mini|hochkant=1.4|Die Stolpersteine am Karlsplatz 9

In der Liste der Stolpersteine in Prichsenstadt werden die vorhandenen Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig bisher in Prichsenstadt verlegt worden sind.

Die ersten Verlegungen in Prichsenstadt erfolgten am 26. Mai 2016.

Verlegte Stolpersteine In Prichsenstadt wurden 19 Stolpersteine an sieben Anschriften verlegt.

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px|Der Stolperstein für Frieda Fleischmann HIER WOHNTEFRIEDA FLEISCHMANNGEB. STRAUSSJG. 1895DEPORTIERT 1942KRASNYSTAWERMORDET Kirchgasse 9 wurde am 8. Juli 1895 in Thüngen als Frieda Strauß geboren. Ihr Vater Nathan Strauß war als Pferdehändler in dem Ort tätig, ihre Mutter Lina, geborene Fleischmann, stammte aus Prichsenstadt. Frieda wuchs bei ihrem Onkel Bernhard Frank und dessen Frau Bertha auf. Zwischen 1902 und 1909 besuchte Frieda die Werktagsschule in Prichsenstadt und zwischen 1909 und 1912 die Sonntagsschule vor Ort. Am 9. Dezember 1920 heiratete sie den Prichsenstädter Max Fleischmann und zog mit ihm in die Kirchgasse 9. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Max Fleischmann nahm sich 1934 im KZ Dachau das Leben. Frieda Fleischmann lebte in den folgenden Jahren allein mit ihren Kindern im Haus. Im November 1939 wurde die Familie von den Behörden gezwungen, in den Freihof zu ziehen, der zu einem sogenannten Judenhaus umgewandelt worden war. Erfolglos bemühte sich Frieda um die Auswanderung, lediglich die Tochter Hilde konnte in die USA fliehen. Über Würzburg wurden die verbliebenen jüdischen Bewohner Prichsenstadts am 25. April 1942 ins Ghetto Kraśniczyn deportiert. Niemand überlebte diesen Transport. 120px|Der Stolperstein für Hilde Fleischmann HIER WOHNTEHILDE FLEISCHMANNJG. 1922FLUCHT 1941SPANIEN Kirchgasse 9 , auch Hildegard, wurde am 10. April 1922 in Prichsenstadt geboren. Sie war das erste Kind des Pferde- und Viehhändlers Max Fleischmann und dessen Frau Frieda, geborene Strauß. Zunächst besuchte Hilde die Volksschule in Prichsenstadt, ehe sie 1934 für ein achtes Schuljahr nach Nürnberg wechselte. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung in der Münchner Berufsschule für Hauswirtschaft, die sie in Schweinfurt weiterführte und 1937 abschloss. In der Folgezeit wechselte sie häufig den Wohnort, war in Kitzingen und später Nürnberg gemeldet. 1941 lebte sie wieder in Prichsenstadt und bemühte sich von hier aus um ihre Auswanderung. Über die Vermittlung des bereits in den Vereinigten Staaten lebenden Onkels Lulu Fleischmann gelang ihr im September 1941 die Ausreise. Zunächst blieb Hilde Fleischmann in Spanien und heiratete hier wohl auch. Erst 1956 zog sie in die USA. In New York heiratete sie den aus Magdeburg stammenden Hans-Joachim „Harry“ Schul. In den 1970er Jahren besuchte Hilde Schul ihren Geburtsort Prichsenstadt und ließ auf dem jüdischen Friedhof Gerolzhofen einen Grabstein für ihre verstorbenen Eltern setzen. Hilde Schul starb am 2. April 2005 in New York. 120px|Der Stolperstein für Inge Fleischmann HIER WOHNTEINGE FLEISCHMANNJG. 1924DEPORTIERT 1942KRASNYSTAWERMORDET Kirchgasse 9 , auch Ingeborg, wurde als zweite Tochter des Ehepaars Max und Frieda Fleischmann am 26. November 1924 in Prichsenstadt geboren. Ab 1931 besuchte sie wahrscheinlich die Volksschule in Prichsenstadt. Ab September 1941 durfte Fleischmann die Berufsschule in Würzburg besuchen. Im Februar 1942 zog Inge nach Nürnberg. Nach der Deportation der Pensionswirtin kehrte sie 1942 nach Prichsenstadt zurück. Am 25. April 1942 brachte ein Zug von Würzburg aus die Mitglieder der Familie Fleischmann ins Ghetto Kraśniczyn, wo alle ermordet wurden. 120px|Stolperstein für Max Fleischmann HIER WOHNTEMAX FLEISCHMANNJG. 1892'SCHUTZHAFT' FEB. 1934DACHAUMISSHANDELT / GEFOLTERTFLUCHT IN DEN TOD9.3.1934 Kirchgasse 9 wurde am 26. Juni 1892 in Prichsenstadt geboren. Er war Pferde- und Viehhändler und verheiratet mit Frieda, geborene Strauss. Das Paar hatte drei Kinder, Hilde, Inge und Trude. Im Februar 1934 kam er in sogenannte „Schutzhaft“. Ab dem 27. Februar 1934 war er im KZ Dachau inhaftiert. Dort wurde er gefoltert. Am 9. März 1934 nahm sich Max Fleischmann das Leben.

Seine Frau Frieda Fleischmann und seine Töchter Inge und Trude wurden 1942 im Ghetto Kraśniczyn ermordet. Seine Tochter Hilde konnte nach Spanien flüchten und überlebte, sie zog später in die USA. Der Bücherschrank der Familie wurde nach der Deportation der Familie vom damaligen Bürgermeister der Stadt ersteigert. Er steht noch immer im Rathaus der Stadt, im Trausaal.Main-Post: Stolpersteine: Vom Erinnern und Versöhnen, abgerufen am 14. Juli 2021 120px|Der Stolperstein für Trude Fleischmann HIER WOHNTETRUDE FLEISCHMANNJG. 1927DEPORTIERT 1942KRASNYSTAWERMORDET Kirchgasse 9 wurde am 21. Dezember 1927 in Prichsenstadt geboren. Ihre Eltern waren der Pferde- und Viehhändler Max Fleischmann und dessen Frau Frieda. Sie hatte zwei ältere Schwestern, Hilde und Inge. Ihr Vater wählte 1934 den Freitod, nachdem er ins KZ Dachau deportiert worden war. Am 25. April 1943 wurde Fleischmann zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Inge von Würzburg aus ins Ghetto Kraśniczyn deportiert. Trude Fleischmann, ihre Mutter und ihre Schwester Inge haben die Shoah nicht überlebt.