Helmut Tromm (* 8. Juli 1943 in Koblenz) ist ein deutscher Opernsänger (Tenor).

Leben Tromm stammt aus einer musikalischen Familie. Sein Vater war im Gesangsverein aktivVon den Meistersingern auf die Bühne. Porträt. Auf shz.de vom 16. Juni 2010. Abgerufen am 6. Oktober 2016 Helmut Tromm machte zunächst eine Ausbildung zum Keramikmodelleur. Als Quereinsteiger absolvierte er dann eine private Gesangsausbildung bei K. Kaltbeitzer-Hirsch in Koblenz. Am Theater Koblenz wirkte er zunächst im Opernchor mit und übernahm kleine Solo-Aufgaben. Ab der Spielzeit 1971/72 war er bis zum Ende der Spielzeit 1975/76 als lyrischer Tenor am Staatstheater Saarbrücken engagiert, wo er mit dem Rodolfo in La Bohème sein Debüt gab.THEATERARCHIV STAATSTHEATER SAARBRÜCKEN: PREMIEREN - UND ENSEMBLEARCHIV DES MUSIKTHEATERS ab 1956 Abgerufen am 7. Oktober 2016.

Seit 1976 war er bis zu seiner Pensionierung als Solist im Tenor-Fach am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg verpflichtet.Ks. Helmut Tromm Eintrag in: Deutsches Bühnen-Jahrbuch 2010. S. 473. Auszüge bei Google Books. Abgerufen am 6. Oktober 2016 Tromm war insgesamt ohne Unterbrechung 33 Jahre am Theater Flensburg tätig. Auch nach seiner Pensionierung 2008 trat er dort noch in kleinen Rollen auf, u. a. von Januar bis Juli 2010 als Hohepriester Annas in Jesus Christ Superstar.Jesus Christ Superstar. Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 7. Oktober 2016. Für seine künstlerischen Verdienste wurde er im Dezember 2005 vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater Flensburg auf Beschluss der Gesellschafterversammlung von Generalintendant Michael Grosse mit dem Titel Kammersänger ausgezeichnet.Helmut Tromm wurde am 25. Dezember in Flensburg auf Beschluss der Gesellschafterversammlung von Generalintendant Michael Grosse der Ehrentitel eines Kammersängers verliehen. In: Oper & Tanz. Ausgabe 2005/2. Außerdem wurde er zum Ehrenmitglied des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters Flensburg ernannt.Ensemble: Ehrenmitglieder des Theaters. Offizielle Internetpräsenz des Theaters Flensburg. Abgerufen am 7. Oktober 2016

Tromm sang zu Beginn seines Flensburger Engagement hauptsächlich noch das lyrische Tenor-Fach, insbesondere im italienischen Repertoire (Alfredo in La Traviata, Rodolfo in La Bohème u. a.). Später übernahm er das Rollenfach des jugendlich-dramatischen Tenors und des jugendlichen Heldentenors im deutschen wie im italienischen Fach. Schließlich erarbeitete er sich auch noch das schwere deutsche Fach (Wagner/Strauss). Über viele Spielzeiten hinweg profilierte er sich in Flensburg als Verdi-Interpret. Zu seinen Bühnenrollen gehörten u. a. Don José in Carmen, Florestan in Fidelio (u. a. in einer Neuinszenierung in der Spielzeit 1988/89; Premiere: Februar 1989), Radames in Aida, Cavaradossi in Tosca und Herodes in Salome.

In der Spielzeit 1982/83 war er der Titelheld in einer Neueinstudierung der Oper Hoffmanns Erzählungen (Premiere: September 1982); in dieser Inszenierung war Grit van Jüten (als Giulietta/Antonia) seine Partnerin.Gerhart Asche: Oeser setzt sich durch. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1982. Seite 50/51. In der Spielzeit 1983/84 sang er den Matteo in einer Neuinszenierung der Oper Arabella (Premiere: September 1983).Gerhart Asche: Reduktion mit Gewinn. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1983. Seite 44/45. In der Spielzeit übernahm er die Titelpartie in der Verdi-Oper Don Carlo (Premiere: Februar 1984) in italienischer Sprache, wo er durch „belkanteske stimmliche LInienführung überzeugte“.Gerhart Asche: Originalsprache als Motivationsverschleierung. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe April 1984. Seite 30. In der Spielzeit 1984/85 sang er den Manrico in einer Neuinszenierung der Verdi-Oper Il trovatore (Premiere: September 1984) in italienischer Sprache.Gerhart Asche: Blütenträume und Herbstlaub. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Dezember 1984. Seite 39. In der Spielzeit 1985/86 übernahm er die Rolle des Adolar in einer Neuinszenierung der Oper Euryanthe (Premiere: September 1985).Gerhart Asche: Seelenvoll strahlt Euryanthe. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1985. Seite 44.Michael Arndt: Mitreißend Musiziert. Aufführungskritik. In: Orpheus. Ausgabe Nr. 10, Oktober 1985. Seite 775/776. In der Spielzeit 1986/87 sang er die Partie des Macduff in der Flensburger Erstaufführung von Verdis Oper Macbeth.Gerhart Asche: Antiquierte Operngestik auf der Mülldeponie. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe April 1987. Seite 37/38. In der Spielzeit 1986/87 war er außerdem der Ritter Hugo von Ringstetten in einer Neuinszenierung der Lortzing-Oper Undine (Premiere: Mai 1987).Gerhart Asche: Um mit Lortzing zu sprechen, «passabel». Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Juli 1987. Seite 49. In der Spielzeit 1987/88 sang er die Titelrolle in einer Neuinszenierung der Oper Andrea Chénier (Premiere: November 1987). Er „bewährte sich mit dieser Rolle im italienischen Heldenfach“, sang mit „guter Phrasierung und klarer Diktion“, wobei ihm neben den expressiven Ausbrüchen besonders die schwärmerisch-lyrischen Passagen gelangen.K. Hartmann: FLENSBURG/NEUMÜNSTER: ANDRÉ CHENIER. Aufführungskritik. In: Opernglas. Ausgabe vom 2. Februar 1988. Seite 28. In der Spielzeit 1987/88 sang er außerdem den Alvaro in einer Neuinszenierung der Verdi-Oper La forza del destino (Premiere: Februar 1988).Gerhart Asche: Die Verdi-Welt wieder in Ordnung. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe April 1988. Seite 27. In der Spielzeit 1988/89 übernahm er nochmals die Partie des Rodolfo in einer Neuinszenierung der Puccini-Oper La Bohème; Tromm „gestaltete einen verläßlichen Rudolf mit imposanten Höhen, klanglich allerdings manchmal etwas zu eng“.Gerhart Asche: Eher matt. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Dezember 1988. Seite 38. In der Spielzeit 1989/90 sang er den Gabriele Adorno in einer Neuinszenierung der Verdi-Oper Simone Boccanegra.Gerhart Asche: Musikalisch eine runde Leistung. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Januar 1990. Seite 22. Zur Spielzeiteröffnung der Saison 1990/91 übernahm er die Titelpartie in einer Neuinszenierung der Verdi-Oper Otello (Premiere: September 1990) und „krönte damit seine langjährige Annäherung an Verdi“; sein Othello „wirkte nie forciert oder gestemmt, sondern blieb auch in der Emphase bemerkenswert schlank“.Gerhart Asche: Solide Arbeit - und manchmal mehr als das. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1990. Seite 42. In der Spielzeit 1990/91 war er auch als Max in einer Neuinszenierung der Oper Der Freischütz (Premiere: Februar 1991) besetzt.Gerhard Asche: Positives ist wieder einmal vom Flensburger Orchester zu berichten. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe April 1991, Seite 30. In der Spielzeit 1990/91 sang er außerdem den Henri in Der Mantel (Premiere: April 1991), wo er als langjährige „Stütze des Ensembles“ mit „heldischem Material wieder einmal auf sich aufmerksam machen konnte“.Gerhart Asche: Auf das ‹Diptychon› reduziert. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Juni 1991. Seite 53/54. In der Spielzeit 1991/92 sang er „mit sicher und klar geführter Stimme“ einen „überzeugenden“ Erik in einer Neuinszenierung von Wagners Oper Der Fliegende Holländer.Gerhard Asche: Ein rundum gelungener Abend. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1991. Seite 35.Ingeborg Kalkus: DIE FRIST IST UM. Aufführungskritik. In: Orpheus. Ausgabe März 1992. Seite 22. Im Juni 1992 war er der Dr. Cajus in der Falstaff-Neuinszenierung, der letzten Premiere der Spielzeit 1991/92 und Abschiedsinszenierung des damaligen Flensburger Operndirektors Hans-Dieter Sundermann (†), und machte in einer Rolle eine „gute Figur“.Ingeborg Kalkus: FINALE. Aufführungskritik. In: Orpheus. Ausgabe August 1992. Seite 23/24. In der Spielzeit 1993/94 übernahm er die Titelrolle in Wagners Tannhäuser; Tromm sang „mit ganz schlanker Stimmführung einen hell timbrierten, in belcantesker Linie angelegten Tannhäuser“.Gerhart Asche: Ein echtes Ensembletheater. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1993. Seite 45. In der Spielzeit 1994/95 war er in „bewährter Flensburger Qualität“ der „hellstimmige“ Prinz in einer Neuinszenierung der Oper Rusalka (Premiere: September 1994).Gerhart Asche: Traum vom Märchenprinzen. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe November 1994. Seite 43. In der Spielzeit 1995/96 übernahm er die Partie des Karl in der selten gespielten Verdi-Oper Die Räuber (Premiere: Mai 1996) in einer Neuinszenierung in deutscher Sprache.Gerhart Asche: Ein Hauch von Jago. Aufführungskritik. In: Opernwelt. Ausgabe Juli 1996. Seite 54.

Als langjähriges Ensemblemitglied übernahm Tromm auch zahlreiche kleinere Partien: Offizier/Scaramuccio in Ariadne auf Naxos (Spielzeit 1980/81; Premiere: September 1980), Oberpriester des Poseidon in Idomeneo (Spielzeit 1984/85; Premiere: Mai 1986), Mann mit dem Esel in Die Kluge (Spielzeit 1985/86; Premiere: Juni 1986) und Sänger in Der Rosenkavalier (Spielzeit 1989/90; Premiere: September 1989).

In der Spätphase seine Karriere übernahm er auch reine Charakterrollen. In der Spielzeit 2000/01 sang er den Schuiskij in Boris Godunow (Premiere: Dezember 2000). Zu seinen Charakterpartien gehörte u. a. auch der ältliche Ehemann Jason in George Antheils Opernerstling Transatlantic in der Spielzeit 2001/02. In der Spielzeit 2007/08 sang er den Hauptmann in Alban Bergs Oper Wozzeck, den er, obwohl „im Umgang mit den Noten gelegentlich etwas frei, als dramatisch präsente Figur“ zeichnete.Detlef Brandenburg: . Aufführungskritik. In: Die deutsche Bühne. Ausgabe 11/2007. Abgerufen am 7. Oktober 2016.

Als Gast trat er u. a. in Bukarest, Hamburg (u. a. in der Konzertsaison 1985/86 beim Faschings-Operettenkonzert mit dem Chor und NDR-Sinfonieorchester mit Melodien von Jacques Offenbach) und an den Bühnen der Hansestadt Lübeck (u. a. in der Spielzeit 1992/93 als Rodrigo in Otello und in der Spielzeit 1994/95 als Walther von der Vogelweide in Tannhäuser) auf. In der Spielzeit 1985/86 gastierte er „mit stimmkräftigen, ausdrucksstarken Tenor“ am Staatstheater Oldenburg als Kavalier in Cardillac.Wolfgang Denker: Macht des Goldes. Aufführungskritik. In: Orpheus. Ausgabe Juni 1986. Seite 472/473. Im Juli 1987 gastierte er bei den Eutiner Sommerfestspielen als Ismaele in Nabucco.Wolfgang Denker: Nasse Freuden. Aufführungskritiken zu den Eutiner Sommerfestspielen 1987. In: Orpheus. Ausgabe 13, November 1987. Festspielheft. Seite 1078/1079. Im Februar 1988 sang er in der Musikhalle Hamburg beim Faschingskonzert der „Konzertanten Oper Hamburg“ den Gesangslehrer Alfred in einer halbszenischen Aufführung der Strauß-Operette Die Fledermaus.Frieder Beer/Jo Heinsson: KONZERTANTER MUSIKHALLEN-RÜCKBLICK. Aufführungskritiken. In: Orpheus. Ausgabe September 1988. Seite 705/706. Im Sommer 1989 übernahm er bei den 39. Eutiner Sommerspielen den Don Alvaro in der Verdi-Oper Die Macht des Schicksals.Wolfgang Denker: 39. EUTINER SOMMERSPIELE. Aufführungskritik. In: Orpheus. Ausgabe 13, November 1989. Festspielheft. Seite 1053/1054.

Helmut Tromm lebt in Meyn.

Literatur Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theater Lexikon. Band IV. Singer - Tzschoppe. Seite 2660. De Gruyter, Berlin [u. a.]. Juli 2015. ISBN 978-3-11-043679-2 (abgerufen über De Gruyter Online). Kürschners Musiker-Handbuch 2006. Seite 481. K.G. Saur. München 2006. ISBN 3-598-24212-3.

Weblinks Helmut Tromm – Tondokument (Arie des Alfredo aus La Traviata) Helmut Tromm – Tondokument (Arie des Nadir aus Die Perlenfischer)

Einzelnachweise

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