mini|hochkant|Johanna Keimeyer (2014) Johanna Keimeyer (* 1982 in Filderstadt) ist eine deutsche Medienkünstlerin und Designerin.

Jugend und Ausbildung Johanna Keimeyer wurde in Filderstadt geboren und wuchs in Überlingen am Bodensee auf. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Schreinerin an der Gewerblichen Schule für Holztechnik in Stuttgart und zur Polsterin bei der Vitra in Weil am Rhein und in Birsfelden. Anschließend studierte Keimeyer von 2007 bis 2012 Industriedesign an der Universität der Künste Berlin – mit Auslandsaufenthalten 2009 an der Kunsthochschule Tama in Tokyo sowie 2012 gleichzeitig an der Rhode Island School of Design und am MIT Media Lab in Boston.

Arbeiten Zwischen 2006 und 2011 arbeitete Keimeyer überwiegend mit Lichtobjekten. Sie entwarf Leuchten aus Recycling-Material, das sie in ganz Europa gesammelt hatte – mit dem Ziel, so eine Brücke zwischen Ökologie und Ökonomie zu schlagen. Im Zuge ihrer Arbeit nahm sie auch an einem Workshop mit den brasilianischen Möbeldesignern Humberto und Fernando Campana teil.Intelligent Life in: 40 under 40, Design’s Next Generation, Perspective, Hong Kong, August 2008, S. 20 ISSN 1606-2558 und Ein Haus der Ideen bauen, in: Art Magazin, Nr. 2, Februar 2007, S. 128. Keimeyer übernahm darüber hinaus eine Auftragsarbeit von Alexander von Vegesack und schuf das Lampenobjekt Trashure 2. Vegesack stellte die Lampe anschließend in seine private Sammlung und zeigte sie in der Ausstellung Adventure with Objects, die in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli in Turin stattfand.Alles ist erleuchtet, Welt-Kompakt, 27. Dezember 2010Domaine des Boisbuchet: Adventures with Objects Der italienische Fernsehsender RAI Uno berichtete über diese Ausstellung und über Keimeyers Recyclinglampen im Zuge eines Features über das kreative Berlin. Seit 2020 arbeitet Keimeyer als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Seit 2020 arbeitet die Künstlerin auch an dem Projekt „iconic portraits“, einer Serie von Fotografien, bei denen sie in die Rolle von historischen Persönlichkeiten schlüpft. Das ARD-Magazin „Titel, Thesen, Temperamente (TTT)“ berichtete im Januar 2023 über diese Arbeit.https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/keimeyer100.html Abgerufen am 25. Januar 2023.

Inszenierungen 2012 inszenierte sie im unsanierten Berliner Stadtbad Oderberger Straße die Abschlussarbeit ihres Diplomstudiums mit dem Titel Everything is Illusion. Zwischen 2008 und 2013 schuf sie Fotoarbeiten der Unterwasserserie Pool around me. Sie realisierte diese mit der Unterstützung von Martin Nicholas Kunz. Der Fotograf Ed Ruscha fotografierte in einer ähnlichen Serie private Pools, um ihre Gleichförmigkeit und die der Menschen zu zeigen. Keimeyer zeigt dagegen Körper in Hotelpools und stellt so im Gegensatz zu Ruscha die Menschen wieder in den Vordergrund. 2016 führte Keimeyer zur Wiedereröffnung des Stadtbades Oderberger Straße als Hotel eine Tanzperformance mit fünf Tänzern und einer Lichtshow auf.Auftauchen im Prenzlauer Berg, Berliner Morgenpost, Nr. 268, 29. September 2016, S. 12. Die Performance wurde von verschiedenen lokalen Medien besprochen. Fotos ihrer Serie Pool around me wurden gleichzeitig zur Raumausstattung der Hotelzimmer verwendet. 2017 realisierte sie die Installation Breathing Heart als Teil des offiziellen Programms zur Art Basel. Sie kreierte dazu ein riesiges begehbares Herz.

Auszeichnungen 2009: International Design Award, erster Platz Kategorie: Student, Product Design, Lighting 2010: Faces of Design Award, Bestes Online Portfolio 2018: Nominierung zum Bloom Art Award, Art Düsseldorf 2018: International Design Award Architecture Gold

Installationen (Auswahl) 2014: „Everything is illusion“ Video-Projektion, Manhattan Bridge Anchorage, Brooklyn 2015: „Space, Motion and Community“ Performance mit Jonah Bokaer und Stavros Gasparatos, Boisbuchet, Lessac 2016: „A New Dawn“ Installation in der historischen Schwimmhalle, Hotel Oderberger, Berlin 2017: „BREATHingHEART“ Installation, offizielles Programm zur Art Basel, Basel 2019: „The Face within“, Installation, Galerie Eck, München30 Minuten Egozentrik, Münchner Merkur, 14. September 2019, S. 15.

Ausstellungen (Auswahl) 2008: Teilnahme an „Adventure with Objects“ in der Pinacoteca Agnelli, Turin 2010: Teilnahme an „Kunstforum Brandenburg“, Potsdam 2011: Teilnahme an „Songs of the Sea“, National Glass Centre, Sunderland 2011: Teilnahme an „Luminous Times – Sustainable Architecture“, Frankreich, in Zusammenarbeit mit dem Vitra Design Museum und dem Centre Pompidou, Paris 2011: Audiovisuelle Installation, Bikini Showroom, Berlin 2011: Teilnahme am „DMY international design festival“ in Berlin, Flughafen Berlin-Tempelhof 2011: Teilnahme an „Young Design in Berlin“, Gallery Alte Schule, Berlin-Adlershof 2014: Teilnahme am „Festival of Lights NYC“, im Manhattan Bridge Anchorage, Dumbo, Brooklyn 2015: Teilnahme an Gallery Weekend Berlin, Fotoausstellung im Kino International, Berlin 2022: Selbstportrait-Fotografie-Serie „Iconic Portraits“ im Kühlhaus BerlinPressemitteilung zu „Iconic Portraits“, Juni 2022, abgerufen am 22. Januar 2023 2026: Fluid States, Film und Fotografien im Rahmen der Fashíon Week Berlin

Performances 2013: „Narcissism Now“ (Teil der „Pool Around Me“-Reihe) Live-Performance mit Großbild-Videoprojektion und Sound auf der Dachterrasse des Cabochon Hotel, BangkokPressemitteilung zu „Narcissism Now“ 2013 (PDF), abgerufen am 22. Januar 2023 2016: „A New Dawn“ Tanzperformance zu Sechst (mit fünf Tänzern und Tänzerinnen, choreographiert von Jadi Carboni) zu Musik von Sven Helbig und Lightshow von Ioannis Mihailidis im Hotel Oderberger, BerlinPressemitteilung zu „A New Dawn“ Oktober 2016 (PDF), abgerufen am 22. Januar 2023

Literatur (Auswahl) Alles ist erleuchtet, Sie macht aus Abfall Kunst, Johanna Keimeyer entwirft „Sustainable Design“, Welt-Kompakt, Nr. 252, 27. Dezember 2010, S. 24 f. Ein Haus der Ideen bauen, in: Art Magazin, Nr. 2, Februar 2007, S. 126–129. Johanna Keimeyer, „treat garbage like gold“, in: Ares Kalandides (Hrsg.), Berlin Design, Braun Publishing, Berlin 2009, S. 196 f. und S. 229, ISBN 978-3-03768-014-8 Johanna Keimeyer, Recycle Lights, in: Henrietta Thompson (Hrsg.), Reinventa, la tua casa, Mailand 2013, S. 119, ISBN 978-88-370-9037-1 New Glass Review 30, The Corning Museum of Glass (Hrsg.), New York 2009, S. 26, ISBN 978-0-87290-173-5 On existential collecting, in: Adventures with objects, La collezione Alexander von Vegesack, Mailand 2008, S. II/13, ISBN 978-88-370-6086-2 Joerg Suermann (Hrsg.),Weissensee Kunsthochschule Berlin (Design), copy culture, International Design Festival Berlin, Berlin 2011, S. 182 f., ISBN 978-3-9812813-5-4

Weblinks

Offizielle Website Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 9. August 2026: Die Künstlerin Johanna Keimeyer im Gespräch mit Julius Stucke. „Ich fühle mich manchmal wie ein Chamäleon“

Einzelnachweise

Kategorie:Absolvent der Universität der Künste Berlin Kategorie:Medienkünstler (Deutschland) Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Frau