mini|hochkant=1.3| mini|Blick ins Egerland von Burg Hohenberg mini|Fußgängerübergang nach Tschechien bei der Hammermühle
Hohenberg an der Eger (amtlich: Hohenberg a.d.Eger) ist eine Stadt im Osten des oberfränkischen Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge. Hohenberg an der Eger liegt an der Bayerischen Porzellanstraße.
Geografie Geografische Lage Hohenberg an der Eger liegt am östlichen Rand des Naturparks Fichtelgebirge. Durch die Stadt fließt die Eger. Der 653 Meter hohe Steinberg ist die höchste Erhebung in der Stadt. Hohenberg liegt direkt an der tschechischen Grenze. Zur tschechischen Nachbargemeinde Libá (Liebenstein) besteht ein Grenzübergang in Hammermühle/Dubina (Eichelberg).
Gemeindegliederung Hohenberg an der Eger hat zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hohenberg a.d.Eger, Hohenberger Forst (Gemarkungsteil 1), Kaiserhammer Forst-Ost (zum Teil) und Neuhaus a.d.Eger. Die Gemarkung Hohenberg a.d.Eger hat eine Fläche von 4,612 km². Sie ist in 1050 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4329,15 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Confinhaus, Hammermühle, Massemühle und Pfeiffermühle.
Geschichte Auf einem steil zur Eger abfallenden Fels steht die Burg, die im Zusammenhang mit der Sicherung der Reichsburg Eger in der Zeit der Staufer entstanden ist. Erstmals wurde urkundlich 1222 ein „Bertholdus de Honberg“ in einer Waldsassener Schenkungsurkunde genannt. Dem reich begüterten Rittergeschlecht gehörte auch die Burg von Wunsiedel und das Burglehen von Eger. Vom Letzten des Geschlechts, Kneußel von Hohenberg, erwarb Burggraf Friedrich III. von Nürnberg 1285 Wunsiedel, wenig später fiel auch Hohenberg an ihn; Hohenberg und Wunsiedel waren damit die ersten Erwerbungen der Hohenzollern im Gebiet der Reichsstadt Eger. 1322 wurde Hohenberg zwar zusammen mit Eger dem Böhmenkönig Johann von Luxemburg verpfändet, die Auslieferung Hohenbergs unterblieb jedoch. 1413 wurde Hohenberg dem Egerer Landgericht endgültig entzogen, es entstand das Amt Hohenberg, eines der sechs Ämter im Sechsämterland des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Um die Burg entstand eine dörfliche Siedlung mit Herbergen, einer Schenkstatt und einer Mühle. Ort und Burg waren bis 1799 mit dem Privileg einer kaiserlichen Freistätte ausgestattet. Vier steinerne Säulen (jetzt im Burghof zu sehen) standen an den Eingangswegen des Ortes und grenzten einen Schutzbereich ab. Gelang es Rechtsbrechern, den Schutzbereich zu erreichen, waren sie im Asyl des Kaisers und zunächst frei von Verfolgung.
mini|Deutsches Porzellanmuseum
1814 gründete Carolus Magnus Hutschenreuther dort die erste Porzellanfabrik im nordostbayerischen Raum, die spätere C. M. Hutschenreuther AG Hohenberg. In der ehemaligen Fabrikantenvilla ist das Deutsche Porzellanmuseum, eine Abteilung des Porzellanikons (mit den Standorten Hohenberg an der Eger und Selb), untergebracht.
Der ehemalige Markt im Landkreis Rehau wurde am 29. April 1960 zur Stadt erhoben und am 1. Juli 1972 nach Auflösung des Landkreises Rehau dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge zugeschlagen.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1978 die Gemeinde Neuhaus an der Eger eingegliedert. Am 1. April 1980 kam ein Teil des gemeindefreien Gebietes Wunsiedel im Fichtelgebirge hinzu. Am 1. April 2013 kam ein Teil des Hohenberger Forstes ebenfalls zum Stadtgebiet.
Im April 2014 wurde das Baumdenkmal für die Deutsche Einheit anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung gepflanzt.André Paul: Drei Bäume für Deutschlands Einheit in: Bayerische Staatszeitung 24. April 2014; abgerufen am 7. Dezember 2023.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1518 auf 1439 um 79 bzw. um 5,2 %.
Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schirnding. Stadtrat Die Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat: Partei 2002 2008 2014 Nachwahl 2014 2020 CSU 6 Sitze 6 Sitze 6 Sitze 7 Sitze 6 SitzeSPD 6 Sitze 6 Sitze 6 Sitze 5 Sitze 6 SitzeGesamt 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze Erster Bürgermeister ist Jürgen Hoffmann.
Wappen
Städtepartnerschaften mini|Gedenksteine zur Partnerschaft mit Hohenberg an der Eger in Hohenberg, Niederösterreich Partnergemeinden der Stadt sind: Balatonkeresztúr in Ungarn (seit 1991) Hohenberg in Niederösterreich (seit 1981) Libá in Tschechien (seit 2007)
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Im Porzellanikon werden auf 2000 m² Porzellane aus drei Jahrhunderten gezeigt, die einen umfassenden Einblick in Kulturgeschichte und Wandel der Porzellanerzeugnisse geben. Dreimal jährlich wechseln Sonderausstellungen mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern und Themen. Das Museum gehört zusammen mit den 16 Kilometer entfernten Porzellanmuseen in Selb zum Museumskomplex Porzellanikon.
Burg Hohenberg mini|Burg Hohenberg Die Burg Hohenberg ist die besterhaltene Burg im Fichtelgebirge. Sie bildet ein Sechseck mit drei runden und zwei eckigen Türmen sowie der Vorburg. Auch der Wehrgang ist teilweise erhalten. Im Burghof steht das Fürstenhaus von 1666 (ehemaliges märkgräfliches Jagdschloss), weiterhin befinden sich dort Geleitsäulen und ein steinerner Getreidemetzen aus staufischer Zeit.
St.-Elisabeth-Kirche mini|hochkant|St.-Elisabeth-Kirche Im Jahre 1421 wurde erstmals eine Burgkapelle erwähnt. Nach zahlreichen Um- und Erweiterungsbauten wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 der Sakralbau weitgehend zerstört. Nach dem Wiederaufbau konnte die Kirche im November 1949 wieder eingeweiht werden. 1959 erhielt der Glockenturm seine heutige Form. Anfang der 1990er Jahre und 2010 wurde die Kirche erneut renoviert.Homepage der ev. Kirchengemeinde St. Elisabeth
Carolinenquelle Unmittelbar an der Eger befindet sich östlich von Hohenberg in der Nähe der Straße nach Fischern die Carolinenquelle.Bayern-Online: Die Anlage, die Teil des Netzes von Quellen im Egergebiet beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze ist, wurde im Rahmen der grenzüberschreitenden Aktion Sprudelndes Egerland renoviert.Viel Arbeit an der Quelle Frankenpost. 23. Februar 2011
Ehemaliges Forsthaus Die ursprüngliche Funktion des Hauses ist nicht klar. 1792 wurde das Gebäude als barockes Forsthaus ausgestattet. Sehenswert sind die Spindeltreppe aus Eichenholz im Eingangsbereich und die Malereien mit Deckenstuck im Jagdzimmer. Das Haus ist als Milchhof bekannt. Im Zweiten Weltkrieg war dort die Vergabestelle für Milchrationen.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Baumdenkmal für die Deutsche Einheit Das Baumdenkmal für die Deutsche Einheit wurde anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung von Ideengeber Werner Erhardt, Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Albrecht Schläger (Regionalvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Vize-Landrat Gerald Schade und einem Jungen aus Hohenberg in der Nähe der Carolinenquelle im April 2014 gepflanzt.
Wirtschaft Ansässige Unternehmen Hohenberger Tapetenmanufaktur GmbH Gewandschneiderei Your-Dark-Dream GbR Feiler GmbH Frottier- und Chenille–Weberei Ü-Haus GmbH, Fertig- und Tinyhäuser Porzellanmanufaktur Dibbern (Im ehem. Hutschenreuther-Werk)
Seniorenhaus Das Anfang Oktober 2017 eröffnete Seniorenhaus inmitten der Landstadt Hohenberg a.d. Eger umfasst eine Tagespflege, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Menschen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Menschen und eine Begegnungsstätte für alle Interessierten und alle Bürger in und um Hohenberg an der Eger. Es wurde nach der japanischen Geschäftsfrau Kazuko Yamakawa benannt, die rund 3,5 Millionen Euro für das Projekt der Gemeinde stiftete. Die Spende machte die Unternehmerin aus Dankbarkeit für eine über 40-jährige Geschäftspartnerschaft mit der Textilfirma Feiler, die das Grundstück gesponsert hat. Feiler gilt weltweit als führender Hersteller von echter, buntgewebter Chenille und fertigt ausschließlich am Standort Hohenberg. 90 Prozent der japanischen Frauen kennen das Unternehmen und seine Produkte..
Trivia Im Buch "Das gestohlene Kind" (Originaltitel: "The Stolen Child") von Keith Donohue spielt ein Kapitel im Ort Hohenberg (an der Eger).
Persönlichkeiten Ehrenbürger Kazuko Yamakawa (* 1943), Unternehmerin, vermarktete Hohenberger Textilprodukte in Japan Hugo Auvera (1857–1918), Ökonom, königlicher Kommerzienrat, Mitinhaber und Geschäftsführer der Porzellanwerke C. M. Hutschenreuther AG in Hohenberg
Söhne und Töchter der Stadt
Lorenz Hutschenreuther (1817–1886), Porzellanfabrikant und Begründer der Lorenz Hutschenreuther AG in Selb Karl Stöhr (1859–1931), Architekt, Baumeister und geheimer Kommerzienrat Theodor Kärner (1884–1966), Porzellanbildner und Tierbildhauer Kurt Mantel (1905–1982), Forstwissenschaftler
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen Hans von Kotzau (vor 1398–nach 1468), Amtmann von Hohenberg Carolus Magnus Hutschenreuther (1794–1845), gründete in Hohenberg die erste Porzellanfabrik im nordbayerischen Raum.
Literatur
Dietmar Herrmann: Rund um Hohenberg an der Eger, in: Der Siebenstern Heft 4/2012, S. 187. Harald Stark: Die Familie Notthafft – auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Späthling, Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X.
Weblinks
Stadt Hohenberg an der Eger Website des Deutschen Porzellanmuseums Literatur über Hohenberg a. d. Eger
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Ersterwähnung 1222 Kategorie:Stadt in Bayern Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1960 Kategorie:Eger (Elbe) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge