Illmersdorf, , ist ein Gemeindeteil im Ortsteil Casel der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg). Der Ort war bis zur Eingemeindung zum 1. Januar 1958 in die Nachbargemeinde Casel eine eigenständige Gemeinde.
Geographie Illmersdorf liegt fünf Kilometer nordwestlich der Kernstadt Drebkau und rund 13 Kilometer südwestlich der Altstadt von Cottbus. Illmersdorf besitzt keine Gemarkung mehr; sie wurde mit der Gemarkung von Casel vereinigt. Die frühere Gemarkung Illmersdorf entspricht den Fluren 5,6 und 7 der heutigen Gemarkung Casel. Sie grenzte im Norden an Wiesendorf und Kackrow, im Osten an Koschendorf, im Südosten an Siewisch, im Süden an Radensdorf und im Westen an Casel und Brodtkowitz. Die ehemalige Gemarkung ist zum größeren Teil bewaldet. Einziger Wasserlauf auf der ehemaligen Gemarkung ist der Abzugsgraben Brodtkowitz, der in mehreren Armen nördlich des Dorfkerns beginnt und nach Norden abzieht. Im Osten bildet das Koselmühlenfließ die Grenze der heutigen Gemarkung Casel bzw. der ehemaligen Gemarkung Illmersdorf. Im Süden berührt das Neue Buchholzer Fließ gerade noch die ehemalige Gemarkung. Historisch gab es den Rohrteich nördlich des Ortes und den Lugk-Teich nordwestlich des Ortes.
Eine kleine Straße verbindet Illmersdorf mit dem östlich gelegenen Koschendorf und dem westlich gelegenen Wüstenhain und Brodtkowitz. Im Süden bildete die L52 die Grenze zur (ursprünglichen) Gemarkung Casel.
Geschichte Der Ort wurde um 1500 als Ylmerstorff erstmals erwähnt. 1511 erscheint der Name als Irmelsdorff, 1527 als Ilmesdorf und 1652 als Illmerßdorff. Der Name ist deutschen Ursprungs. Eichler leitet ihn von einem Personennamen Elmar (vom älteren Agilmar), also das Dorf eines Elmar, wahrscheinlich des Lokators. Houwald leitet dagegen den Namen von einem Hilmar ab, nach der Schreibweise Hilmersdorff in einer Urkunde von 1571. Demnach wäre es das Dorf eines Hilmar gewesen. Illmersdorf war ursprünglich ein kleines Runddorf, das durch die Bildung des Rittergutes stark deformiert wurde.
Besitzgeschichte Um 1500 gehörte Illmersdorf (oder auch nur ein Teil von Illmersdorf) den Brüdern Hans und Andreas von Greifenhagen (Greyffenhain). Sie verkauften es vor 1511 an Caspar (I.) von Zabeltitz, den Sohn des Hans von Zabeltitz von Wolkenberg, der am Donnerstag nach Maria Magdalena 1511 mit Illmersdorf und mit drei Scheffeln Getreide- und Gartenzins in Laasow belehnt wurde. Hans von Greyffenhain wurde am 29. März 1511 in Berlin wegen Straßenraub mit dem Schwert gerichtet.
Nach dem Lehnbrief für Caspar (I.) von Zabeltitz waren seine Brüder Christoph und Peter mitbelehnt. Er hatte für das Lehn Illmersdorf ein halbes Ritterpferd zu stellen. Aber auch die von Löben besaßen in Illmersdorf zwei Hüfner mit Namen Jeggel und Nowack mit dritthalb Hufen sowie fünf Gärtner, die sie bald nach 1511 an Caspar von Zabeltitz verkauften. Nach dem Lehnbrief für Siegmund von Köckritz auf Raakow vom 17. Oktober 1527 besaß er ebenfalls noch Rechte in Illmersdorf, die von der böhmischen Krone herrührten. In späteren Belehnungen der von Köckritz mit dem Rittergut Raakow taucht Illmersdorf nicht mehr auf, d. h. diese Rechte wurden wohl bald nach 1527 ebenfalls an Caspar (I.) von Zabeltitz verkauft. Er besaß außerdem Hänchen, Milkersdorf und Kunersdorf. Caspar (I.) von Zabeltitz war mit einer NN von Gersdorf verheiratet und hatte mit ihr die vier Söhne Hans, Christoph, Joachim und Caspar (II.), die nach seinem Tod 1536 mit Illmersdorf, Hänchen, Milkersdorf und Kunersdorf belehnt wurden. Joachim verkaufte 1537 seinen Anteil an seine Brüder; er starb um 1550.
Am 11. Dezember 1545 wurden die Brüder Christoph, Hans und Caspar von Zabeltitz zum Hänchen und Illmersdorf vom Landvogt Albrecht von Schlick Graf von Passaun mit dem Dorf Brodtkowitz belehnt. Hans von Zabeltitz war Amtshauptmann in Driesen in der Neumark. Anscheinend teilten die drei Brüder, wobei Hans Illmersdorf und Milkersdorf erhielt. Er war mit Anna von Zabeltitz verheiratet, die mit Konsens vom 17. Januar 1564 Illmersdorf als Leibgedinge verschrieben erhielt. Anscheinend ging Hans 1569 noch eine zweite Ehe mit einer NN. von Gersdorf ein. Er starb vor 1571. Sein Bruder Christoph saß in Hänchen und Caspar (II.) hatte Schorbus erworben. Nächster Besitzer von Illmersdorf war wiederum ein Caspar (hier Caspar (III.)), ein Sohn des Hans von Zabeltitz. Er war 1571 beim Tod des Vaters noch unmündig. Die Wiederbelehnung beim Regierungsantritt des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg 1571 nahm daher Christoff von Zabeltitz auf Hänchen und Caspar (II.) zu Schorbus für ihren Neffen Caspar (III.) entgegen. 1575 ist Caspar (III.) Besitzer von Illmersdorf, er muss also bis dato volljährig geworden sein. Caspar (III.) taucht in zahlreichen Lehnsbriefen seiner nahen Verwandten von Zabeltitz als Mitbelehnter auf. Er war mit Dorothea von Zabeltitz, Tochter des Christoph von Zabeltitz und der Catharina von Haugwitz von Tranitz verheiratet. Ihm gehörten auch Milkersdorf und Heinersdorf. 1583 mussten die Zabeltitzer zum Hänchen und Illmersdorf zusammen ein Ritterpferd stellen. 1591 musste er ein Kapital in Höhe von 2.000 Gulden bei Wenzel von Lawald aufnehmen und ihm dafür Milkersdorf versetzen. 1612 kaufte er eine Hälfte von Kackrow und Wiesendorf. 1616 konnte er auch die andere Hälfte von Kackrow und Wiesendorf von den Brüdern Siegmund, Ernst, Georg, Hans Ludwig und Antonius von Musche (Mosch) erwerben. 1623 gab es in Illmersdorf ein Bergwerk, in dem nach Gold (oder eher Bernstein?) gegraben wurde. 1625 verkaufte er die beiden Dörfer Kackrow und Wiesendorf an Adam von Loeben auf Krieschow. Den Konsens dazu erhielt er am 29. Dezember 1626. Am 29. Mai 1632 überließ Caspar (III.) von Zabeltitz seinem einzigen Sohn Hans die Dörfer Illmersdorf und Brodtkowitz für 19.000 Taler. Die vier Töchter, von denen zwei bereits verheiratet waren, hatten erhalten bzw. sollten noch im Falle ihrer Heirat erhalten, je 1000 Taler Heiratsgut. Die zwei noch unverheirateten Töchter Eva und Margarethe sollten 200 Taler zu ihrer Hochzeit und in der Zeit vor ihrer Hochzeit je 60 Taler pro Jahr zu ihrem Lebensunterhalt bekommen. Hans von Zabeltitz war mit Dorothea von Knobelsdorf und/oder Anna von Muschwitz verheiratet. Aufgrund des verbreiteten Namens Hans in der Zabeltitz’schen Familie ist dies nicht ganz sicher. Sie hatte 4.000 Taler in die Ehe eingebracht. Auch Hans standen 2.000 Taler Lehngeld zu. Lehngeld und Ehegeld sollten unverzinsbar auf dem Gut stehen bleiben. Es ist bald darauf wieder eingegangen. Am 15. Juli 1633 gab Hans von Zabeltitz – verspätet – die Mutung für das väterliche Lehen ab. Er entschuldigte sich damit, dass er dies habe wegen der eingefallenen Pest und Kriegsläuffe bis dato nicht tun können. Zur Wiederbelehnung aus Anlass des Regierungsantrittes des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm 1644 war Hans, Caspars sel. Sohn zu Ilmersdorff abwesend.
Hans von Zabeltitz hatte einen Sohn Caspar (IV.), über den nicht viel bekannt ist. 1652 war dieser ohne Leibeserben verstorben, Krüger erwähnt für dieses Jahr Caspar von Zabeltitzes Erben. Das Gut war anscheinend hoch verschuldet und musste schließlich den Gläubigern überlassen werden, die es 1661 für 4.500 Taler an David Heinrich von Normann verkauften. Nach Houwald ist er wohl mit dem David Joachim von Normann identisch, der Hofjunker des Freiherrn von Kittlitz in Spremberg war. David Joachim von Normann war mit einer von Zabeltitz von Illmersdorf, in zweiter Ehe mit einer von Eichendorf verheiratet. Er war der Schwiegersohn des Hans (oder Caspar IV.) von Zabeltitz. Aus der ersten Ehe stammte der Sohn Dubislaff Philipp von Normann. Dieser wurde am 6. Februar 1670 geboren. Er war mit Eleonore Gottliebe von Zabeltitz, Tochter des Caspar Ernst von Zabeltitz und seiner Frau Hedwig Sofie geb. von Muschwitz auf Hänchen und Radensdorf verheiratet. Dubislaff Philipp von Normann übernahm das Gut Illmersdorf für 5.500 Taler. Der Ehe entsprossen fünf Töchter und der Sohn, Caspar Ernst (* 5. Februar 1696 in Illmersdorf), der später Illmersdorf übernahm. Die fünf Töchter waren: 1. Sofie Marianne, verheiratet mit Aegidius Leonhard von Zabeltitz auf Eichow, 2. Erdmuthe Eleonore, verheiratet mit dem königl.-poln. Rittmeister von Grünberg, 3. Charlotte Tugendreich, 4. Gottliebe (beide anscheinend unverheiratet) und 5. Johanna Louise verh. mit Jobst Ernst von Loeben auf Krieschow und Groß Osnig. Dubislaff Philipp von Normann starb am 22. Januar 1727 in Illmersdorf.
mini|Allianzwappen auf der Westseite der Kirche – „Durch Gottes Hilfe hat diese Kirche erbauen lassen Caspar Ernst von Normann MDCCXLII Königlich-Preußischer Obristwachtmeiser der Cavallerie“ Danach übernahm Caspar Ernst von Normann Illmersdorf. Er heiratete 1728 Johanna Luise von Barfus aus dem Hause Reichenow (Ortsteil von Reichenow-Möglin). Die Schwester Sophie Marianne heiratete den Egidius Leonhard von Zabeltitz auf Eichow. Der älteste Sohn Johann Ernst von Zabeltitz wurde um 1729 in Illmersdorf geboren. 1738 erwarb Caspar Ernst von Normann Anteilgut II Hänchen für 11.600 Taler von Friedrich Nikolaus von Rhaden und Anteilgut I Hänchen 1740 für 10.000 Taler von Wolf Ernst von Zabeltitz. Caspar Ernst von Normann ließ 1742 in Illmersdorf eine neue Fachwerkkirche bauen, die aber heute z. T. verputzt ist. Die Inschrift mit dem Allianzwappen auf der Westseite der Kirche besagt: „Durch Gottes Hilfe hat diese Kirche erbauen lassen Caspar Ernst von Normann MDCCXLII Königlich-Preußischer Obristwachtmeiser der Cavallerie“. Die Kirche von Illmersdorf erlangte dadurch eine gewisse Berühmtheit, dass in der Gruft unter dem Turm elf dort beigesetzte Leichen, Mitglieder der Familie von Normann, durch die besonderen mikroklimatischen Bedingungen mumifiziert wurden (siehe Artikel Mumien von Illmersdorf). Caspar Ernst von Normann brachte es in der preußischen Armee noch bis zum Rang eines Majors. Er hatte die Söhne Wilhelm Erdmann (14. September 1734), August Christian (* 9. April 1736; † 25. April 1807), Otto Leberecht (* 30. August 1737) und Johann Alexander (* 8. Juli 1743) sowie die Töchter Caroline Louise (* 3. März 1740, verh. mit dem sächsischen Major von Schönberg auf Dannenberg) und Philippine Charlotte (3. August 1745, verh. mit dem sächsischen Major Johann Wilhelm von Manstein). Drei Söhne starben als Kleinkinder. Caspar Ernst von Normann starb am 27. März 1748 in Illmersdorf und wurde in der von ihm erbauten Kirche und Gruft beigesetzt, ebenso seine Frau Johanna Luise geb. von Barfus.