Birgit Decressin (* 13. September 1966 in Bocholt) ist eine deutsche Malerin.

Leben Decressin studierte zunächst von 1987 bis 1990 Grafik an der Fachhochschule Krefeld. 1990 wechselte sie an die Kunstakademie Düsseldorf in das Fach Freie Kunst Malerei und trat der Klasse von Gotthard Graubner bei. Danach von 1994 bis 1998 studierte Decressin in der Klasse von A. R. Penck Malerei und Freie Grafik und wurde 1996 zur Meisterschülerin ernannt. 1999 bis 2000 studierte Decressin Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und beendete das Studium mit einem abgeschlossenen Grundstudium. Seit 1996 lebte Decressin als freischaffende Künstlerin mit Atelier in Düsseldorf. Ihre Werke sind in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Im Jahr 2000 zog sie nach Grevenbroich und eröffnete neben ihrem Atelier eine eigene Galerie. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Isselburg/Werth. 2014 installierte Decressin an ihrem Wohnort eine Dauerausstellung ihrer Arbeiten in einem ehemaligen Futterspeicher. mini|Kunstakademie in Duesseldorf-Altstadt, von Nordwesten

Werk Die Malerei von Birgit Decressin ist vielschichtig und umfasst mehrere Werkgruppen, mit denen sich die Künstlerin seit den Anfängen ihres Schaffens immer wieder beschäftigt. Da sind die Menschenansammlungen, Plätze mit Ölfarbe gezeichnet, kleine Bildnisse, lebensgroße Frauenbildnisse, Stillleben, kleine und großformatige. Daneben entstehen auch Landschaften, Tierzeichnungen und Objekte in Ton. Decressin versteht die Malerei und das Zeichnen als Aneignung von Welt. Anlass zur Malerei oder Zeichnung ist immer die Realität, ein Ereignis, ein Seherlebnis. Bei den Platzbildern mit Menschenmengen handelt es sich um Darstellungen konkreter Plätze die Decressin aufsucht und sich zeichnerisch aneignet. Nicht der Ort mit seiner Architektur wird gezeigt, sondern die Menschen stehen im Mittelpunkt des Interesses. Decressin konzentriert sich in diesen Bildern auf die Menschen, wie sie sich fortbewegen, eilen, langsam schreiten, in Gruppen stehen, den Platz sozusagen in jeglicher Form räumlich einnehmen. Die Zeitlichkeit wird hier wichtig, die Dauer oder das flüchtige Erscheinen der Gestalten. Der Platz als Ort bleibt in diesen großen mit Ölfarbe gezeichneten Bildern undefiniert, wird nur durch wenige Linien angedeutet, wenn überhaupt. Räumlichkeit wird allein durch die Figurenkonstellation sichtbar. Bei den anderen Bildern, den Stillleben und Porträts ist es das Erlebnis von Licht und Farbe, welches die Künstlerin fasziniert. Die Malerei steht im Vordergrund. Der jeweilige Inhalt tritt zurück, bleibt aber immer erkennbar. Die Farbe, ihr Nuancenreichtum, die Komposition, die vielfältige Art der Pinselführung und des Farbauftrages werden zum Seherlebnis, welches den Betrachter bannt, ihn nahe an das Bild treten lässt oder ihn wieder auf Distanz bringt. Oft wird durch Abstand nehmen erst der Inhalt des Bildes und die räumliche Wahrnehmung möglich. Aber auch in diesen Bildern, in denen die Themen Stillleben und Bildnis als wichtige Kontinuen in der Malerei behandelt werden und die auch in der Erkenntnis und dem Respekt um die Leistungen großer Meister vorhergegangener Jahrhunderte entstehen, geht es um Zeitlichkeit, um die Flüchtigkeit des Daseins. Einiges in den Bildern erscheint nur noch als Hauch von etwas Dagewesenem, anderes drängt sich in seiner Präsens vollplastisch auf. Mit Farbe umschrieben, ausgearbeitet in unzähligen Farbfolgen ertupft, gestrichelt, verwischt, gesetzt, breit gepinselt, treten Früchte in Stillleben, Menschen in Bildnissen energetisch in Erscheinung. Die Tiefe des Erkennens, Erlebens von Welt, in diesem Fall durch das Sehen, wird im Werk der Malerin Birgit Decressin ausgelotet.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1996: Kunstmuseum in der Tonhalle Ehrenhof, „Arbeiten auf Papier“, Düsseldorf 1997: Kunsthaus Mettmann, „Malerei“, MettmannNicole Stein: „Wenig hat hier sehr viel Wirkung“ Doppelausstellung im Kunsthaus Mettmann, Birgit Decressin und Anette Marks, Rheinische Post 27. Mai 1997 2002: Museum der Stadt Bergkamen, „Malerei“, Bergkamen 2004: Kunstverein Siegburg, „Licht-Erscheinung“, SiegburgJürgen Röhrig: „Bilder, die anregen und herausfordern“ über die Ausstellung „Licht-Erscheinungen“ von Birgit Decressin, in der Reihe Kirche + Kunst, Kölner Stadt-Anzeiger Nr.105 - 5. Mai 2004 2004 und 2005: Galerie Ralf Plein, „Malerei“, DüsseldorfKlaus Sebastian: „Gelassen wirkende Frau im Spiegel“, Penck-Meisterschülerin Birgit Decressin stellt in den Schadow-Arkaden aus, Rheinische Post 12. Mai 2004 2006: Museum Villa Erckens, „Malerei“, Grevenbroich 2006: Museum Kunstraum Neuss, „Malerei“, Neuss 2006–2008: Galerie Decressin, „Malerei, Grafik, Objekte“, Grevenbroich 2010: Galerie Ute Freyer, „2 Meisterschülerinnen von A. R. Penck“, Bocholt 2011: Medizin- und Apothekenmuseum Rhede, „Malerei, Grafik, Objekte“, RhedeAusstellung über Birgit Decressin „Komposition aus Farbe und Licht“ im Medizin- und Apothekenmuseum Rhede seit 2014: Ehemaliger Futterspeicher Werth, „Dauerausstellung der künstlerischen Arbeiten von Birgit Decressin“, Isselburg/WerthClaudia Feld: „Werther Künstlerin macht Futterlager zur Dauerausstellung“, über die Dauerausstellung von Birgit Decressin in Isselburg/Werth, Bocholter-Borkener Volksblatt 14. Mai 2014. Online unter http://www.bbv-net.de/lokales/isselburg_artikel,-Werther-Kuenstlerin-macht-Futterlager-zur-Dauerausstellung-_arid,356842.html

Gruppenausstellungen 1988: Galerie der Fachhochschule Krefeld, „Photographische Arbeiten“, Krefeld 1989: Städtische Galerie Bocholt, „Euregio Kunstkreis-deutsche und niederländische Künstler“, Bocholt 1994: Museum am Ostwall Dortmund, „ausgewählte Zeichnungen von Studenten der Kunstakademie Düsseldorf“, Dortmund 1995: Kö-Galerie Düsseldorf, „Studenten der Kunstakademie Düsseldorf“, Düsseldorf 1996: Kunstkreis, Orangerie-Schloss Benrath, „Malerei“, Düsseldorf 1997: Kunstpalast Düsseldorf, „Klasse A. R. Penck in der großen Kunstausstellung“, Düsseldorf 1997: Atelier Luisenstraße, „Klasse A. R. Penck“, Düsseldorf 1998: Galerie der Cité Internationale des Arts Paris, „Malerei“, Paris 1999: Galerie éof Paris, „Carte Blanche“, Paris 1999: L´ Atelier sur I` Autoroute, „Ausstellungsprojekt von Künstlern aus Paris und Düsseldorf - 45 peintres“, Paris 2002: Airport Gallery, „internationale zeitgenössische Kunst“, Frankfurt am Main 2004: Airport Gallery, „Olympia, Kunst und Griechenland“, Frankfurt am Main 2016: 1. Kultur-Messe Bocholt, „Freie Kulturkommune, Bild, Skulptur, Wort, Musik“, Bocholt

Förderungen (Auswahl) 1995: Ankauf der Kohlezeichnung „Bewegungsstudie“ durch die Kunstakademie Düsseldorf 1998: Halbjähriges Paris-Stipendium Galerie Cité Internationale des Arts Paris, verliehen durch die Kunstakademie Düsseldorf und dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen 2006: Ankauf der 5 Grafiken „Pferde in Landschaft“ durch das Museum Kunstraum Neuss

Weblinks https://decressinbirgit.wordpress.com/ http://freiekulturkommune.de/

Einzelnachweise

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