Der New York City ePrix 2017 (offiziell: 2017 FIA Formula E Qualcomm New York City ePrix) fand am 15. und 16. Juli auf der Formel-E-Rennstrecke New York City in New York City statt und war das neunte sowie das zehnte Rennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2016/17. Es handelte sich um den ersten New York City ePrix und um das erste Rennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft in Nordamerika seit dem Long Beach ePrix 2016.
Außerdem war es der erste ePrix, der vollkommen emissionsfrei stattfand, da der benötigte Strom vollständig von der Stipa-Nayaa-Windfarm in Mexiko, nordöstlich von Mexiko-Stadt, produziert wurde.
Bericht Hintergrund Nach dem Berlin ePrix führte Sébastien Buemi in der Fahrerwertung mit 32 Punkten vor Lucas di Grassi und mit 69 Punkten vor Felix Rosenqvist. In der Teamwertung hatte Renault e.dams 58 Punkte Vorsprung auf ABT Schaeffler Audi Sport und 80 Punkte Vorsprung auf Mahindra Racing.
Bei DS Virgin ersetzte Alex Lynn bei diesem Rennen José María López, der wegen des Rennens der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring den ePrix nicht bestreiten konnte. Lynn debütierte damit in der FIA-Formel-E-Meisterschaft, seine Position als Ersatzfahrer nahm bei diesem ePrix Richard Branson ein. Dies wurde jedoch in den Medien als PR-Gag wahrgenommen, da Branson nicht über die für einen Start erforderliche Rennlizenz verfügte. Auch Buemi konnte den ePrix wegen dieser Terminkollision nicht bestreiten. Er wurde bei dem Rennen durch Pierre Gasly ersetzt, der ebenfalls sein Debüt in der FIA-Formel-E-Meisterschaft gab.
Daniel Abt, di Grassi und Jean-Éric Vergne erhielten im ersten Rennen einen sogenannten FanBoost, sie durften die Leistung ihres zweiten Fahrzeugs einmal auf bis zu 200 kW erhöhen und so bis zu 100 Kilojoule Energie zusätzlich verwenden. di Grassi erhielt den neunten FanBoost im neunten Saisonrennen und den sechzehnten in der FIA-Formel-E-Meisterschaft. Für Abt war es der siebte FanBoost in dieser Saison und für Vergne der erste seit dem Paris ePrix 2016.
Im zweiten Rennen erhielten Abt und di Grassi erneut einen FanBoost, der dritte ging an Nick Heidfeld. Di Grassi erhielt somit den jeweils zehnten FanBoost im zehnten Saisonrennen und den siebzehnten in der FIA-Formel-E-Meisterschaft. Für Abt war es der achte FanBoost in dieser Saison, für Heidfeld war es der erste. Zuletzt hatte Heidfeld beim ersten Rennen des London ePrix 2016 einen FanBoost erhalten.
Renntag eins Training Im ersten freien Training fuhr Lynn mit einer Rundenzeit von 1:05,977 Minuten die schnellste Runde vor Sam Bird und Rosenqvist.
Im zweiten freien Training war Rosenqvist in 1:02,423 Minuten Schnellster vor Heidfeld und Nicolas Prost.
Qualifying Das Qualifying begann um 12:00 Uhr und fand in vier Gruppen zu je fünf Fahrern statt, jede Gruppe hatte sechs Minuten Zeit, in der die Piloten maximal eine gezeitete Runde mit einer Leistung 170 kW und anschließend maximal eine gezeitete Runde mit einer Leistung von 200 kW fahren durften. Bird war mit einer Rundenzeit von 1:02,806 Minuten Schnellster.
Die fünf schnellsten Fahrer fuhren anschließend im Superpole genannten Einzelzeitfahren die ersten fünf Positionen aus. Lynn sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:03,296 Minuten die Pole-Position und damit drei Punkte. Die weiteren Positionen belegten Abt, Vergne, Bird und Jérôme D’Ambrosio.
Rennen Das Rennen ging über 43 Runden.
Die Pole-Position befand sich auf der Außenseite der Strecke, so dass die Fahrer mit den geraden Startplatzierungen die erste Kurve auf der Innenseite anfuhren. Abt überholte so direkt am Start Lynn, auch Bird ging an Vergne und Heidfeld an D’Ambrosio vorbei. Im Mittelfeld kam es zu mehreren Berührungen, unter anderem zwischen Stéphane Sarrazin und Prost. In der Folge fiel Prost ans Ende des Feldes zurück. Mitch Evans kollidierte mit Robin Frijns, dabei brach die Vorderradaufhängung an seinem Jaguar. Er fuhr in langsamer Fahrt an die Box und wechselte in sein zweites Fahrzeug.
Abt führte vor Lynn, Bird, Vergne, Heidfeld, D’Ambrosio, Oliver Turvey, Sarrazin, Nelson Piquet jr. und di Grassi.
D’Ambrosio war nicht in der Lage, das Tempo der übrigen Piloten mitzugehen und musste in der dritten Runde Turvey und Sarrazin sowie eine Runde später Piquet passieren lassen. In Runde fünf beging Piquet einen Fahrfehler in einer Haarnadelkurve und musste abbremsen, um nicht gegen die Streckenbegrenzung zu prallen. D’Ambrosio fuhr auf Piquet auf, dabei beschädigte er sich sein Fahrzeug und di Grassi überholte ihn. D’Ambrosio fuhr kurz darauf zur Reparatur seines beschädigten Wagens an die Box. In der neunten Runde überholte Bird Lynn, auch Heidfeld ging an Vergne vorbei.
In der elften Runde griff Bird Abt an, der sich jedoch verteidigte. Dabei kam es zu einer leichten Berührung der Fahrzeuge, beide fuhren jedoch ohne Beschädigungen an ihren Wagen weiter. Evans fuhr zu diesem Zeitpunkt in seinem zweiten Fahrzeug die bis dahin schnellste Runde des Rennens. Piquet wurde in der zwölften Runde langsamer und musste nacheinander di Grassi, Rosenqvist, Loïc Duval, Adam Carroll und António Félix da Costa passieren lassen. Auch sein Teamkollege Turvey wurde langsamer, so dass nacheinander Sarrazin, di Grassi und Rosenqvist vorbeigingen.
Nachdem Bird mehrere Angriffe auf Abt gestartet hatte, überholte er ihn in Runde 16. Lynn musste zu diesem Zeitpunkt Energie sparen, so dass Heidfeld und Vergne vorbeigingen. In Runde 18 kollidierte Félix da Costa bei einem Überholversuch mit Carroll, dabei verloren beide Fahrzeuge Teile, die anschließend auf der Strecke lagen. Félix da Costa fuhr am Ende der Runde an die Box. Kurz darauf überholte Vergne Heidfeld und lag nun auf dem dritten Platz. Auch Sarrazin und di Grassi überholten Lynn, der den niedrigsten Energiestand aller Piloten hatte. Vergne ging in der gleichen Runde an Abt vorbei.
In der 20. Runde fuhr mit Lynn der erste Pilot zum regulären Fahrzeugwechsel, die Mindestzeit betrug 47 Sekunden. Eine Runde später folgten Bird, Vergne, Sarrazin, Rosenqvist, Duval, Turvey, Carroll, Tom Dillmann, Prost und Piquet. In der 22. Runde wechselten mit Abt, Heidfeld, di Grassi, Gasly und Frijns auch die letzten Piloten ihr Fahrzeug. Heidfelds Stopp dauerte dabei zwei Sekunden länger als die Mindestzeit, so dass er Positionen verlor.
Nach den Fahrzeugwechseln führte Bird vor Vergne, Abt, Sarrazin, Lynn, Rosenqvist, di Grassi, Heidfeld, Duval und Turvey. Maro Engel fuhr die schnellste Runde des Rennens, kurz darauf blieb Lynn mit einer defekten Antriebswelle auf der Strecke stehen.
In Runde 28 nutzte di Grassi seinen FanBoost, um den Rückstand auf Rosenqvist zu verringern und ihn unter Druck zu setzen. Rosenqvist gelang es jedoch, seine Position zu verteidigen. In der 32. Runde überholten Dillmann und Gasly nacheinander Carroll. Eine Runde später griff di Grassi erneut Rosenqvist an, der sich bei der Anfahrt auf Kurve zwei verbremste, drehte und anschließend rückwärts gegen die Streckenbegrenzung prallte. Dabei schlug er so fest ein, dass der Heckflügel an seinem Mahindra beschädigt wurde. Er verlor zwei Positionen an di Grassi und Heidfeld und nahm anschließend die Fahrt wieder auf. Da ein Teil seines Heckflügels am rechten Hinterreifen schliff, zeigte ihm die Rennleitung die Spiegelei-Flagge. Er fuhr zur Reparatur an die Box und fiel mit einer Runde Rückstand ans Ende des Feldes zurück.
In Runde 37 stellte Heidfeld sein Fahrzeug am Streckenrand ab, das rechte Hinterrad hatte sich gelöst. Zur Bergung des Wagens schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Strecke. Das Rennen wurde in Runde 41 wieder freigegeben.
In der letzten Runde rollte Abt mit einem Fehler im Batterie-Management-System aus und stellte sein Fahrzeug am Streckenrand ab. Dillmann fiel kurz vor dem Ziel vom neunten auf den dreizehnten Platz zurück.
Bird gewann vor Vergne und Sarrazin. Die restlichen Punkteplatzierungen belegten di Grassi, Duval, Turvey, Gasly, Prost, Frijns und Carroll. Der Punkt für die schnellste Rennrunde ging an Engel.
Renntag zwei Training Im Gegensatz zum Vortag fand am zweiten Renntag nur ein freies Training statt.
Bird war mit einer Rundenzeit von 1:02,209 Minuten Schnellster vor Vergne und Engel. Das Training wurde nach einem Unfall von Frijns rund zwei Minuten vor dem Ende abgebrochen.
Qualifying Das Qualifying begann um 9:00 Uhr und fand in vier Gruppen zu je fünf Fahrern statt, jede Gruppe hatte sechs Minuten Zeit, in der die Piloten maximal eine gezeitete Runde mit einer Leistung 170 kW und anschließend maximal eine gezeitete Runde mit einer Leistung von 200 kW fahren durften. Gasly war mit einer Rundenzeit von 1:02,080 Minuten Schnellster.
Die fünf schnellsten Fahrer fuhren anschließend im Superpole genannten Einzelzeitfahren die ersten fünf Positionen aus. Bird sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:02,285 Minuten die Pole-Position und damit drei Punkte. Die weiteren Positionen belegten Rosenqvist, Vergne, Gasly und Heidfeld.
Frijns wurde wegen eines Getriebewechsels nach dem Unfall im freien Training und Piquet wegen eines Motorwechsels um jeweils zehn Positionen nach hinten versetzt. Da dies von Startplatz 11 bzw. 16 aus nicht möglich war, mussten sie von den letzten beiden Startplätzen starten, zudem erhielt Frijns eine Fünf-Sekunden- und Piquet eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, die zusätzlich zur Mindestzeit beim Fahrzeugwechsel addiert wurde.
Rennen Das Rennen ging über 49 Runden.
Erneut starteten die Piloten von den geraden Startplätzen besser, so dass Rosenqvist in Führung ging. Engel fuhr in der ersten Kurve auf Vergne auf, in der Folge fuhr Abt auf Engel auf. Dillmann nutzte die Gelegenheit und fuhr auf der Innenseite der Strecke an Abt vorbei. Am Ende der ersten Runde blieb Abts Fahrzeug, wie bereits am Vortag, wegen eines Problems des Batteriemanagementsystems stehen. Abt gelang es, das Fahrzeug wieder in Bewegung zu setzen und in langsamer Fahrt an die Box zu fahren, wo er das Rennen später im zweiten Fahrzeug wieder aufnahm.
Rosenqvist führte vor Bird, Vergne, Heidfeld, Gasly, Engel, Turvey, Dillmann, di Grassi und Evans. Die Rennleitung zeigte Vergne die Spiegelei-Flagge, weil sich ein Teil der hinteren Radabdeckung infolge der Kollision in der ersten Runde gelöst hatte. Vergne fuhr in der zweiten Runde an die Box und ließ den Schaden reparieren, er fiel ans Ende des Feldes zurück.
Auch bei Engels Fahrzeug hatte sich ein Teil der hinteren Radabdeckung gelöst. Engel fuhr mehrfach nah an die Mauer heran, in der Hoffnung, sich so das beschädigte Teil abzustreifen. Dabei kollidierte er in der fünften Runde mit der Streckenbegrenzung und beschädigte seine Vorderradaufhängung. Er fuhr in die Box und wechselte auf sein zweites Fahrzeug, das er umbauen ließ, um die schnellste Runde fahren zu können. An der Spitze hatten sich die ersten vier Piloten bereits absetzen können, Turvey auf dem fünften Platz hielt die Fahrer hinter sich deutlich auf.
Evans stellte sein Fahrzeug mit einem technischen Defekt am Streckenrand ab. Um das Fahrzeug bergen zu können, rief die Rennleitung in der neunten Runde eine Full-Course-Yellow aus. Gasly kannte die genauen Regeln der Full-Course-Yellow nicht, so dass er zu früh verlangsamte und fünf Sekunden auf die führenden drei Piloten verlor. Das Rennen wurde eine Runde später wieder freigegeben. Bird überholte Rosenqvist und übernahm damit wieder die Führung. Heidfeld versuchte, die Situation auszunutzen und griff ebenfalls Rosenqvist an, kam jedoch nicht vorbei.
In der 13. Runde überholte di Grassi Dillmann und lag nun auf dem sechsten Platz. Zwei Runden später überholte er auch Turvey, der Rückstand auf den nun vor ihm liegenden Gasly betrug jedoch bereits rund acht Sekunden. Engel fuhr die bis dahin schnellste Runde des Rennens. Prost überholte in der 16. Runde Dillmann, eine Runde später gingen beide an Turvey vorbei.