mini|hochkant=1.3|Grundmauern der Minoischen Villa
Die Minoische Villa von Zakros () bezeichnet eine archäologische Ausgrabungsstätte im Osten der griechischen Insel Kreta. Sie befindet sich in der Gemeinde Sitia des Regionalbezirks Lasithi, unmittelbar südlich des Ortes Zakros (), auch Epano Zakros ( ‚Ober-Zakros‘) genannt, an der Straße nach Kato Zakros. Der Gattungsbegriff „Minoische Villa“ umschreibt einen Gebäudetyp, der weitgehend auf die Neupalastzeit der minoischen Kultur beschränkt ist.
Geschichte Die unter dem Namen Koukou Kefali 1 verzeichnete Ausgrabungsstätte wurde bereits ab 1901 von dem britischen Archäologen David Hogarth teilweise erforscht. Mitte der 1960er Jahre wurden Bauarbeiten an der Straße durchgeführt, die direkt über die Gebäudereste der „Minoischen Villa“ führt. Dies war Anlass weiterer Grabungen durch den griechischen Archäologen Nikolaos Platon, unterstützt von Efi und Giannis Sakellarakis. In den 1970er Jahren kam es zu Nachgrabungen durch die griechische Archäologin Alexandra Karetsou.
Das Gebäude der „Minoischen Villa“ von Zakros wird in die spätminoische Zeit SM I datiert. Es wurde am Hang eines Hügels auf mindestens drei Ebenen oder Terrassen errichtet. Über die obere Ebene verläuft heute die Straße nach Kato Zakros,Eleni Fragkaki: A Critical Analysis of the Site and Landscape of Zakros, in the context of the Minoan palaces of Crete. Dissertation, University College London 2009, S. 35 (englisch, Digitalisat). dem Standort des minoischen Palastes von Zakros. In einem Raum der unteren Ebene der „Villa“ wurde eine Weinpresse gefunden. Sie bestand aus zwei in eine Arbeitsbank eingemauerten Keltergefäßen, Tonwannen, die der Periode SM I A zugerechnet werden. Fragmente von floralen Fresken, die in der Verfüllschicht des Raumes gefunden wurden, weisen auf ein dekorativ gestaltetes Obergeschoss, das sich über dem Raum befunden haben muss.
Ein Raum der mittleren Ebene des Gebäudes besitzt im Boden eine Kanalführung, die möglicherweise einer handwerklichen Arbeitsvorrichtung diente. In einem weiteren Raum dieser Ebene steht eine Mittelsäule. Er enthielt acht große Pithoi. Auf einem der Vorratsgefäße fand sich eine Linear-A-Inschrift, die mit dem Ideogramm für Wein und einer Zahl beginnt. Die beiden Zeilen der Inschrift auf dem Pithos lauten: 21.di-di-ka-se.a-ša-mu-ne.a-se (‚Wein, 21 Flüssigmaßstandardeinheiten: (geliefert von) Di-di-ka-se; der Pithos: (geliefert von) A-se‘) a-ṭạ-nū-tī de-ka.a-re ma-re-na.ti-ti-ku (‚Ich, Titikos, habe das unserem Gildenmeister übergeben‘)
Die einzelnen Worte weisen Entsprechungen im Semitischen auf. So korreliert a-ša-mu-ne mit dem semitischen assammû + -n und bezeichnet den Gefäßnamen ( Pithos), a-ṭạ-nū-tī gleicht ’tnt für „ich gab“, de-ka entspricht dēk- für „dies, das“, a-re steht für ’alēy- „zu, für“ und ma-re-na bzw. semitisch mr’ + -n ist ein Wort für „unser Gildenmeister“.
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
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