Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland ist eine Gebietskirche der Neuapostolischen Kirche in Deutschland, welche die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen umfasst. Ihr Verwaltungssitz ist in Hamburg. Weitere Verwaltungen befinden sich in Berlin, Hannover und Taucha.https://nak-nordost.de/verwaltung Sie hat in den jeweiligen Bundesländern den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.Zum Beispiel: Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Rechtsstellung der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland vom 13. Juli 2017 (SächsABl. S. 1064; PDF, 214 KB) Sie ist nach Mitgliedern knapp die kleinste der drei Gebietskirchen in Deutschland.

Zum Bezirksapostelbereich Nord- und Ostdeutschland zählen zudem die neuapostolischen Christen und Gemeinden in Belarus, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Grönland, Irland, Island, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Geschichte Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland entstand durch die Fusion der ehemaligen Gebietskirchen Mittel- und Norddeutschland. Aufgrund der altersbedingten Ruhesetzung von Bezirksapostel Wilfried Klingler (Neuapostolische Kirche Mitteldeutschland) im Rahmen eines Festgottesdienstes am 19. Juni 2016 in Hannover wurde die Gebietskirche Mitteldeutschland mit der Gebietskirche Norddeutschland zusammengelegt. Betreut wird diese seit dem von Bezirksapostel Rüdiger Krause aus Norddeutschland.http://www.nak-nordost.de/db/56291/Nachrichten/Ruediger-Krause-leitet-neuen-Bezirksapostelbereich Für den neuen Bereich wurden Kirchenmitglieder aufgerufen bis Ende August 2015 Vorschläge für einen neuen Namen dieser Gebietskirche einzureichen.#93;=1516&cHash=4cd8352e1080a3b0dee098e4e22deb16 Als neuer Name wurde „Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland“ im Herbst 2015 von der zukünftigen Kirchenleitung vorgestellt. Dieser passe zur entstehenden Gebietskirche und wurde in den Umfrageergebnissen der Kirchenmitglieder vermehrt vorgeschlagen.http://nac.today/de/a/341147

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 schlossen sich die sieben rechtlich selbständigen Gebietskirchen Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen/Thüringen und Schleswig-Holstein zur Neuapostolischen Kirche in Nord- und Ostdeutschland mit Sitz in Hamburg zusammen.Beschluss in der gemeinsamen Sitzung der Gliedkirchen am 1. Oktober 2016.http://www.nak-nordost.de/db/66984/Nachrichten/In-greifbare-Naehe-gerueckt-Gebietskoerperschaft-Neuapostolische-Kirche-Nord-und-Ostdeutschlandhttp://www.nak-nordost.de/db/66984/Nachrichten/In-greifbare-Naehe-gerueckt-Gebietskoerperschaft-Neuapostolische-Kirche-Nord-und-Ostdeutschland

Mit rechtlicher Wirkung vom 1. Januar 2023 fusionierten die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland mit der bisherigen Gebietskirche Berlin-Brandenburg.https://nak-nordost.de/api/media/11462245/process?attachment=1&token=b81b6d3b395d181787bf3d23ba9e056c%3A1723833938%3A484209 Vorangegangen war die seelsorgerisch-administrative Fusion beider Gebietskirchen am 22. Mai 2022 durch Stammapostel Jean-Luc Schneider, der im Rahmen eines Festgottesdienstes den Bezirksapostel der Gebietskirche Berlin-Brandenburg Wolfgang Nadolny in den Ruhestand versetzte und die Gemeinden der bisherigen Gebietskirchen Berlin-Brandenburg unter die Leitung von Bezirksapostel Rüdiger Krause stellte. Für die bisherige Gebietskirche Berlin-Brandenburg ordinierte Stammapostel Schneider den bisherigen Bezirksältesten Thomas Krack als neuen Apostel, „damit die Betreuung der Geschwister nahtlos fortgeführt werden kann“.https://www.nak-zentralarchiv.de/db/7941750/Aktuell/Neuer-Apostel-fuer-die-neu-vereinigte-Gebietskirche

Am 14. Dezember 2025 versetzte Stammapostel Schneider Bezirksapostel Krause in den Ruhestand und beauftragte gleichzeitig den Bezirksapostelhelfer David Heynes (Großbritannien) als neuen Bezirksapostel für den Bezirksapostelbereich Nord- und Ostdeutschland (und damit auch für die Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland).

Geschichte im ehemaligen Mitteldeutschland

Erste Gemeindegründungen nach der Trennung von den katholisch-apostolischen Gemeinden gab es in Mitteldeutschland 1864 in Schladen (Niedersachsen), 1865 in Ilsenburg (Sachsen-Anhalt) und 1888 in Ranis bei Pößneck (Sachsen/Thüringen).

Ein frühes Zentrum der neuapostolischen Bewegung lag seit 1864 im Gebiet des Harzes. Dort entstanden in den 1860er Jahren zahlreiche Gemeinden. Bekannte Mittelpunkte der Bewegung waren Schladen und Osterode am Fallstein. Die Gemeinde Schladen wurde 1864 von Hamburg aus gegründet. In Osterode am Fallstein fanden zahlreiche sogenannte Missionsfeste statt. Kurze Zeit später entwickelten sich Wolfenbüttel und Braunschweig zu Zentren der neuapostolischen Bewegung.

Die Gemeinden in Niedersachsen wurden zunächst mit denen in Sachsen-Anhalt zusammen betreut. Dies geschah durch die Gebietskirche Apostelbezirk Braunschweig. In den 1940er Jahren wurde die Gebietskirche in Apostelbezirk Hannover umbenannt (nach 1985 Apostelbezirk Niedersachsen). Durch den Eisernen Vorhang bedingt wurden nach 1945 die Gemeinden in Sachsen-Anhalt selbständig zur Gebietskirche Apostelbezirk Magdeburg (später Apostelbezirk Sachsen-Anhalt) erhoben. Seit 1997 werden beide Gebietskirchen wieder zusammen betreut.

Geschichte im ehemaligen Norddeutschland

Die Gebietskirche Norddeutschland war nach ihrem Selbstverständnis die älteste in Deutschland. Hier entstand 1863 die erste Gemeinde der Allgemeinen christlichen apostolischen Mission. mini|Neuapostolische Kirche in Hamburg-Borgfelde Nach dem Tod des Apostels Preuß und der Spaltung 1878 bildete die verbliebene Restgemeinde den Grundstock zur Entwicklung der apostolischen, später neuapostolischen Gemeinden im Raum Norddeutschland. Diese Gemeinde bildete den Grundstock aller neuapostolischen Gemeinden. Heute besteht sie als neuapostolische Kirchengemeinde Hamburg-Borgfelde fort.

Von dieser Gemeinde aus wurde der Apostel Friedrich Wilhelm Schwarz nach Amsterdam entsandt. Es entwickelte sich schnell eine Filialgemeinde in Hamburg-Lurup. Auch im Harz entstanden Filialen (ab 1864 in Schladen), die zunächst von Hamburg aus betreut wurden.

1882 wurde, als zweite selbstständige Gemeinde dieser Gebietskirche, die Gemeinde Lüneburg erhoben. In rascher Folge entstanden im Gebiet der Lüneburger Heide mit Schwerpunkten in der Nordheide und um Soltau neuapostolische Gemeinden.

In den 1890er Jahren entstanden von Hamburg aus erste neuapostolische Gemeinden in Skandinavien. Der Bezirk war lange Zeit unter dem Namen seines Sitzes als Apostelbezirk Hamburg bekannt.

Nach 1945 wurden aus ihrem Gebiet heraus die Gebietskirchen Mecklenburg-Vorpommern und Bremen gegründet. Diese wurden nach 1990 wieder mit der Gebietskirche Hamburg zur Gebietskirche Norddeutschland vereinigt.

Leitung der Gebietskirche

Nord- und Ostdeutschland 2016–2025: Bezirksapostel Rüdiger Krause seit 2025: Bezirksapostel David Heynes

Ehemaliges Mitteldeutschland Gebietskirche Niedersachsen 1881–1897: Bezirksapostel Friedrich Krebs 1897–1906: Bezirksapostel Sebastian 1906–1936: Bezirksapostel Otto Steinweg 1936–1968: Bezirksapostel Hermann Knigge 1968–1993: Bezirksapostel Arno Steinweg 1993–2016: Bezirksapostel Wilfried Klingler (seit 1997 zusammen mit Sachsen-Anhalt, 2002 mit Sachsen/Thüringen)

Gebietskirche Sachsen-Anhalt 1957–1972: Bezirksapostel Heinrich Oberländer 1972–1997: Bezirksapostel Siegfried Karnick

Gebietskirche Sachsen/Thüringen 1985–2002: Bezirksapostel Fritz Nehrkorn

Ehemaliges Norddeutschland 12. April 1863 bis 25. Juli 1878: Apostel Louis Preuß 1878–1881: Apostel Menkhoff (Betreuung) 1881–1899: Apostel Fritz Krebs (Betreuung) 22. Mai 1899 bis 28. März 1903: Apostel Friedrich Wachmann 1903–1907: apostellos, kommissarische Leitung unter Bischof Popp 1. April 1907 bis 13. Mai 1922: Apostel Albert Güldenpfennig 25. Februar 1923 bis 4. Oktober 1926: Apostel Edmund Blöcker 4. Oktober 1926 bis 25. August 1946: Apostel Johannes Lembke 25. August 1946–1976: Apostel Karl Weinmann (Hamburg) / Bremen: Apostel Hermann Schumacher 1976 bis 10. Juli 1988: Bezirksapostel Günther Knobloch (Hamburg) … - 1992: betreut von Apostel Gijsbert Pos (Niederlande) 1992–2005: Bezirksapostel Wilhelm Leber 2005–2010: Bezirksapostel Karlheinz Schumacher 2010–2016: Bezirksapostel Rüdiger Krause

Galerie

Literatur Karl Weinmann: 100 Jahre Neuapostolische Kirche 1863–1963 – Apostelbezirk Hamburg. Bischoff, Frankfurt 1963

Weblinks Website der Neuapostolischen Kirche in Nord- und Ostdeutschland Verfassung der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland vom 01.01.2023

Einzelnachweise

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