mini|Kay Schwarz in seinem Atelier (2020) Kay Schwarz (* 1976 in Leipzig) ist ein deutscher Künstler, der unter verschiedenen Pseudonymen, zum Beispiel KaySchwarz157, aka Zarathustra157, aka YODA157, aka donnieKaracho157, aka #K157..., auftritt und in Leipzig arbeitet. Insbesondere als Streetart-Künstler und Graffiti/Stylewriter ist er in der Szene bekannt.
Leben mini|DIOGENES157, ca. 500 Plakate in Leipzig, aus BOOK157 Geboren 1976 in Leipzig-Grünau, absolvierte Kay Schwarz nach seinem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Energie-Elektroniker bei den Leipziger Stadtwerken (1992–1996). Von 1997 bis 1999 erwarb er an der Gutenbergschule (Fachoberschule Gestaltung) in Leipzig auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife. Ab 2000 folgte eine kurze Phase der Selbstständigkeit als Textilgestalter, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), sowie ein angefangenes BWL-Studium an der HTWK Leipzig. In diesen Jahren besuchte er regelmäßig Kurse an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Schließlich absolvierte Schwarz von 2002 bis 2009 sein Design-Studium in Dessau an der Hochschule Anhalt. Seit 2009 ist Kay Schwarz als freischaffender Künstler in seiner Heimatstadt Leipzig tätig.
Schaffen Die Wurzel seines künstlerischen Schaffens findet sich in den frühen 90er Jahren. Die Suche nach künstlerischen Ausdrucksformen ging einher mit dem Aufleben der Graffiti-Szene im Leipzig der Nachwendezeit. Diese Sozialisation in der Subkultur, gepaart mit jugendlichem Leichtsinn und einem unstillbaren Geltungsbedürfnis, bildeten den Nährboden für ein einzigartiges Experiment in Farbe und Form. Das Hauptmedium des Jahrzehnts waren Zugwaggons. Fast täglich entstand in dieser Zeit auf den Abstellgleisen in und um Leipzig Neues, egal ob Panel, End to End oder Wholecar.
Während der 1990er Jahre manifestierte sich bei ihm eine ausgeprägte Antihaltung gegenüber dem sogenannten kulturellen Kanon. Graffiti wurde über alles erhoben. Ästhetische Ansprüche formulierte er ausschließlich durch den Blick in die Szene, den Vergleich mit anderen Crews und Vertretern der Szene in den Ballungsgebieten der Republik und natürlich den USA.
Ab 1994 wurde vermehrt organisiert gemalt. Als Member der ersten Stunde wurde er in der BIA Bande/BiA157 aktiv. 1995 führte Unachtsamkeit zu Hausdurchsuchungen und umfangreichen Anzeigen wegen Sachbeschädigung. Die Gerichtsverfahren wurden mangels Beweislast letztlich eingestellt. Schwarz machte unbeirrt weiter. Seit den Nullerjahren dann vermehrt im Stadtgebiet.
Draußen auf der Straße findet er seit jeher Inspiration. Die gesammelten Eindrücke aus dem urbanen Raum bilden so auch den kritischen Kontext für die Arbeit im Atelier. Im Rahmen von Ausstellungsprojekten etwa zeigt er immer wieder, dass er sensibel für den Raum ist, bezieht ihn ein, stellt Verbindungen her zwischen diesem und seinen Kunstwerken, sei es mit Klebeband, Farbe oder anderen für ihn passenden Gestaltungsmitteln. Draußen und Drinnen werden stets zusammen gedacht.
In der Gegenwart ist das Atelier oft Entstehungsort seiner Kunst. Hier muss er sich zwar im Format beschränken, kann nicht direkt mit dem Stadtraum interagieren, aber mit dem Kompromiss, der Contemporary Urban Art heißt, ganz gut leben. Der urbane Raum muss freilich weiter als Nährboden herhalten, er bringt ihn mit, passt ihn ein. Zum Beispiel heißt das logischerweise nicht immer frei wählbare Medium draußen verputzte Wand, Ziegelmauer, Plane, Metalltor oder Stromkasten aus Kunststoff. Die Gestaltungsmedien sind entsprechend grobschlächtig: Farbspray mit Fatcap, Permanent- und Inkmarker, Teer- oder Fassadenfarbe auf Rolle. Drinnen erweitert sich diese Auswahl sichtlich, worin Kay Schwarz einen der größeren Vorzüge seiner Tätigkeit im Atelier sieht. Er kann selbst bestimmen, welches Format er verwendet und die Werkzeuge werden insgesamt filigraner. So gesellen sich etwa Pinsel, Fineliner, Stempel und Klebebänder zu Dose, Rolle und Marker. Dazu ist der Schaffensprozess hier deutlich entschleunigt. Keine äußeren Zwänge, ein selbstbestimmtes Tempo, kein Adrenalin.
Das wohl konstanteste und bekannteste Bildthema von Kay Schwarz sind die Kopfstudien. Mehr als ein Jahrzehnt schon bestimmen diese ausdrucksstarken, stilisierten Köpfe mit der prägnanten Linienführung, den Vordergrund eines Großteils seiner Bilder und Grafiken. Im Hintergrund dann stets Formen, Flächen, Perspektiven, immer wieder architektonische Elemente, statischer Stadtraum.
mini|Flyer für die Ausstellung „Die Spielgesellschaft“ 2013
Ausstellungen (Auswahl) 2002: Saftige Pflaumenart. Galerie Hotel Leipziger Hof, Leipzig 2008: Back to the rooms. Kunstprojekt, Designer’s Open, Leipzig 2010: Facefuck. Superkronik, Leipzig 2013: DIE SPIELGESELLSCHAFT (solo), Westwerk/Eisengiesserei, Leipzig 2014: Das Spiel des Schaffens (solo), Friedenskirche Gohlis, Leipzig 2014: Malerei und Leipziger Schule, Achtziger-Galerie, Berlin 2014: Die Spielgesellschaft on tour, Quarter Store (solo), Leipzig 2014: auf..stehen. Xpon-art Galerie, Hamburg 2014: ..anMACHEN. Xpon-art Galerie, Hamburg 2015: Sold. GAPGAP of Space, Leipzig 2015: Westwerker stellen aus. Westpol A.I.R. Space, Leipzig 2015: Weihnachtsstube, CU, Leipzig 2016: OVER THE TOP (solo), Galerie Hier+Jetzt, Tapetenwerk, Leipzig 2016: POP-ART MEETS STREETART. GALERIE VON&VON, Nürnberg 2016: CITY CRASH 7-das urbane Festival für Kunst und Kultur, Werk 2, Leipzig 2016: „BLOOOM/Art.Fair“ mit Galerie VON&VON, Köln 2016: RathausART, Nürnberg 2017: 11 in 4, GALERIE VON&VON, Nürnberg 2018: Prozess, Gruppenausstellung in der XPON-ART Gallery, Hamburg 2018: DIE FRÖHLICHE WISSENSCHAFT, Kunst für alle und keinen (solo), JAHN – Galerie, Leipzig 2020: „BOOK157 Release mit passender Kunst“ (solo); zur „Nacht der Kunst“ im Budde-Haus, Leipzig 2020/21: OPEN WINDOWS (solo), Galerie im Fenster, Zürich 2022: AT A CROSSROADS, Van der Plas Gallery, New York, NY 2022: CITY CRASH feat. donnieKaracho157, das Festival für Kunst und Kultur, Werk 2, Leipzig 2023: Crossed Lines, An artistic dialogue between Germany and Latin America, MONTERO ART GALLERY, Berlin 2024: based on a true story (solo), STROSS GALLERY, Graz, Österreich mini|KaySchwarz157 zur Vernissage @ "Good Behaviour - perspectives of UrbanArt" 20242024: Good Behaviour, FRAVIL artmanagement, Leipzig
Projekte 2003: Farbige Quadrate im Dienste der Medizin 2011: „U = R × I“ 2014: „Der Illusionist“ ...die Welt als Wille und Vorstellung.
Presse mini|Grüne Villa, Graffiti-Fassade, Westwerk, Leipzig 2014: „Mehr Platz und viel Kunst zum Westbesuch“, Bild/Der Korken, Mai/Juni 2014 2014: „.... und die Westwerk-Villa bekommt eine Graffiti-Fassade“, Bildzeitung 2016: „Die Kultur der Straße, Pop Art trifft auf innovative Streetart“, ZEITKUNST Monatszeitung für Kunst und KulturFebruar 2016 2020: „Draußen hat man nur einen Versuch“- weiß der Street-Art-Künstler Kay Schwarz, Leipziger Volkszeitung, November 2020
Literatur Oliver Schwarzkopf, Ulf Mailänder: Graffiti Art, Bd. 12, Graffiti in Sachsen. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-363-2. Oliver Schwarzkopf, Ulf Mailänder: Graffiti Art, Bd. 6, Berlin und neue Länder. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1997, ISBN 3-89602-126-5. Peter Niemann: BOOK157 KaySchwarz : Werkschau 2013–2020. Montbertus Verlag und Kunsthandel, Leipzig 2020, ISBN 978-3-9822302-0-7.
Weblinks
Homepage von KaySchwarz157 Instagram https://www.lvz.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-Regional/Neuerscheinung-Der-Leipziger-Street-Art-Kuenstler-Kay-Schwarz-veroeffentlicht-seine-Werkschau Montbertus Verlag https://fravil.de/kuenstlerinnen/kayschwarz157
Belege
Kategorie:Bildender Künstler (Leipzig) Kategorie:Zeitgenössischer Künstler Kategorie:Streetart-Künstler (Deutschland) Kategorie:Pop Art Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Mann