Nakanoshima (jap. ) ist eine Vulkaninsel der Tokara-Inseln. Die Insel ist 34,47 km² groß und hatte laut Zensus im Jahre 2020 insgesamt 146 Einwohner. Die Insel hat keinen Flughafen; die Bewohner leben von Landwirtschaft, Fischerei und saisonalem Tourismus. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen heiße Quellen, ein Leuchtturm, ein Observatorium und ein Museum der lokalen Geschichte und Folklore.

Geographie Nakanoshima ist mit einer Ausdehnung von neun Kilometern Länge und fünf Kilometern Breite die größte Insel im Tokara-Archipel und die größte Insel des Dorfes Toshima, das sich über zwölf Inseln erstreckt. Sie liegt 150 Kilometer südlich von Kyushu. Im Norden der Insel dominiert der 979 Meter hohe Stratovulkan Otake () die Insel; er brach zuletzt 1914 aus. Bis 1944 wurde dort Schwefel abgebaut. Das Klima ist gemäßigt bis subtropisch mit einer Regenzeit von Mai bis September.

Auf der Insel wachsen Rhododendron eriocarpum sowie Kolonien der Scheinkastanienart Castanopsis sieboldii und des Palmengewächses Livistona chinensis. An wild lebenden Tieren ist auf Nakanoshima die Skinkart Plestiodon marginatus verbreitet, die man auch auf den Okinawa- und zwei der Amami-Inseln (Yoronjima und Okinoerabu-jima) findet. Die Art ist als potentiell gefährdet eingestuft. Zu den vorkommenden Vogelarten zählt beispielsweise die Samtkehlnachtigall.

Bevölkerung Die Bevölkerung zählte im Jahr 2020 insgesamt 146 Einwohner. Damit war sie rückläufig gegenüber einer Zahl von 197 Einwohnern im Jahr 1995:

JahrEinwohner1995 (Heisei 7)1972000 (Heisei 12)1832005 (Heisei 17)1252010 (Heisei 22)1432015 (Heisei 27)1712020 (Reiwa 2)146

Geschichte Nakanoshima wird seit einigen tausend Jahren bevölkert, die Insel war einmal ein Teil des Ryūkyū-Königreiches. Während der Edo-Zeit war die Insel Teil des Lehens Satsuma.

Kultur Zu den alljährlichen Festen und Veranstaltungen auf Nakanoshima zählen: Funaiwai (jap. „Bootsfest“ – 2. Januar im gregorianischen Kalender) Obon-Fest (13.–15. August im gregorianischen Kalender) Arasetsu (1. Tag des Augusts nach dem Mondkalender) Shibasashi (7 Tage nach Arasetsu) „Tauziehen in der fünfzehnten Nacht“ (jap. , am 15. Tag des Augusts nach dem Mondkalender, der Vollmondnacht) „Erntefest in der fünfzehnten Nacht“ (am selben Tag)

Wirtschaft mini|Tokara-Pony auf Nakanoshima (2007)

Die Bewohner leben von Landwirtschaft, Fischerei und saisonalem Tourismus. Auf den Weiden werden Tokara-Ponys und -Ziegen gehalten. Tokara-Ponys sind eine kleine einheimische Rasse, die 1897 von Kikai-jima nach Takara-jima auf den Tokara-Inseln gebracht wurde und dort ihren Namen erhielt. Sie ist in der Präfektur Kagoshima als Naturdenkmal ausgewiesen. Von Mitte Mai bis Mitte Juli werden am Hafen fliegende Fische gefangen, indem sie mit Licht an die Kaimauer gelockt und von dort aus mit Netzen herausgefischt werden.

Im Südosten der Insel befindet sich der Yaruse-Leuchtturm.

Literatur National Geospatial Intelligence Agency (NGIA). Prostar Sailing Directions 2005 Japan Enroute. Prostar Publications (2005). ISBN 1577856511

Weblinks

Informationen zu Nakanoshima auf tokara.jp (japanisch)

Einzelnachweise

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