Rydzewo () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck).

Geographische Lage Rydzewo liegt im Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer nördlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).

Geschichte Das Gründungsdatum des nach 1785 Rydzöwen und bis 1938 Rydzewen genannten kleinen Dorfes liegt im Jahre 1526Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schwarzberge. Im Jahre 1874 wurde der Ort, eine eigenständige Landgemeinde bildend, in den Amtsbezirk SoffenRolf Jehke, Amtsbezirk Soffen () eingegliedert, zwischen 1898 und 1905 aber in den Amtsbezirk StradaunenRolf Jehke, Amtsbezirk Stradaunen (polnisch Straduny) umgegliedertRydzewen (Landkreis Lyck). Beide waren Teil des Kreises Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen.

In Rydzewen war im Jahre 1910 insgesamt 131 Einwohner registriert. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 123 und belief sich 1939 auf 118. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Rydzewen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Rydzewen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 86

Am 1. August 1938 wurde Rydzewen im Zuge der Umbenennung von Orten in Ostpreußen im Jahr 1938 in „Schwarzberge“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Rydzewo“. Er ist heute in das Schulzenamt (polnisch sołectwo) Przytuły () einbezogenGmina Ełk und ist somit eine Ortschaft im Verbund der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Kirche Rydzewen resp. Schwarzberge war vor 1945 in die evangelische Kirche StradaunenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 494 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Pfarrkirche Lyck im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Rydzewo katholischerseits zur Pfarrei Straduny im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei Pisz (Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Rydzewo liegt an einer Nebenstraße, die von der polnischen Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) aus über Zalesie zu erreichen ist. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Persönlichkeiten Herbert Reinoß (1935–2017), deutscher Schriftsteller

Einzelnachweise

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