Die Familie Gerbert war ein süddeutsches Bürgergeschlecht, das ab dem 15. Jahrhundert in den Städten von Horb und Rottenburg am Neckar belegt ist. Mitglieder einer Linie des Geschlechts, die im 17. Jahrhundert geadelt wurde, sowie weitere Angehörige der Familie führten die Namen Gerbert von Hornau bzw. von Gerbert und Hornau. Zu diesen Familienmitgliedern, die einer der Adelsnamen vermutlich zu Unrecht führten, gehört Martin Gerbert, der spätere Fürstabt des Klosters St. Blasien.
Weitere Schreibweisen des Namens sind Gerwer sowie Gerber, woraus hervorgeht, dass sich die Familie mit dem Handwerk der Gerberei beschäftigt hatte. Otto von Alberti vermutet, dass die Horber Familie Gebhard mit den Gerbert identisch ist.Otto von Alberti: Gerbert von Hornau. In: Württembergisches Adels- und Wappenbuch. W. Kohlhammer, Stuttgart 1892, Heft 4, S. 221.
Standeserhebungen Am 8. Juni 1584 wurde den Brüdern Nicolaus, Alexander und Martin Gerber in Straßburg vom Hofpfalzgrafen Wilhelm Böcklin von Böcklinsau ein Wappenbrief verliehen. Das ritterliche Gut Hornau gelangte 1627 an JohannesSteim, S. 112. oder Hans GeorgLederle Gerber, als, Hans Melchior Liesch von und zu Hornau, der Bruder seiner Ehefrau Euphemia Liesch von Hornau es ihm verkaufte.
Am 8. Juni 1686 wurde Johann Franz Gerbert, damaliger Stiftungsverwalter im Fürstentum Brieg, von Leopold I. mit dem Namen von Gerbert und Hornau in den böhmischen Ritterstand erhoben.
Stammbaum (Auszug) mini|hochkant|Anton Gerbert (1662–1737)mini|hochkant|Fürstabt Martin Gerbert II. (1720–1793)
Rottenburgische Linie
Johannes August Gerbert, Hirsch-Wirt in Rottenburg, ⚭ Johanna HofmeisterTheo Insam: Die Nachkommen des Anton Gall, Selbstverlag, Nürnberg 1938, Basis für: Josef Florian Wendelin Gerbert (1745–1795) ⚭ 1767 in Weil der Stadt Maria Magdalena Gall (1744–1808), Schwester des Bischofs Joseph Anton Gall Augustin Gerbert von Hornau (1777–1821), k.k. Rittmeister im Husaren-Regiment Nr. 7 in Linz Barbara Dimmel (1817–1907), wohnte in Ried im Innkreis und hatte neun Kinder ebenfalls im Husaren-Regiment Nr. 7 Johannes Anton Thomas Gerbert (1768–1850), Kaufmann in Sigmaringen, ⚭ Maria Anna Müller (1764–1824) Anna Maria Gerbert (* 1799) Rosalie Gerbert (1809–1844) Carl Gerbert von Hornau, 1839Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes, k.k. Hof- und Staats-Druckerey, Wien 1839, S. 128. () und 1840 Oberlieutenant im k.u.k. Infanterieregiment Nr. 14Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes, k.k. Hof- und Staats-Druckerey, Wien 1840, S. 128. () Franz Gerbert von Hornau (1813–1892), Agentie-Inspektor der k.k. priv. Donau-Dampf-Schiffahrts-Gesellschaft und Vize-Präsident der Bank für Oberösterreich und Salzburg, lebte in Linz zeitweise in einem Haus mit Adalbert Stifter Wilhelm von Gerbert und Hornau († 1842 in Prag), k.k. Garnisons-Auditor, Begründer der österreichischen Linie
Literatur Alfred Lederle: Die Abstammung des Fürstabts Martin II. Gerbert von St. Blasien. In: Badische Heimat. Band 36, Heft 4, 1956, S. 291–297, (Digitalisat).
Martin Steim: Die Zeit Martin Gerberts. Die Herkunft und Familie des Fürstabts Martin Gerbert. In: Heinrich Heidegger, Hugo Ott (Hrsg.): St. Blasien 200 Jahre Kloster und Pfarrkirche. Schnell und Steiner, Regensburg 1983, ISBN 3-7954-0445-2, S. 111 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Böhmisches Adelsgeschlecht Kategorie:Deutsche Familie Kategorie:Stammliste