklärt wurde.. In: Quality Content of Saxony. Juli 2013, abgerufen am 11. Februar 2019.
Der erste Bierdeckel von Bitburger wurde in den 1920er Jahren herausgebracht.BitMagazin 2/2001: Nicht von Pappe
Mit Theobald Simon, Hanns Simon und Bert Simon, den drei Söhnen von Bertrand Simon, übernahm 1935 schließlich die fünfte Generation den Familienbetrieb. Die beiden Töchter Erika und Mathilde wirkten nicht im laufenden Betrieb der Brauerei mit. 1938 wurde die Absatzmarke von 100.000 Hektoliter erreicht. Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile Bitburgs und der Brauerei, vor allem im Jahr 1944, zerstört.Bis zum bitteren Ende. Der Zweite Weltkrieg im Kreis Bitburg-Prüm. Hrsg.: Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. 1978. 1945 konnte nach Reparatur der Kühlanlage der erste Sud Dünnbier angesetzt werden. Vier Jahre später wurden die Flaschen erstmals mit einem Kronkorken verschlossen.
Die Wachstumsphase (1950–1999) mini|Abfüllung Bitburger Brauerei Es folgte zu Beginn der 1950er Jahre die Einführung der bekannten 0,33-Liter Steinie-Mehrwegflasche.Süddeutsche Zeitung: Die verschiedenen Bierflaschen im Überblick. Abgerufen am 11. Februar 2019. 2002 ließ die Bitburger Braugruppe den Begriff STUBBI für die Flaschenform-Bezeichnung als Wortmarke eintragen.Registernummer: 30172411. Register des deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA), 21. August 2013, abgerufen am 11. Februar 2019. 1951 präsentierte Bitburger erstmals den Werbe-Slogan „Bitte ein Bit“.. In: Rhein-Westerwald news. 25. Juli 2013, abgerufen am 11. Februar 2019 (deutsch).. In: Südwestrundfunk. 9. August 2012, abgerufen am 12. Februar 2019. 1958 wurde ein neues Sudhaus errichtet – am gleichen Platz, wo Johann Peter Wallenborn 1817 seine Hausbrauerei gegründet hatte.Von Braugebäuden zur Erlebniswelt. In: Rheinische Post (Volksfreund). 21. Juli 2008. Abgerufen am 12. Februar 2019. Im Jubiläumsjahr 1967 betrug die Jahresproduktion über 400.000 Hektoliter, 1973 waren es über eine Million, 2008 insgesamt 3,9 Millionen Hektoliter.
1975 ging die Unternehmensführung an die sechste Familiengeneration über. Ende der 1980er Jahre übernahm man die Schultheis-Brauerei in Weißenthurm und die dazugehörende Coblenzer Closterbrauerei in Koblenz-Metternich. Beide Betriebe wurden noch einige Zeit weitergeführt und dann aufgegeben. Einzig die Marke Kandi-Malz der Schultheis-Brauerei hat bis heute überlebt. 1990 wurde eine eigene Versuchsbrauerei gegründet, die bis heute neue Anlagen und Verfahren prüft, Rohstoffe untersucht sowie Produkte entwickelt und erprobt. Diese Versuchsbrauerei ist heute als Craftwerk Brewing bekannt.Auf dem Schreibtisch: Craftwerk – Craft Beer von Bitburger | fizzz. Abgerufen am 12. Februar 2019.Bier-Deluxe: Craftwerk. Abgerufen am 12. Februar 2019. Mit der Einführung neuer Sorten wie beispielsweise „Drive“ (wurde 2004 in Bitburger alkoholfrei umbenannt)Bitburger tauft Drive in Alkoholfrei um. In: Horizont. 25. März 2004, abgerufen am 12. Februar 2019 und „Light“ 1992,Bitburger Premium Pils. In: Bierspot. 14. April 2015, abgerufen am 12. Februar 2019 (deutsch). stieg Bitburger zu einer Dachmarke auf. Die Bitburger Brauerei stellte ab diesem Zeitpunkt Deutschlands beliebteste Fassbiermarke dar.Trotz Umsatzrückgang bleibt Bitburger Fassbiermarke Nummer eins. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. Abgerufen am 12. Februar 2019., Gastlandschaften, abgerufen am 13. Februar 2019.
Neustrukturierung und Jubiläum (2000–heute) Im Mai 2005 wurde mit der Einführung des Produktes „Bit Sun“ das Markenportfolio um die Dachmarke „Bit“ ergänzt und zusätzlich ein Radler eingeführt. 2006 wurde das Sortiment mit „Bit Passion“ erneut erweitert, 2007 folgte „Bit Copa“ ein Biermischgetränk mit dem Geschmack von Limetten und Cachaça. Daneben wird das Malz-Erfrischungsgetränk „Kandi Malz“ produziert. 2010 folgte mit „Bitburger Cola“ sowie „Bitburger Radler“ weitere Biermischgetränke. Beide sind die einzigen (Stand 2017) Mischgetränke, die im Sortiment verblieben. Drei Jahre später gab es die zweite Neuauflage der alkoholfreien Linie sowie zwei weitere alkoholfreie Produkte. Weiter ausgebaut wurde die alkoholfreie Produktpalette durch die Einführung von „Bitburger Fassbrause“.
2017 war das 200-jährige Firmenjubiläum. Aus diesem Anlass wurde das limitierte Jubiläumsbier „Bitburger 1817“ verkauft.Bitburger 1817 | fizzz. Abgerufen am 12. Februar 2019.
Die Brauerei ist in Bitburg an den Standorten Bitburg-Nord (ehem. Braustätte, heute Verwaltung) und Bitburg-Süd (Braustätte) mit insgesamt etwa 232.000 m² Fläche, sowie fünf eigenen Brunnen mit einer Tiefe bis zu 300 Metern und einer Gesamtkapazität bis zu 800 m³ pro Stunde tätig. Insgesamt verzeichnet die Brauerei einen Gesamtausstoß von rund vier Millionen Hektolitern Bier. Es gibt etwa 900 Vertretungen in Deutschland und dem Ausland. Bitburger wird heute in 60 Ländern vertrieben und in rund 50.000 gastronomischen Betrieben verkauft. Hauptexportregionen sind Italien, Spanien, das Vereinigte Königreich, Kanada und die USA.
Produkte Aktuelle Brauerei-Produkte Bitburger Premium Pils Eifelbräu Helles Landbier Bitburger Helles Lagerbier Glutenfrei Bitburger Radler naturtrüb Bitburger Radler Bitburger 0,0 % Pils Alkoholfrei Bitburger 0,0 % Grapefruit Alkoholfrei Bitburger 0,0 % Radler Alkoholfrei Bitburger 0,0 % Radler naturtrüb Alkoholfrei Bitburger 0,0 % Herb Pils Alkoholfrei Bitburger 0,0% Peach Bitburger 0,0% Pineapple Bitburger Fassbrause naturtrüb Orange Bitburger Fassbrause naturtrüb Zitrone Bitburger Winterbock (Saisonal) Bitburger Maibock (Saisonal) Kandi Malz
Frühere Produkte Münchener Bock Helles Simonbräu (1890–1???) Dunkles Simonbräu (1890–1???) Bitburger Simonbräu hell Export Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener Brause-Limonade mit Himbeer-Geschmack (1918–19??) Brause-Limonade mit Citronen-Geschmack (1918–19??) Bitburger Simonbräu Pilsener (1909–19??) Simonbräu Pilsener (Export) Bitburger Pilsener (30er Jahre) Bitburger-Bavaria Münchener (1931–19??) (Schließung Bavaria Brauerei, Zangerle, Bitburg: 1942) Schwarzer Hahn (1949–19??) Bitburger Pils Spezial-Export (1951–19??) Bio-Bit Malzbier (1952–19??) (Hersteller: Casparybräu Trier, Schließung 1978 + Löwenbräu Trier, Schließung 1997) Bio-Bit Malztrunk (Hersteller: Löwenbräu Trier, Schließung 1997 + Brauerei Berners, Vallendar, Schließung 1990) Beda-Bock (1955–19??) Ex Spezial-Export Simonbräu Export (19??–1971) Bitburger Light (1992–2019) Bitburger Drive Alkoholfrei (1992–2004) Bitburger Alkoholfrei (2004–2007) Bitburger Alkoholfrei 0,0% (2007–2013) Bitburger Radler Alkoholfrei (2011–2013) Bitburger 0,0% Apfel Alkoholfrei (2013–2015) Bitburger Fassbrause Zitrone (2013–2021) Bitburger Fassbrause Rhabarber (2013–2021) Bitburger Fassbrause Waldmeister (2014–2021)