Krautheim ist ein Gemeindeteil der Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Krautheim hat eine Fläche von 2,851 km². Sie ist in 516 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5524,97 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Wenzelsmühle und Ziegelhütte.

Krautheim war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Volkach am 1. Januar 1977 eine selbstständige Gemeinde. Historisch war das Dorf lange Zeit Teil der Grafschaft Castell. Die Casteller Grafen führten im 16. Jahrhundert die Reformation ein und Krautheim ist bis heute überwiegend evangelisch-lutherisch.

Krautheim liegt abseits der großen Touristen-Zentren an der Volkacher Mainschleife. Nur wenige Baudenkmäler haben sich erhalten. Neben der Kirche steht ein kleines Schloss, das von den Herren von Buttlar bewohnt wurde. Anders als in der Umgebung spielt der Weinbau nur eine untergeordnete Rolle, in Krautheim gibt es die Privatbrauerei Friedrich Düll.infranken: Krautheim hat reges Vereinsleben, abgerufen am 14. Oktober 2017.

Geografische Lage Geografie und naturräumliche Gliederung Das Pfarrdorf Krautheim liegt im äußersten Nordosten des Volkacher Gemeindegebietes. Im Norden beginnt mit dem Frankenwinheimer Gemeindeteil Brünnstadt der Landkreis Schweinfurt. Östlich befindet sich die Weinbergsmühle, die bis 1940 Teil der Gemarkung von Krautheim war und heute zu Frankenwinheim gehört. Im Süden liegt Rimbach, während sich im Südwesten auf Krautheimer Gemarkung die Einöden Wenzelsmühle und Ziegelhütte aufreihen; weiter südwestlich liegt Obervolkach. Im Nordwesten befindet sich der Kolitzheimer Gemeindeteil Zeilitzheim im Landkreis Schweinfurt.

Nächstgelegene größere Städte sind Kitzingen mit einer Distanz von etwa 19 Kilometern und Schweinfurt, welches ungefähr 18 Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das 28 Kilometer entfernte Würzburg.

Naturräumlich liegt die Krautheimer Gemarkung im Steigerwaldvorland von Neuses, das zum Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorland innerhalb der Mainfränkischen Platten gezählt wird.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 8. Januar 2019.

Das Dorf liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Deutschlands zählt. Dies erklärt auch den Weinbau im Ort. Krautheim ist von der Lettenkeuperlandschaft im unmittelbaren Vorland des Steigerwaldes und dem Lößgebiet mit Flugsandflächen bei Gaibach umgeben. Durch das Dorf fließt der Weidachbach, der bei Obervolkach in die Volkach mündet. Die Gemarkung wird vom Weinbergsleitengraben, ebenfalls ein Volkachzufluss, durchflossen.

Dorfgliederung mini|hochkant|Das Dorf Krautheim von Süden (Mai 2017) Die Krautheimer Gemarkung nimmt eine Fläche von etwa 3 km² ein, auf der sich zentral das Straßendorf am Weidach befindet. Die Kirche liegt im Norden des Dorfes, während das Schloss auf der gegenüberliegenden Dorfhälfte zu finden ist. Östlich der Kirche befindet sich das Brauereigelände. Im Jahr 1966 wurde das Baugebiet Am Bühl westlich des Gotteshauses ausgewiesen.

An die bebaute Fläche schließt sich seit den 1970er Jahren im Südwesten der Sportplatz des Dorfes an. Weiter südwestlich liegt die Kläranlage. Die Einöden Wenzelsmühle und Ziegelhütte liegen noch weiter im Westen auf Krautheimer Gemarkung auf der halben Strecke zwischen dem Dorf und Obervolkach. In Richtung Ziegelhütte befindet sich das Naturdenkmal Weinbergsleitengraben. Unmittelbar im Norden der Kirche steht ein Wasserturm.

Südlich des Dorfkerns an der Straße nach Rimbach liegt ein Tonbruch, ursprünglich wurde auf dem Areal das Bier der Brauerei gelagert; dort befand sich ein alter Felsenkeller. Krautheim hat nur wenige benannte Fluren. Südwestlich liegt das Geotop Ehemaliger Muschelkalkbruch, im Westen der Gemarkung der sogenannte Eckartsgraben. Im Nordwesten erheben sich die Ausläufer des Eulenberges.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte (bis 888) Erste Besiedlungsspuren auf einer Anhöhe südlich des heutigen Ortskerns sind bereits aus der Alt- und Mittelsteinzeit überliefert. Zwei Klingenkratzer und ein Klingenfragment kamen bei Ausgrabungen zutage. In der Jungsteinzeit bestand wohl eine bandkeramische Siedlung am selben Ort, die durch Keramik-, Amphibolit- und Reibsteinfunde belegt ist. Zusätzlich siedelten die Menschen der Rössener Kultur im Weidachtal. Für die folgende Zeit sind nur noch wenige Keramikreste der Hallstattzeit überliefert.

Während der Latènezeit kam es überall in der Mainschleifenregion zur Bevölkerungsüberlagerung. Die zugezogenen Kelten verdrängten die ursprünglich ansässige Bevölkerung. Für Krautheim sind aus dieser Epoche keine Funde nachgewiesen, allerdings wurde im nahen Rimbach eine Münze der Kelten entdeckt. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert begannen Germanen den Ort zu besiedeln. Für diese Zeit sind auch römische Keramiken überliefert. Im benachbarten Frankenwinheim grub man einen Sesterz des Nerva von 96/97 n. Chr. aus.

Der Ort geht auf den planmäßigen fränkischen Landesausbau des 6. und 7. Jahrhunderts zurück. Die Franken kamen als Eroberer in die Region und brachten erste Verwaltungsstrukturen nach Krautheim, außerdem forcierten sie die Christianisierung. Die Kolonisation orientierte sich an den naturräumlichen Gegebenheiten und wurde an den Bächen Volkach und Weidach vorangetrieben. Mittelpunkt war die Befestigung der Vogelsburg.Egert, Gerhard: Krautheim in Franken. S. 7.

Die Zollner in Krautheim (bis um 1525) Der Ort wurde am 13. März 888 erstmals als „Chrûtheim“ urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte ursprünglich zu den weitverzweigten Gütern des Königs Arnulf von Kärnten und bestand aus einem Fronhof mit einer Leibeigenensiedlung. Im 9. Jahrhundert wurden diese Königsgüter an verdiente Ministeriale oder Klöster verschenkt, um sich ihrer Loyalität gegenüber dem König zu versichern. Anders als die meisten Siedlungen um die Mainschleife, die dem Kloster Fulda zugesprochen wurden, kam Krautheim an den Ministerialen Epo. Nach seinem Tod erhielt das Bonifatiuskloster das Dorf.Egert, Gerhard: Krautheim in Franken. S. 9.

In der Folgezeit ging die Macht des Klosters in der Region zurück und regionaler Adel sowie das Würzburger Bistum füllten das entstandene Machtvakuum aus. Krautheim kam in die Hände der Grafen von Castell, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Dorfherrschaft ausübten.Bauer, Hans: Landkreis Kitzingen. S. 23. Zusätzlich etablierte sich ab dem Jahr 1074 auf dem Gelände eines Hofes eine eigene Grundherrschaft des nahegelegenen Klosters Münsterschwarzach. Auch die Herren von Weinsberg und das Zisterzienserkloster Ebrach waren im Ort begütert.

Die Casteller Grafen gaben im Spätmittelalter die Verwaltung ihres Besitzes an die Zollner von der Hallburg ab. Im Jahr 1376 erhielten Stephan Zollner von Hallburg und Endres Zollner von Rimbach das Dorf Krautheim von Johann zu Castell als Mannlehen. Bereits am 12. Juni 1454 kam es nach Erbstreitigkeiten zu einer Teilung der Vogtei. Endres Zollner von Hallburg und Peter Zollner von Rimbach teilten sich fortan die Rechte im Dorf. Im Jahr 1488 erhielten zusätzlich die Fuchs von Wonfurt ein Viertel der Dorfvogtei.

Auch kirchlich änderten sich im 15. Jahrhundert die Verhältnisse in Krautheim. Lange Zeit war das Dorf Filiale der Urpfarrei auf dem Kirchberg in Volkach. Nun entfremdete man sich von der weit entfernten Kirche Maria im Weingarten und baute eine neue, größere Kirche im Ort. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gewannen immer mehr evangelische Prediger wie die Zeilitzheimerin Argula von Grumbach an Einfluss, sodass die Bevölkerung Krautheims bald vollständig lutherisch war.Egert, Gerhard: Krautheim in Franken. S. 18.

Reformation und Glaubenskriege (bis um 1630) mini|hochkant|Das Epitaph des Veit Christoph Zollner, Sohn des Johann Friedrich Zollner, ist ein Hinweis auf die Herrschaft des Adelsgeschlechts (April 2013) Mit dem neuen Bekenntnis ging auch die Unzufriedenheit gegen die katholische Obrigkeit im Bistum Würzburg einher. Sie fand ihren Höhepunkt in den Ereignissen des Deutschen Bauernkrieges des Jahres 1525. Die Krautheimer organisierten sich im Volkacher Fähnlein und zogen gegen die Adelssitze in Rimbach, Gaibach, die Hallburg, die Vogelsburg und die Astheimer Kartause. Daraufhin ließ Bischof Konrad III. von Thüngen 1526 die Aufständischen bestrafen.

Das Dorf hatte auch im Zweiten Markgrafenkrieg der Jahre 1552 bis 1554 zu leiden, als brandenburgische Truppen Krautheim plünderten. Im Jahr 1546 endete die Herrschaft des Klosters Münsterschwarzach im Dorf. Am 25. Juli des Jahres kaufte Friedrich Zollner der Jüngere den Klosterhof von Abt Nikolaus Scholl und ließ ihn als Herrensitz ausbauen. Sein Nachfolger Wilhelm Balthasar Zollner bezog das neuerrichtete Zentrum des Dorfes und stiftete damit die Krautheimer Linie der Zollner.

In Krautheim etablierte sich eine unabhängige evangelische Pfarrei, als mit dem Amtsantritt von Pfarrer Paulus Bantz ein verheirateter Mann die Seelsorge übernahm.Kulturpfad Castel: Krautheim, abgerufen am 13. Februar 2015. Die Krautheimer wurden in der neuen Konfession von den Grafen von Castell unterstützt, die bereits 1549 übergetreten waren. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren Erbstreitigkeiten zwischen den Zöllnern, wobei verschiedene Linien des Adelsgeschlechts mit dem Krautheimer Lehen ausgestattet wurden.

Erst unter Friedrich von Zollner konnte die Vogtei im Dorf 1626 wieder in einer Hand vereint werden. Zuvor, 1601, waren die neuen kirchlichen Verhältnisse offiziell anerkannt worden, als der Grafschaft Castell die Landeshoheit, sowie die Kirchenhoheit über Krautheim zugesprochen worden war. Gerichtlich war allerdings immer noch das katholische Zehntgericht in Gerolzhofen für das Dorf verantwortlich. Aus dem Jahr 1617 ist ein Hexenprozess überliefert. Margaretha Hirschveit gestand und wurde in Gerolzhofen verbrannt.Egert, Gerhard: Krautheim in Franken. S. 23.

Die Grafschaft Castell (bis 1806) Wie brüchig der Frieden im konfessionell gespaltenen Gebiet um Krautheim war, zeigen die Ereignisse des Jahres 1629. Truppen des Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg fielen in Krautheim ein, um das Dorf wieder zur Rückkehr zum Katholizismus zu bewegen, blieben jedoch erfolglos. Im Jahr 1630 musste Hans Friedrich Zollner die Vogtei des Dorfes verpfänden, die bald darauf an die Grafschaft Castell fiel. Damit endete vorerst die Herrschaft der Zollner in Krautheim.Schmiedel, Wolfgang: 1000 Jahre Krautheimer Geschichte. S. 31.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges versuchte Georg Michel Zollner von Kleinlangheim mithilfe der Schweden das Dorf wieder in den Besitz der Familie zu bringen. Er musste allerdings nach dem Abzug der Schweden 1634 mit diesen fliehen. Krautheim war endgültig Teil der Grafschaft Castell geworden, ab 1662 erhielt das Gericht in Rüdenhausen auch die Hochgerichtsbarkeit. Das Hofgut und spätere Schloss wurde fortan von Fritz Eitel von Buttlar, einem Schwager der Zollner bewohnt. Die Herren von Buttlar wurden nie mit der Vogtei über das Dorf belehnt.Egert, Gerhard: Die Herren von Buttlar zu Krautheim. S. 150. Gleichzeitig begann der Wiederaufbau der nach dem 30 Jahre dauernden Krieg darniederliegenden Infrastruktur. Vom Jahr 1654 ist erstmals ein Brauhaus im Dorf überliefertTreutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S. 136., 1694 erhielt Krautheim ein neues Schulhaus, 1711 ein neues Pfarrhaus. In den Jahren 1731, 1732 und 1760 wütete die Rinderpest im Dorf und dezimierte das Vieh der Bauern. Im Juli 1796 wurde Krautheim in den Koalitionskriegen von französischen Truppen überfallen, einige Tage später fanden mehrere Gefechte zwischen französischen und österreichischen Truppen nahe dem Ort statt.

In Bayern (bis heute)