mini|Focal Opal 19 Ti Focal JMlab ist ein französisches Unternehmen, das seit 1980 Audiosysteme entwickelt und vertreibt. Der Hauptsitz des Unternehmens – mit einer Fläche von 17.450 Quadratmetern – befindet sich im französischen Saint-Étienne. Dort sind die Verwaltung, die Fertigung und die Entwicklung der Audiosysteme ansässig. Das Portfolio umfasst Hifi-Lautsprecher, Lautsprechersysteme für den Automobilbereich sowie Kopfhörer und professionelle Studiomonitore. Focal fertigt die Lautsprecherchassis selbst (teilweise in Bourbon-Lancy).focal.com, 'Focal-Produkte – Made in France', abgerufen am 7. Oktober 2023.

2019 wurde für Focal JMlab (zusammen mit Naim Audio) ein Umsatz von 110 Millionen Euro erwartet. Beide Unternehmen investieren jährlich zusammen etwa 9 Millionen Euro in die Entwicklung.. Focal beschäftigt etwa 260 Personen in Frankreich. Die Firma verkauft weltweit in über 160 Länder, der Exportanteil beträgt über 70 %.delamar.de (unabhängiges Fachmagazin für Musiker), Focal – Das Savoir-vivre der audiophilen Feinmechanik, abgerufen am 14. Januar 2020.

Geschichte Die 1980er Jahre Focal JMlab war ursprünglich ein Planungsbüro im Bereich Akustik und wurde Ende 1979 von Jacques Mahul in Paris gegründet. Mahul, Ingenieur und technischer Journalist mit einer großen Leidenschaft für die Hifi-Technik, fertigte seine ersten Lautsprechertreiber in einer kleinen Werkstatt in Saint-Étienne, die sich in der Firma für Feinmechanik seines Vaters befand. Gleichzeitig brachte Jacques Mahul eine eigene Lautsprecher-Serie unter dem Markennamen JMlab heraus. Sein erster Lautsprecher, der Kompaktlautsprecher DB13, hatte die Besonderheit, vor allem im Tieftonbereich ein Klangvolumen bieten zu können, das sonst nur größere Modelle erreichten.What Hi-Fi vom 10. Januar 2019, 22 debut speakers from iconic hi-fi brands (englisch), abgerufen am 14. Januar 2020. Zu Beginn verkaufte er sein Produkt vor allem an Bekannte, doch schon bald wurde der DB13 offiziell auf den Markt gebracht. Im Laufe der 1980er Jahre etabliert das Unternehmen zwei Marken: Focal entwickelt Chassis und feiert Innovationen wie die „V“-Polyglass-Membran oder Polykevlar. JMlab konzentriert sich ihrerseits nach kleinen und mittelgroßen Lautsprechern nun auf hochwertige Modelle.focal.com, Die vollständige Geschichte von Focal, abgerufen am 14. Januar 2020.

1990er Jahre 1990 trat Gérard Chrétien in das Unternehmen ein. Er war seit 1977 Chefredakteur der französischen Zeitschrift „L'Audiophile“ und Geschäftsführer sowie Marketingleiter von Focal-JMlab bis 2010. Indem die Marke ihre Produkte den Ansprüchen der Kunden anpasst, wird sie schließlich Marktführer auf dem französischen Lautsprecher-Markt. Ihr Umsatz stieg von neun Millionen Euro 1992 auf 26 Millionen Euro 2010. Ebenfalls Anfang der 1990er Jahre begann das Unternehmen, seine Produkte im restlichen Europa zu verkaufen und nach Südostasien sowie Nordamerika zu exportieren. Ihre internationale Bekanntheit bekam die Marke auch durch zahlreiche Auszeichnungen. So wurde das Modell JMlab Vega in Japan zum „Lautsprecher des Jahres 1992“ gewählt; 1996 wurde die Grande Utopia von der internationalen Presse gefeiert.

2000er Jahre Seit 2002 befindet sich die Fertigung in Saint-Etienne, wo heute rund drei Viertel der Produktion umgesetzt werden. Ziel ist es, alle Lautsprecher mit selbst hergestellten Chassis auszustatten. 2003 wurden die beiden Marken unter dem Namen Focal JMlab für den Home-Sektor zusammengeführt, bevor 2005 für alle Produkte der Markenname Focal übernommen wurde. Ebenfalls 2003 nahm das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit der Pariser Designagentur Pineau & Le Porcher auf. Das Ziel dieser Zusammenarbeit besteht darin, Klangqualität und Ästhetik zu vereinen und dadurch zum Markenzeichen zu werden; das Design der Serien Profile und Electra (2005), Chorus (2006), Utopia (2008) sowie Dôme 2009 war Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

2007 erwarb das Unternehmen die Werkstätten der Design-Tischlerei „Guy HF“ im französischen Bourbon-Lancy in Saône-et-Loire.

Ab 2010

2011 fusionierte Focal JMlab mit Naim Audio Limited, einer britischen Marke für Highend-Elektronik, die hauptsächlich Verstärker und Netzwerkplayer fertigt. Die daraus entstehende neue Holding Focal & Naim verwaltet beide Marken. Die Marken bleiben jedoch unabhängig, arbeiten nach ihrer eigenen Philosophie und fertigen ihre jeweiligen eigenen Produktreihen. Focal profitiert von Naim dank deren Fachwissen im Bereich Elektronik, wodurch zahlreiche neue digitale Lösungen zur Hifi-Sound-Übertragung entstehen. 2011 präsentierte sich Focal in einem neuen Erscheinungsbild. 2012 errichtete das Unternehmen einen Showroom und ein neues Auditorium am Standort Saint-Étienne. 2013 präsentierten die beiden Unternehmen auf der Branchenmesse High End in München ihre Produkte zum ersten Mal gemeinsam.

2014 wurde Focal & Naim von seinem Führungsteam und von Naxicap Partners (Hauptaktionär; Naxicap ist der Private-Equity-Arm von Natixis), Aquasourca und Garibaldi Participations übernommen. Jacques Mahul bleibt dem Unternehmen als Vizepräsident von Focal JMlab erhalten. Im selben Jahr erhielt Focal vom französischen Staat die Auszeichnung „Entreprise du Patrimoine Vivant“, die das französische Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie an französische Unternehmen verleiht, siehe Auszeichnungen. 2014 fusionierten Focal & Naim zur Vervent Audio Group, zusammen hatten sie Ende 2019 430 Mitarbeiter.

Nach einer Ankündigung im März 2026 übernahm das nach eigenen Angaben seit 1934 bestehende belgische Technikunternehmen (Kinoprojektionsanbieter, medizinische Bildgebung) Barco im Mai 2026 Focal und Naim für etwa 135 Millionen Euro.

Technologien Das bei Focal JMlab regelmäßig laufende Forschungs- und Entwicklungsprogramm für Lautsprecherchassis-Technologie hat neue Konzepte ermöglicht; bis heute hat Focal etwa zehn Patente angemeldet.

Invershochtöner (1981) Der Invershochtöner wurde von Focal 1981 entworfen und entwickelt. Sein größter Vorteil liegt in seinem breiten Abstrahlverhalten und seiner hohen Dynamik; er ist in den meisten Lautsprecherboxen des Unternehmens zu finden und damit eine Art Markenzeichen für Focal.

K2-Membran (1986) 1986 stellte das Unternehmen die Sandwich-Struktur aus Polykevlar vor. Die Poly-K-Membran besteht auf beiden Seiten aus zwei Schichten Aramidfaser sowie aus hohlen Glas-Mikrokügelchen, um Gewicht, Steifigkeit und Dämpfung in Einklang zu bringen. Polyglass-Membran (1988) 1988 präsentierte Focal die Polyglass-Technologie. Feine Mikroglaskügelchen werden hierbei auf der hinteren Seite einer Zellulosezellstoff-Membran aufgetragen. Aus dieser Verbindung von Glas und Papier entsteht ein sehr steifes, aber außergewöhnlich leichtes Material, das für eine ausgezeichnete Dämpfung sorgt. Die Polyglass-Membran bietet so eine sehr lineare Frequenzgangkurve und hohe Auflösung im Mitteltonbereich. „W“-Sandwich-Membran (1995) 1995 ergänzt Focal sein Sandwich-Konzept mit den W-Membranen: Hierbei werden zwei Schichten Glasfaser rund um eine Schaumstoffschicht aufgetragen. Im Gegensatz zu Membranen aus nur einem Material ermöglicht es die „W“-Sandwich-Membran, die Frequenzgangkurve zu optimieren, indem Gewicht, Steifigkeit und Dämpfung in Einklang gebracht werden. mini|Grande Utopia, 2010,überarbeitet auch 2023 im Programm Beryllium-Hochtöner (2002) Focal stellte 2002 mit seinem Hochtöner aus reinem Beryllium eine Innovation vor. Dieses seltene Metall, das bei gleicher Masse deutlich steifer ist als Titan oder Aluminium, wird von Focal in vollkommen reiner Form verwendet. Beryllium ermöglicht es, einen leichteren und schnelleren Hochtöner mit besserer innerer Dämpfung umzusetzen. Als Inverskalotte wird der Frequenzgang auf mehr als 40 kHz erweitert und deckt eine Bandbreite von mehr als fünf Oktaven ab. Einsatz in den Focal-Serien Utopia, Sopra, Electra und Kanta sowie den hochpreisigen Studiomonitoren SM9 und SM6.connect.de vom 9. März 2011, Testbericht Kompaktbox Focal Electra 1008 BE II, abgerufen am 14. Januar 2020.

Al-Mg-Hochtöner (2007) Dieser Hochtöner wurde von Focal JMlab 2007 vorgestellt. Der Einsatz von Aluminium optimiert die Dämpfung, während das Magnesium die Steifigkeit der Kalotte erhöht. Das Ergebnis ist ein Al-Mg-Hochtöner mit auf mehr als 28 kHz erweitertem Frequenzgang. Der Al-Mg-Hochtöner ist unter anderem in den Serien Chorus, Chora und Aria für den Home-Sektor sowie CMS für den Profi-Sektor zu finden.

Flachs-Sandwich-Membran (2013) 18 Jahre nach der Vorstellung der „W“-Sandwich-Membran präsentierte Focal 2013 eine neue Focal-eigene Membran: die F-Membran („F“ für Flachs). Mit einer Schicht Flachsfasern zwischen zwei dünnen Schichten Glasfaser sind leichte, steife und dämpfende Membranen möglich. Durch die Sandwichbauweise lassen sich die Treiber für den benötigten Einsatzzweck (Mittelton, Tiefton oder Subwoofer) spezifisch konstruieren.

Tuned Mass Damping (2015) Zur Kontrolle der Resonanzfrequenz und zur Reduzierung der Mittelton-Verzerrungen wird auf die Aufhängung des Mitteltöners eine zusätzliche Masse aufgebracht. Dies bringt die Resonanzfrequenz der Aufhängung unter Kontrolle und beugt so einer Verformung der Konusmembran vor.

Infinite-Horn-Loading-System (2015) Hinter dem Beryllium-Hochtöner befindet sich eine kleine Kammer, die in ein zur Gehäuserückseite ausgerichtetes Horn mündet. Das Innere dieses Horns ist mit einem dämpfenden Material gefüllt. Die nach hinten abgestrahlten Schallwellen des Hochtöners werden nach und nach aufgenommen, wodurch Verzerrungen minimiert werden.

„M“-Profil-Hochtöner mit Inverskalotte (2016) Hochtöner der K2 Power-Serie, welche 2016 überarbeitet worden sind. Diese „M“-Form ermöglicht es, den Frequenzbereich zu erweitern, sowie eine sanftere Diffusion und detailreichere Höhen zu erreichen.

„M“-Profil-Membran (2018) Utopia M Lautsprecher (2018 erschienen) weisen eine „M“-förmige Membran auf und vereinen Stabilität, innere Dämpfung, Leichtigkeit für einen lineareren Frequenzbereich, reduzieren harmonische Verzerrung und bieten ein besseres Abstrahlverhalten. Außerdem ermöglicht die Technologie eine flachere Bauweise, welche im Car-HiFi-Bereich von Vorteil ist.

Slatefiber-Membran (2019) Die Slatefiber-Membran wurde für die Chora-Serie entwickelt und besteht aus recycelten linear angeordneten Kohlenstofffasern und thermoplastischem Polymer. Der Name kommt vom Schiefereffekt, englisch „slate effect“. So wie die höherpreisigen Flachs- und „W“-Membranen werden auch die Slatefiber-Membranen von Focal in Frankreich hergestellt.

Produkte mini|Lautsprecher von Focal JMlab mini|Focal Aria 936 mit Glasfaser-Flachs-Mittel- und Tieftönern, 2015 Die Produktpalette von Focal JMlab umfasst fünf Bereiche: Home (Home Entertainment), Car (Automobilbereich), Pro (professionelle Aufnahmestudios), Kopfhörer und schließlich Integration (Beschallungssysteme). Der Home-Bereich macht 59 % des Umsatzes aus und wird in zwei Unterbereiche unterteilt: Classic Collection: Alle Lautsprecher dieser Collection werden in Frankreich entworfen, entwickelt und gefertigt und vereinen Focal-Innovationen wie den Invershochtöner sowie die „W“- und „F“-Sandwich-Membranen. Die Collection umfasst die Serien Utopia, Sopra, Electra, Aria, Chorus und Chora.