Zühlen ist ein OrtsteilErwähnung als Ortsteil der Stadt Rheinsberg im Kommunalverzeichnis des Landes Brandenburg; abgerufen am 1. Mai 2026 der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Geografie

Der Ort liegt 6 Kilometer südwestlich von Rheinsberg und 16 Kilometer nördlich von Neuruppin im Norden von Brandenburg. Die Nachbarorte sind Linow, Linowsee und Charlottenau im Nordosten, Berkholzofen im Osten, Zechow, Rheinshagen, Schwanow und Braunsberg im Südosten, Binenwalde und Gühlen-Glienicke im Südwesten, Rheinsberg-Glienicke im Westen sowie Wallitz und Lotharhof im Nordwesten. Zu Zühlen gehören der Wohnplatz Uhlenberge und die wüste Feldmark Briesen.

Geschichte Damals vorhandene kleine Seen führten in ur- und frühgeschichtlicher Zeit zur Anlage von Siedlungen. Etwa 1 km südlich des Dorfes waren schon zur Bronzezeit Menschen ansässig, was Keramikfunde beweisen. Bereits 1868 wurde ein frühgermanischer Bestattungsplatz an den "Zühlenschen Pfühlen" untersucht. Es wurden etwa 200 Gräber freigelegt, die meisten Funde sind aber leider nicht erhalten geblieben. Die Urnen besaßen einen Steinschutz. Auf dem Jürgensberg bestand, auf drei Seiten von teilweise feuchten Niederungen und dem Hege-See umgeben, eine spätslawische Siedlung, weitere ebenso 200 m weiter östlich davon und östlich des Schulzensees.

Auch aus dem heutigen Dorf Zühlen stammen Scherben aus frühdeutscher Zeit. 1422 wird "Czulen" erstmals in einem Bericht über von Mecklenburgern in der Herrschaft Ruppin angerichtete Schäden erwähnt. Das Dorf wird wohl 200 Jahre älter sein. Der Ortsname könnte sich auf einen slawischen Personennamen beziehen oder aus der Altmark (Zühlen bei Arendsee) hierher übertragen worden sein. Zühlen gehörte damals dem Kloster Lindow und hatte einen Schulzen. Nach dem Aussterben der Grafen von Ruppin gelangte Zühlen zur Mark Brandenburg. 1540 wurden in Zühlen der Schulze, 1 Krüger, 20 Hüfner und 5 Kossäten sowie Kuhhirt und Schäfer gezählt. 1542 wurde das Kloster infolge Reformation aufgelöste, Zühlen wurde dem kurfürstlichen Amt Lindow zugeordnet. 1574 wurden nunmehr der Schulze, 3 Dreihüfner, 16 Zweihüfner, 1 Einhüfner sowie 10 Kossäten erwähnt. Sie nutzten auch die Feldmark Briesen sowie Land auf den Feldmarken Linow und Basdorf und Wiesen auf Kunst (heute Kunsterspring) und dem Reiberholz. Daneben hatte der Pfarrer 2 Hufen 3 Morgen Land und eine Wiese im Luch bei Möckern. Dem Küster standen von jedem Bauernhof ein Scheffel Roggen zu, auch besaß er einen Kohlgarten vor dem Dorf. Auf dem See zu Briese wurde Fischerei betrieben. 1624 waren weiterhin 21 Bauernhöfe vorhanden, daneben 6 Kossäten, 1 Hirt, 1 Schäfer, 1 Schmied und ein Hirtenknecht, die Feldmark zählte 46 Bauern- und 2 Pfarrhufen.

In der Umgebung waren viele Orte wüst geworden, dort machte sich jetzt Wald breit. Die Zühlener nutzten dort Land, waren aber ebenso dem Kurfürsten zur Hilfe bei der Jagd verpflichtet. Ein unter Kurfürst Joachim II. 1560 errichtetes Jagdhaus, zu welchem 1590 auch noch ein Marstall und ein Haus für die Wagenknechte gehörte, wurde später Sitz des Heidereiters der Zühlenschen Forste.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch Zühlen verwüstet. 1652 waren 11 von 20 Bauernhöfen und eine der sechs Kossätenstellen wüst. 1687 wurden auf den immer noch wüsten Stellen (drei Dreihüfner-, 7 von 16 Zweihüfnerstellen) fünf Hugenottenfamilien angesiedelt. Zühlen zählte damals daneben noch 1 Einhüfner, 4 Kossäten,1 Spanreißer, 1 Dorfschäfer, 1 Kuhhirt und 1 Tagelöhner, die Feldmark zählte 46 Hufen. Auffällig ist, dass offenbar keine Fischerei mehr betrieben wurde.1716 zählte Zühlen 16 Hüfner, 4 Kossäten, 1 Schneider, 1 Dorfschäfer, 1 Kuhhirt ohne eigenes Vieh und "9 Paar Einwohner".

Baudenkmale mini|links|Dorfkirche Zühlen (2013) In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Zühlen drei Baudenkmale aufgeführt, darunter die spätgotische Dorfkirche Zühlen, eine Saalkirche.

Literatur

Ruppiner Land. Ergebnisse der Heimatkundlichen Bestandsaufnahme, Bearbeiter: Dietrich Zühlke = Werte unserer Heimat Band 37. Akademie-Verlag Berlinm, 1981, S. 32–38

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ortsteil von Rheinsberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Gemeindeauflösung 2003