Als Tugstein wird in Hohenems (Vorarlberg, Österreich) ein Weiler (ca. ) im Ortsteil Emsreute und ein großes am selben Ort befindliches Flurstück sowie ein Tobel (Tugstatobel) verstanden.
Name Tugstein ist eine in Vorarlberg mehrfach vorkommende Bezeichnung. Nach Johann Christoph Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen MundartAusgabe Wien 1811, Suchwort: „Der Tof“. ist Tof die Bezeichnung für „eine kalkartige sehr poröse Steinart, welche einem versteinerten Schwamme gleicht, und gemeiniglich viele Überbleibsel von Schalthieren in sich hält. In weiterer Bedeutung wird auch wohl eine jede poröse Steinart, auch wenn sie sandartig ist, Tofstein genannt“. Weitere Bezeichnungen seien: Tuf, Tufstein, Duft, Duftstein, Tugstein, Tuchsstein, Duckstein. Im Latein würde bei Plinius und Vitruvius Tophus oder Tofus verwendet, in der französischen Sprache: Tuf. Nach Adelung soll Tof „ein altes Europäisches Wort zu seyn, welches mit dem Lateinischen in der Seitenlinie verwandt ist, nicht aber von demselben abstammet“.
Die Bergparzelle und Siedlung hat die Bezeichnung von hier befindlichen Kalktuffvorkommen.Siehe: , 13. Mai 2015.
Topographie, Geografie, Lage und Verkehr Tugstein liegt unterhalb der Siedlung/Parzelle Reute und oberhalb der Siedlung Sägen. In „Schematismus für Tirol und Vorarlberg“, 1839, wurde Tugstein als eigenständiger Weiler und Teil von Hohenems angeführt.Schematismus für Tirol und Vorarlberg, Google Books, S. 154. Ebenfalls im „Provinzial-Handbuch von Tirol und Vorarlberg für das Jahr 1847“.Provinzial-Handbuch von Tirol und Vorarlberg: für das Jahr 1847, Google Books, S. 414. Im Allgemeiner National-Kalender für Tirol und Vorarlberg (1825), wird Tugstein als eigenes Dorf geführt.Allgemeiner National-Kalender für Tirol und Vorarlberg, Band 5, S. 41.
Handwerk, Gewerbe Der in Tugstein vorkommende Kalktuff wurde in der Vergangenheit, trotz bautechnisch schwieriger Nutzung (starke Wasseraufnahme des Gesteins möglich), intensiv abgebaut.Michael Unterwurzacher, Beate Rüf, Diethard Sanders: Quelltuff in Vorarlberg – Bildung, Verwendung, materialtechnische Eigenschaften. In: Vorarlberger Naturschau. Band 19, Dornbirn 2006, S. 219 (). Im Gegensatz zum Vorkommen von Kalktuff in Lingenau, ist das Vorkommen in Tugstein nicht als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Tugstein hat keine bedeutsame gewerbliche Infrastruktur herausgebildet. Es dominiert heute noch vor allem die Landwirtschaft.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Bezirk Dornbirn Kategorie:Geographie (Hohenems) Kategorie:Geographie (Alpenrheintal)