Der Sportverein Langenrohr ist ein Fußballverein aus dem niederösterreichischen Langenrohr im Bezirk Tulln. Der Verein gehört dem Niederösterreichischen Fußballverband (NÖFV) an und spielt seit der Saison 1993/94 in der vierthöchsten Leistungsstufe, der Landesliga Niederösterreich.
Geschichte Gründung mini|Erstes Vereinswappen Bereits in den 1930er-Jahren gab es in Langenrohr erste Bestrebungen zur Gründung eines Fußballvereins. Für einzelne Spiele stellte sich eine Mannschaft zusammen, jedoch scheiterte das Vorhaben an der fehlenden Verfügbarkeit eines geeigneten Fußballplatzes.
Am 15. August 1947 wurde der SV Langenrohr offiziell gegründet. An diesem Tag trafen sich im Gasthaus Krischke mehrere fußballbegeisterte Männer, um die Vereinsgründung zu vollziehen:
Josef Berger Anton Brenner Josef Kainzbauer Josef Reither (Sohn des gleichnamigen Landeshauptmann von Niederösterreich) Rudolf Reither Franz Schön Eduard Stadler (späterer Bürgermeister von Langenrohr) Josef Stadler Johann Strenn Franz Vogl
Um Probleme mit der Sportplatzsituation wie in der Vergangenheit zu vermeiden, stellte der Bürgermeister von Langenrohr, Baumühlner, bereits im Vorfeld der Vereinsgründung eine als „Kuhweide“ bezeichnete Fläche im Süden der Gemeinde zur Verfügung. An diesem Tag wurde der Verein SV Langenrohr offiziell gegründet. Der bereitgestellte Platz musste mit großem Aufwand zu einem bespielbaren Fußballplatz umgestaltet werden, weshalb der reguläre Spielbetrieb erst im Jahr 1948 aufgenommen werden konnte; der Verein wurde dabei in die 2. Klasse Tullnerfeld eingeteilt. In den Folgejahren kam Langenrohr über die Unterklassigkeit nicht hinaus.
Weiterer Verlauf bis 1992 Der erste Titel des Vereins war der „Spitt-Cup“ im Jahre 1961. Es dauerte 17 Jahre, bis man den ersten Meistertitel und den ersten Aufstieg in eine höhere Liga verbuchen konnte, denn Langenrohr wurde in der Saison 1964/65 Meister in der 2. Klasse Tullnerfeld und stieg in die 1. Klasse Nordwest-Mitte auf. Dort blieb man aber nur vier Jahre, dann stieg der Verein wieder als Meister in die Unterliga auf. Es dauerte wieder nicht lange, nach sieben Jahren stieg man in die neu gegründete Oberliga West auf, dort blieb man aber nur drei Jahre, denn dann folgte der erste Abstieg des Vereins wieder in die Unterliga. Durch den Abstieg motiviert kehrte man in der Saison 1983/84 in die Oberliga West zurück, zeitgleich konnte auch die Reserve und zwei Jugendmannschaften Meister in ihren Ligen werden. Beinahe gelang der Durchmarsch durch die Oberliga West, aber schon im darauffolgenden Jahr spielte Langenrohr in der 2. Landesliga West, was bis dahin der bislang größten Erfolg des Klubs war. Doch im Jahre 1993 toppte man diesen Erfolg.
Aufstieg in die Landesliga Niederösterreich Die Saison 1992/93 fing wenig gut an, denn Leistungsträger Martin Hohenecker, Christian Schlosser und der Trainer, den man noch behalten wollte, Johann Haller verließen den Verein. Als Ersatz holte man unter anderem den späteren Aufstiegstrainer Langenrohrs Gerhard Kratky. Als Spieler konnten Wolfgang Leitner, Karl Adamek und der ehemalige Langenrohrer Rudolf Ginsthofer geholt werden. Letzterer kehrte für ein halbes Jahr zurück, bevor er wieder zum SV Stockerau ging. Die Hinrunde beendete die Mannschaft als Erster und war somit Herbstmeister. Im Frühjahr 1993 trafen Langenrohr und der spätere Meister Gottsdorf aufeinander, welches mit 3:2 zugunsten der Gäste ausging. Gegen Ende der Saison konnte man den drittplatzierten FC Sturm 19 St. Pölten mit 2:0 besiegen und so konnte man in die Relegation gegen Hausmening einziehen. Die Spiele endeten 2:2 beziehungsweise 2:1 für Langenrohr und so konnte man erstmals in die Landesliga Niederösterreich aufsteigen. Der Verein spielt seitdem mehr als 20 Jahren ununterbrochen in dieser Liga.
Nach dem Aufstieg in die Landesliga Niederösterreich mini|Gedenktafel zu Ehren des verstorbenen Trainers Gerhard Kratky Die neue Saison begann gut, das erste Derby gegen den „großen“ Nachbarn FC Tulln konnte man mit 4:1 gewinnen. Beim letzten Match gegen den Mitaufsteiger Gottsdorf konnte man ein Unentschieden holen, was am Ende der Hinrunde den zweiten Platz bedeutete. Damit der Zusammenhalt der Mannschaft gestärkt wird, hielt der Verein in der Winterpause der Saison 1993/94 ein Trainingslager in der Türkei ab. Dabei kam es zu einer Tragödie, als Langenrohrs Spielertrainer Gerhard Kratky von einem Blitz getroffen wurde und ums Leben kam. Aus diesem Anlass heraus trat die Wiener Austria am 13. März 1994 gegen Langenrohr in einem Gedenkspiel zu Ehren des Aufstiegstrainers an. Die 1200 Zuseher sahen einen unerwarteten 4:3-Sieg Langenrohrs gegen den amtierenden österreichischen Meister. Die Saison beendete man als Dritter, was einen Platz im ÖFB-Cup garantierte.
Die zweite und dritte Landesliga-Saison gab es bis auf den Sieg gegen den späteren Meister von 1994/95 ASK Kottingbrunn und einem 7:0-Kantersieg gegen Erzrivalen FC Tulln wenig Nennenswertes. Im ÖFB-Cup hingegen konnte man in der ersten Runde den Regionalligisten EPSV Gmünd aus dem Cup werfen. In der zweiten Runde allerdings wurde man mit 7:3 von der Admira Wacker Mödling rausgeworfen.
Die Saison 1996/97 begann bescheiden, da die wichtigsten Spieler, allen voran Martin Niss und Werner Öllerer, dem Verein den Rücken kehrten. Als nach zehn Runden der Verein noch immer nicht in Fahrt gekommen ist, wurde der Trainer Mario Sehrengel gefeuert und August Baumühlner wurde der neue Trainer. Doch auch unter Baumühlner kam man erst gegen Ende der Hinrunde 1996 in Fahrt. Am Start der Rückrunde ereignete sich erneut eine Tragödie, denn der langwierige Langenrohrer Günter Stadler starb bei einem Autounfall. Doch selbst diese schreckliche Nachricht konnte Langenrohr nicht stoppen, denn man konnte einen fulminanten 5:0-Derbysieg gegen den SV Würmla im Tullnerfeld-Derby verbuchen. Doch selbst nach dem Kantersieg war der Verein in Abstiegsnöten. Erst nach der vorletzten Runde konnte man den Abstieg abwenden und schlussendlich noch siebenter werden.
1997/98 und 1998/99 verliefen sportlich gesehen bescheiden, erwähnenswert wäre die 5:0-Niederlage gegen Tulln, wo drei Langenrohrer mit der roten Karte ausgeschlossen wurden, und ein Debakel im ÖFB-Cup gegen SV Mattersburg. Infrastrukturell jedoch war das Jahr 1998 ein voller Erfolg, weil die neue Sportanlage Langenrohr mitsamt der Trainingsplätze fertiggestellt werden konnte. Auch nennenswert wäre im Jahre 1999 das Qualifikationsmatch zur U21-Europameisterschaft zwischen der österreichischen U21-Nationalmannschaft und der niederländischen U21-Nationalmannschaft. Es waren 2.600 Besucher vor Ort, theoretisch mehr als Langenrohr Einwohner hatte. In der Saison 1999/2000 erreicht Langenrohr in der Landesliga den vierten Platz, der zur Teilnahme am österreichischen Fußballcup berechtigte. Zum Meisterschaftsende konnte der österreichische Vizemeister der Saison 1998/99, Rapid Wien, zu einem Freundschaftsspiel empfangen werden. Die 1300 Zuseher sahen eine starke Leistung des SV Langenrohr, der zur Halbzeit mit 3:0 führte. Nach Wiederanpfiff ging das Match schlussendlich mit 4:3 an Rapid. In der darauffolgenden Saison kehrte Rapid Wien noch einmal auf Langenrohrs Sportanlage zurück, nur diesmal auf Grund des ÖFB-Cups. Hier war das Spiel wesentlich eindeutiger: ein klarer 4:0-Sieg für Rapid bedeuteten ein schnelles Aus für Langenrohr.
Die Saison 2001/02 startete wunschgemäß, da Spieler wie Peter Lackner und Martin Eberhardt geholt werden konnten und in der Vorrunde zum ÖFB-Cup der SV Würmla im Elfmeterschießen besiegt wurde. Die zweite Runde verlief allerdings überraschend, da man daheim den WSG Wattens mit 3:2 schlagen konnte. In der zweiten Runde wartete der LASK Linz, da war man allerdings chancenlos und ging mit 4:1 unter. Gegen Ende der Saison wurde eine neue Flutlichtanlage eröffnet.
2002/03 verpasste man als Zweiter hinter den Amateuren von Admira Wacker Mödling knapp den Aufstieg in die Regionalliga. Im ÖFB-Cup war man ähnlich erfolgreich, aber in der dritten Runde, zuvor besiegte man den SC Theresienfeld souverän sowie im Elfmeterschießen den Gersthofer SV, war erneut Schluss, diesmal gegen SV Mattersburg, wo es daheim ein 9:1-Debakel setzte. Erwähnenswert bleibt auch ein 10:1-Kantersieg gegen den Rivalen aus Würmla und dass man die komplette Saison, welche bis heute die Erfolgreichste des Vereins ist, nur mit einheimischen Spielern bestritten hat.
10 Jahre Landesliga Niederösterreich mini|Stefan Maierhofer, bei Langenrohr Vereinsspieler von 2003 bis zu seinem Wechsel zu Bayern München 2005 Die Saison 2003/04, nun schon zehn Jahre in der Landesliga, zählte nicht unbedingt zu den Besten von Langenrohr. Im ÖFB-Cup gewann man zwar überraschend mit 3:2 gegen den SC Eisenstadt, man wurde aber in der nächsten Runde von SC Schwanenstadt mit 5:0 abgeschossen. Außerdem wurde der Erzrivale Meister. Bezeichnet zur Saison verließ auch August Baumühlner nach elf Jahren den Verein.
Für die nächste Spielzeit wurde als Ziel eine Top-3-Platzierung festgelegt, und diese begann dann auch ausgezeichnet für den Sportverein. Beim ersten Match gegen SC Retz stieg man gut in die Partie ein und konnte nach fünf Minuten durch Peter Lackner in Führung gehen, doch konnte Retz schnell ausgleichen und lag ab der 60. Minute schon 1:4 zurück. Doch durch Tore von Stefan Maierhofer, Rudolf Ginsthofer und einem Doppelpack von Peter Riegler konnte man innerhalb von 20 Minuten die ganze Partie drehen und noch 5:4 gewinnen. Mit dem erfolgreichen Saisonauftakt konnte man mit dem vierten Spieltag mit einem Sieg über Ardagger, wo sich unter anderem Peter Lackner, Stefan Maierhofer und Andreas Dospel in die Torschützenliste eintrugen, die Tabellenspitze erklimmen. Doch die Freude wehrte nur kurz, denn die folgenden Spiele endeten alle nicht berauschend und so fand man am 12. Spieltag auf der neunten Position wieder. Doch ausgerechnet gegen den Rivalen Tulln wurde der Negativtrend dank eines Maierhofer-Tors beendet. Die Rückrunde verlief unspektakulär und man konnte trotz des zwischenzeitlichen Saisontiefs das angestrebte Ziel erreichen. Im ÖFB-Cup schied man jedoch in der Vorrunde gegen SV Haitzendorf, wo der Ex-Langenrohrer August Baumühlner mittlerweile Trainer sowie Spieler war, aus.