Enzlar (fränkisch: EndslaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 41. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „endsla“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Bibart im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Enzlar liegt in der Gemarkung Altmannshausen.
Geografie Durch den Weiler fließt ein namenloser Bach, der unmittelbar westlich als linker Zufluss in die Bibart mündet. Die Bundesstraße 8 führt nach Possenheim (4,2 km westlich) bzw. nach Altmannshausen (3 km südöstlich). Die Bundesstraße 286 zweigt von der B 8 ab und führt nach Ziegenbach (2 km nördlich).
Geschichte Der Ort wurde 1356 im Lehenbuch Gerlachs von Hohenlohe als „Enslaren“ erstmals erwähnt. Das Grundwort ist ‚hlār‘ (germanisch für Weidepferch). Hieraus kann man schließen, dass der Ort deutlich früher gegründet wurde, als noch germanische Lehnwörter im Gebrauch waren. Das Bestimmungswort bleibt in seiner Bedeutung unklar.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 41f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Enzlar aus drei Höfen. Der Hof nördlich des Baches lag im Fraischbezirk der Schenken von Limpurg zu Speckfeld, die zwei Höfe südlich des Baches im Fraischbezirk des würzburgischen Amtes Markt Bibart.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 28.
Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Enzlar dem Steuerdistrikt Markt Bibart und der Ruralgemeinde Hellmitzheim zugeordnet. Wenig später wurde der Ort nach Altmannshausen umgemeindet. Am 1. Januar 1976 wurde Enzlar im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Bibart eingemeindet.
Baudenkmäler mini|Scheune Haus Nr. 3: dazugehörige Scheune
ehemalige Baudenkmäler Bauernhof südlich der Bundesstraße 8 (ehemals Haus Nr. 1). Erdgeschossiges Wohnstallhaus mit Satteldach auf profiliertem hölzernem Traufgesims. Im Keilstein des segmentbogig schließenden Hausteinrahmens der Tür datiert „GFS 1865“. Verputzter Massivbau mit Sockel und Kranzgesims. An den Ecken geknickte Hausteinpilaster. Im rechten Winkel steht eine Scheune aus Sandsteinquadern. Geknickte Eckvorlagen mit Kranzgesims. Im Satteldach drei Fledermausgaupen. Im Giebel drei Halbkreisfenster.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 57f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 1: Wohnstallhaus, wohl 18. Jahrhundert. Erdgeschossiges Fachwerkhaus mit steilem Giebeldach. Wandhohe und K-förmige Streben. Sockel aus Sandsteinquadern. Haus Nr. 2: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Walmdach. Über der Tür Beilzeichen (Freiherren von Franckenstein) und Jahreszahl „1853“. Verputzter Massivbau mit Hausteinsockel und Hausteinkanten. Rechteckfenster mit Hausteinrahmen. Etwa gleichzeitig zweitorige Scheune: Verputzter Massivbau mit erneuertem Satteldach. An den Toren Hausteinrahmen aus verzahnten Quadern. Schlitzfenster in zwei Reihen übereinander. An der östlichen Giebelseite zwei vermauerte Halbkreisöffnungen mit Hausteinrahmen. Drei Torpfeiler aus Quadern, Mitte des 19. Jahrhunderts, mit Satteldach, dessen Schrägen profiliert sind.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 36 35 32 25 21 24 32 32 29 31 22HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 5 3 3 3 4 3 6 5Quelle
Religion Enzlar ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Hellmitzheim gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Markt Bibart) Kategorie:Weiler im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1356