Mandy Kunze (* 15. März 1978 in Burgstädt) ist eine deutsche Malerin und eine Vertreterin der „Neuen Leipziger Schule“. mini|Mandy Kunze in ihrem Atelier, Leipzig 2017, vor dem Gemälde Welle/Wave, 2017, Acryl, Pigmente, Leinwand, 345 × 465 cm
Leben und Werk
Ausbildung und Stipendien Mandy Kunze studierte von 2005 bis 2009 in der Fachklasse für Malerei und Grafik bei Neo Rauch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB Leipzig). 2006 war sie mit einem Erasmus-Stipendium Studentin des National College of Art and Design in Dublin,National College of Art and Design Dublin, abgerufen am 10. Oktober 2016. 2008 Leonardo-Stipendiatin in Paris. 2010 legte sie erfolgreich ihre Diplomprüfung im Fach „Bildende Kunst: Malerei und Grafik“ unter Neo Rauch an der HGB Leipzig ab. Von 2010 bis 2011 war sie Gasthörerin der Meisterklasse für Malerei von Neo Rauch und von 2012 bis 2014 Meisterschülerin seiner Meisterklasse.Ingolf Rosendahl, Was die Leipziger Malerin Mandy Kunze nach Frankenberg trieb, 11. April 2025, in: Freie Presse, veröffentlicht am 21. Januar 2025, abgerufen am 27. Mai 2025.
Kunze erhielt verschiedene Arbeitsstipendien, darunter Salem 2 Salem, New York (2013), 9. Steinwerk Lithographie, Symposium Leipzig und Art Port Tel Aviv (2015), Print 4, Museum für Druckkunst (2021) und VG Bild, Spinnerei Leipzig (2022).
Lehrtätigkeit Kunze lehrte unter anderem an der Schmezalel-School in Tel-Aviv (Plenair-Painting, 2015), im Zeichenzirkel der Baumwollspinnerei Leipzig (2016). Von 2014 bis 2018 hatte sie einen Lehrauftrag an der Abendakademie der HGB Leipzig (Malerei Naturstudium) inne, 2024 an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor.
Künstlerisches Werk Kunze malt vorwiegend gegenständlich. Neben der Malerei sind Grafiktechniken wie die Lithographie, Holzschnitt und Radierung Eckpfeiler Schaffens., abgerufen am 27. Mai 2025. Zu den Hauptaspekten ihres Werks zählen die Atmosphäre der Leipziger Gründerzeit- und Industriearchitektur und Landschaften. Tiere und Tierdarstellungen spielen eine große Rolle in ihrem Leben und Werk. Neben exotischen Tieren steht der Leipziger Auwald mit seiner spezifischen Flora und Fauna im Zentrum ihrer Malerei. Thematisch bewegen sich ihre Arbeiten im Spannungsfeld von Innen- und Außenraum. Kunze bezeichnet dies als regionale visuelle Recherche in Sachsen, die sie fortlaufend vertiefe und erweitere. Den künstlerischen Schwerpunkt stellen dabei Interieurs, die neu entstandenen Seenlandschaften sowie Parks in der Umgebung dar.Die Unfassbarkeit der Dinge. Mitja Ficko - Mandy Kunze, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 2019, abgerufen am 27. Mai 2025. Lange Zeit fokussierte Kunze sich dabei auf das Studium ihrer eigenen Arbeitsumgebung. In diesem Prozess entstand eine ganze Reihe von variantenreichen Atelierbildern. Kunzes Malerei tendiert zunehmend zur Abstraktion. Gegenständliches wird schwerer fassbar, die Bildthemen lösen sich förmlich auf. Seit 2017 konzentriert sie sich auf die Themen Meer, Wasser, Wellen und damit verbunden auf die Farben Blau und Türkis in nuancenreichen Schattierungen. Das aus mehreren Teilen zusammengesetzte Monumentalgemälde Welle/Wave von 2017 und mit dem Format von 345 × 465 cm bildet hierzu einen aktuellen Höhepunkt. Ihre Bilder entwickeln ein starkes visuelles Eigenleben und sprechen für sich. Darauf verweist unter anderem der Schriftsteller Clemens Meyer, wenn er über Mandy Kunzes Malerei notiert:
2014 und 2016 hatte Kunze zwei Ausstellungsbeteiligungen in Abu Dhabi,Hg. Sara Tröster Klemm, Global Home. Yes Paradise No, Ausstellungskat., Abu Dhabi, Dresden 2016, abgerufen am 1. Juni 2025. eine in New York und 2015 ein vierwöchiges Arbeitsstipendium in Tel Aviv. Die Ambivalenz von Ferne und Heimat ist ein zentrales Thema ihrer Arbeit, das sich mit den anderen an verschiedenen Stellen verbindet.
Als ein Symbol ihres Entwicklungsweges betrachtet sie das Bild Tao (2014), in dem fernöstliche und regionale Elemente aufeinander treffen. Abu Dhabi inspirierte sie dazu, sich der Wüste und der arabischen Tradition der Falkenjagd zu widmen. Die Idee der Jagd habe etwas Meditatives. Entscheidend hierbei sei der Prozess der Achtsamkeit. Ebenfalls auf das Thema Jagd bezog sich die Gruppenausstellung Formation 7 im Leipziger Museum der bildenden Künste im Jahr 2017.Ausstellung der Formation 7, Museum der bildenden Künste, Leipzig, abgerufen am 10. November 2019. Charakteristisch für ihre Malerei ist die Verbindung zweier Kulturen und Landschaften, womit sie versuche, den Schleier der Gewohnheit zu heben.
Rezeption Neo Rauch schrieb 2010: „Mit großem Elan treibt Mandy Kunze über die Jahre hinweg ihr malerisches Programm voran. Dem Tafelbild als Offenbarungsort künstlerischer Fügungen begegnet sie von früh an mit dem angemessenen Respekt wie mit der Couragiertheit, die notwendig ist, um auf diesem Felde errungene Positionen auszubauen und schließlich zu überwingen.“ Besonders hebt er ihre „geradezu kämpferische Intensität“ hervor, „mit der sie die Farbmaterie in ihre Transformationen zwingt. Somit hält sie die evolutionäre Tiefenspannung im Werk aufrecht und lässt zugleich den Betrachter neugierig bleiben […].“vgl. Verleihung Förderpreis "Zonta Goslar": Laudatio auf Mandy Kunze, gesprochen von Antje Stoelzel-Tiedt, 2014, abgerufen am 27. Mai 2025.
Die Kunsthistorikerin Sara Tröster Klemm beurteilt Kunzes Werke folgendermaßen:
Kunze bevorzugt eine traditionelle Arbeitsweise vor Ort und ohne Foto-Vorlagen. In der Natur arbeitet sie teilweise mit dem Zeichenblock oder mit großen Leinwänden.Sara Tröster Klemm: Global Home – yes Paradise no. Ein Essay zu Heimat und Globalisierung, in: Global Home – yes Paradise no. Hrsg. von Sara Tröster Klemm, Ausst.-Kat. Observation Deck Abu Dhabi, Dresden/Abu Dhabi 2016, S. 17.
Auf Museum.de wird Kunze als eine „der aktuell interessantesten Vertreterinnen der Leipziger Malerschule“ bezeichnet.Die Unfassbarkeit der Dinge. Mitja Ficko - Mandy Kunze, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 2019, abgerufen am 27. Mai 2025.
Auszeichnungen 2009: Wärme, 1. Preis des Wettbewerbes in der Technik der Lithographie, Verbundnetz Gas AG, Leipzig 2014: Förderpreis, Museum Goslar, Zonta St. Barbara Goslar, abgerufen am 27. Mai 2025.
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
2010: Diplomausstellung „Weisses Feld“, Leipziger Baumwollspinnerei 2011: The Golden Journey to Samarkand, Brukenthal-Museum, Galeria de Arta Contemporana, Sibiu, RumänienBrukenthal-Museum, Museum für Moderne Kunst, Sibiu, Rumänien 2011: Holz, Museum Schloß Rochsburg 2014: Nil Regie, Boxhalle Düsseldorf 2015: Zum Raum wird hier die Zeit, Robert-Koepke-Haus Schwalenberg
2017: Out of the Blue, Detmolder Sommertheater 2018: Resonanz & Resilienz, MDR Intendanz Leipzig 2019: Open Studio Frühjahrs- und Herbstrundgang, Baumwollspinnerei, Leipzig 2019: Die Unfassbarkeit der Dinge, Städtische Galerie Villingen-SchwenningenDie Unfassbarkeit der Dinge. Mitja Ficko - Mandy Kunze, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 2019, abgerufen am 27. Mai 2025. 2020: Aqua Magica, Bernsteinzimmer Nürnberg 2020: Malerei und Grafik, Kunstverein Wernigerode 2020: About, Archiv Massiv, Baumwollspinnerei, Leipzig 2020: Die Heiligkeit der Handlung, A&O Kunsthalle Leipziga&o Kunsthalle, abgerufen am 1. Juni 2025. 2025: Der sichtbare Prozess, Stadtgalerie Frankenberg/Sa.Ingolf Rosendahl, Was die Leipziger Malerin Mandy Kunze nach Frankenberg trieb, 11. April 2025, in: Freie Presse, veröffentlicht am 21. Januar 2025, abgerufen am 27. Mai 2025.
Ausstellungsbeteiligungen 2011: 8. Berliner Kunstsalon, internationale Kunstmesse, Berlin 2012: Tacheles Kunstfestival, Malerei und Grafik im ehemaligen Theatersaal, Berlin 2013: Salem2Salem, Artist Residency and exhibition, New York 2013: Die andere Seite, Kulturfestival Magdeburg 2014: Salem2Salem, Artist Residency und Ausstellung, Schloss Salem, Bodenseekreis 2014: New Barbizon – Portraits and Landscapes, C1 Project Space Berlin 2014: Central Bus station, exhibition with New Barbizon, Tel Aviv 2014: Abu Dhabi Art Fair, Salwa Zeidan Gallery, Abu Dhabi 2015: Blind Date, Alabama, Sir, Leipzig 2015: Sittenbild, Raum Viereinhalb, St. Gallen 2015: Rotliegend, Mandy Kunze und Kerstin Pfefferkorn, Landtag Dresden 2015: Transurbane Kunstgeschichten, Leipzig is calling, Xpon Hamburg 2016: Dokodemodoor, Werkschauhalle, Baumwollspinnerei Leipzig 2016: 34. Grafikbörse, Museum für Druckkunst Leipzig 2016: 100 Sächsische Grafiken, Neue Sächsische Galerie Chemnitz 2016: Global home – yes Paradise no, Abu Dhabi 2017: Auftakt, Formation 7, Spinnerei Leipzig 2017: Ladder to heaven, Kunsthalle Pfaffenhofen 2017: Seit Cranach bis Charlie Hebdo, Kunstverein Coburg 2017: Mehr Druck, Museum Angerlehner, Thalheim, Österreich 2017: 4. Grafikbörse, Passage, Wanderausstellung Schloss Burgk, Landtag Dresden, Bad Elster, Museum Eisenhüttenstadt, Kressbronn am Bodensee 2018: Paradox, Museum für Druckkunst, Leipzig 2018: Nach dem Bild ist vor dem Bild, Freunde Aktueller Kunst, Zwickau 2018: 12. Grafikbiennale 100 Sächsische Grafiken, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz 2018: Akt 1: Hatz, Formation 7, Museum der bildenden Künste, Leipzig 2019: Voilà, Baumwollspinnerei, Leipzig 2019: Meisterstück!, ZAK Zentrum für Aktuelle Kunst, Alte Zitadelle Spandau, Berlin 2019: 35. Grafikbörse, Paradox, Museum für Druckkunst Leipzig, Schloss Burgk, Kunstwandelhalle Bad Elster, Neue Sächsische Galerie Bad Elster 2020: 35. Grafikbörse, Paradox, Orangerie Dessau, Museum in der Lände Kressbronn 2021: Let's Print in Leipzig 4, Museum für Druckkunst, Leipzig 2022: Die Heiligkeit der Handlung, u. a. mit Stephanie Dost, Irene Wellm und Gustav Franz, a&o Kunsthalle, Leipzig 2023: Blau Machen – Künstlervereinigung Dachau, Schloss Dachau 2024: Alles Liebe!, u. a. mit Franziska Guettler, Kathrin Landa und Corinne von Lebusa, Kunstverein AalenKunstverein Aalen, Ausstellungen 2024: 100 Sächsische Grafiken 2024, Neue Sächsische Galerie Chemnitz 2025: Resonanzen, mit Kathrin Thiele und David O'Kane, Kulturstiftung Marienmünster
Öffentliche Sammlungen Städtische Galerie Villingen-Schwenningen Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Kunstsammlung der VNG – Verbundnetz Gas AG Leipzig
Privatsammlungen in Abu Dhabi, Bukarest, Frankfurt a. M., Leipzig, New York City, Paris
Literatur Konstanze Caysa: Kritische Existenzialanalyse über die Freiheit als Rausch der Selbstermächtigung des Individuums. In: Stayinart, Ausgabe 3.25, S. 148–151, Abb. Mandy Kunze, Zustände, 2025, Mischtechnik auf LW, 190 × 160 cm, S. 150. Nina Fischäss: Mandy Kunze, in: Global Home – yes Paradise no, hg. von Sara Tröster Klemm, Ausst.-Kat. Observation Deck Abu Dhabi, Sandstein Verlag, Dresden/Abu Dhabi 2016, ISBN 978-3-00-052904-7, S. 43. Vanessa Charlotte Heitland: Die Macht der Bilder. In: Die Unfassbarkeit der Dinge. Mitja Ficko – Mandy Kunze. Hrsg.: Städtische Galerie Villingen-Schwenningen, Ausst.-Kat., Verlag Stadt Villingen-Schwenningen 2019, ISBN 978-3-939423-76-8, S. 28–31. Mandy Kunze, Clemens Meyer, Karoline Mueller-Stahl, Neo Rauch: Die blaue Stunde. MMKoehn Verlag, Leipzig 2017, ISBN 978-3-944903-31-6. Edmund Piper: 8. Berliner Kunstsalon, Kunstzeitschrift, 2011, S. 50–51. Neo Rauch; Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen e.V. (Hrsg.): Der ehemalige Norden, Text: Clemens Meyer, Salon Verlag, Leipzig 2011, ISBN 978-3-89770-381-0, S. 97–109. Christoph Ruckhäberle: LUBOK 9, Original Linolschnittbuch, LUBOK Verlag Leipzig 2010, S. 111–114 (o. S.). Sophie Stock: Mandy Kunze. The Golden Journey to Samarkand. Galeria de Artǎ Contemporanǎ a Muzeului National Brukenthal, Sibiu, 2-25 august 2011, über Ausstellung im Brukenthal-Museum, ins Rumänische übersetzt von Jutta Martini. In: arta. Uniunea Artistilor din Romania, Heft Nr. 2-3/2011, S. 138–139, .