Postgeschichte und Briefmarken der Färöer behandelt die Geschichte der färöischen Post und die Geschichte der färöische Briefmarken.
Geschichte Skjútsur mini|Skjútsbátur – so hieß das Postboot des Skjúts-Systems. Als es noch keine Fähren im Liniendienst zwischen den 17 bewohnten Inseln gab, musste eine besondere Beförderungsregelung her, um den Einwohnern der verschiedenen Inseln den Austausch von Nachrichten zu ermöglichen. Diese Art der Beförderung von Reisenden und Post wurde als skjútsur bezeichnet (fär. skjútsa = (Passagiere) befördern).
Diese Regelung zur Beförderung sah vor, dass in jedem Dorf ein Posthalter (so genannter skjútsskaffari) zu ernennen war. Dieser war zur Aufstellung einer Mannschaft für die Beförderung von Personen, Briefen und Paketen vom einen Dorf ins andere verpflichtet. Diese Beförderungsregelung wurde um 1865 herum eingeführt, als das erste diesbezügliche Gesetz in Kraft trat.
Die Beförderungstarife wurden vom Løgting immer für fünf Jahre festgesetzt. Es gab drei Arten von Beförderung: Beamtenpost und -beförderung (embætisskjútsur) Pfarrerpost und -beförderung (prestaskjútsur) Privatpost und -beförderung (almenningsskjútsur) Das Beförderungsentgelt war unterschiedlich. Dabei war das geringste Entgelt bei Beförderung der Amtspost zu zahlen, während Privatpost am teuersten war. Vor 1865 wurden diese Beförderungsleistungen unentgeltlich erbracht.
Alle gesunden Männer im Alter von 15 bis 50 Jahren waren zur Leistung gemäß der Beförderungsregelung verpflichtet, sie konnten sich nicht verweigern, ohne eine Strafe zahlen zu müssen. Es war nicht immer ein leichtes Vorhaben, Post von einer Insel zur anderen durch gefährliche Gewässer zu befördern, zumal die Strömung oft stark ist.
Peter S. Johannesen (Petur í Mattalág), einer der ersten Postbeförderer, berichtet über einen Briefbeförderungsvorgang aus der Zeit, als die Beförderungsregelung noch galt. Der Brief, der von Tórshavn nach Hvalba auf Suðuroy gebracht werden sollte, war mit „K.T.“, (Königlicher Dienst), gekennzeichnet und mit dem Vermerk „Unverzüglich zu befördern“ versehen, was heißt, dass das Schreiben baldmöglichst, abhängig von der Wetterlage befördert werden sollte. Der Brief wurde beim Posthalter von Tórshavn aufgegeben, der unverzüglich einen zur Beförderungsleistung verpflichteten Mann mit der Sache beauftragte. Dieser ging zu Fuß von Tórshavn nach Kirkjubøur, wo er den Brief beim örtlichen Posthalter ablieferte. Jener wiederum ließ den Brief mit einem Boot nach Sandoy rudern – dorthin, wo heute das Dorf Skopun liegt. Einer der Männer im Boot musste anschließend zu Fuß mit dem Brief nach Sandur gehen, um ihn an den dortigen Posthalter auszuhändigen. Danach ging er zum Boot zurück, das auf ihn zu wartete. Der Posthalter von Sandur beauftragte einen Mann, mit dem Brief nach Dalur zu wandern. Von dort wurde der Brief mit dem Boot nach Hvalba auf Suðuroy befördert. Hier wurde der Brief schließlich dem Pfarrer zugestellt. Wegen starker Strömung und ungünstiger Witterung konnte die mit dieser Beförderung beauftragte Mannschaft nicht am selben Abend zurück nach Dalur rudern. Im Laufe der Nacht wurde das Wetter schlechter, so dass die Männer zwei Wochen lang auf der Insel bleiben mussten.
Die Beförderungsregelung blieb ungefähr bis zum Ersten Weltkrieg in Kraft, wurde jedoch zu jener Zeit nicht mehr so häufig in Anspruch genommen, weil die Postgebühren verhältnismäßig niedrig waren, so dass die Post eine vernünftige Alternative darstellte.
Aufbau des Postwesens mini|Die drei färöischen Postrouten ab 1872 Der erste bekannte Brief von den Färöern, der mit einer dänischen Briefmarke versehen war, datiert vom 5. Januar 1852 und war eine Sendung des Gouverneurs Carl Emil Dahlerup an seinen Bruder in Ærøskøbing. Der Brief lief über die Shetlandinseln, London und Hamburg-Altona und wurde 2003 für 27.000 Euro versteigert.
Nach der Einrichtung der Dampfschifffahrtsline Kopenhagen-Schottland (Shetland)-Färöer-Island 1870 trat auf den Färöern zum 1. April 1871 ein neues Postgesetz in Kraft, wodurch insgesamt 28 Gesetze, Rechtsverordnungen, Tarifsätze und Erlasse aus der Zeit zwischen 1694 und 1868 aufgehoben wurden. Das Porto betrug zum 18. Februar 1870 noch 8 Schillinge für Briefe bis 15 Gramm und 16 Schillinge von 15 bis 250 Gramm. Im dänischen Portogebiet betrug das Porto für Briefe bis 250 Gramm 4 Schillinge.
Bis 1875 kam der Dampfer 14-mal im Jahr zu den Färöern, von 1876 bis 1879 18- bis 20-mal. Tórshavn erhielt als Anlaufhafen des Dampfers eine eigene Poststelle (siehe unten), und von hier aus wurden 1872 drei Postrouten eingerichtet: Tórshavn–Kirkjubøur–Skopun–Sandur–Hvalba–Trongisvágur (Tórshavn–Suðuroy) Tórshavn–Søldarfjørður–Syðrugøta–Gøtugjógv–Norðragøta–Leirvík–Klaksvík (Tórshavn–Nordinseln) Tórshavn–Kvívík–(Vestmanna, wetterbedingt)–Sandavágur (Tórshavn–Vágar) Diese drei Routen wurden von je einem Postzusteller betreut. Amtmann Hannes Finsen schreibt am 24. April 1872: Die Post, die mit dem Postzusteller befördert wird, wird unterwegs beim Sýslumaður ausgewechselt, – oder bei den Stationen, wo kein solcher wohnt, bei dem betreffenden „skjútsskaffari“ (s.o.). Die Abfahrten von Thorshavn erfolgen am Tag nach der Ankunft des Postdampfschiffes aus Kopenhagen und die Rückreise nach Thorshavn zwölf Stunden nach Ankunft des Postzustellers bei der Endstation. mini|Die Smiril I. revolutionierte ab 1896 das färöische Transport- und Postwesen. Sie hatte sogar anfangs einen eigenen Poststempel, dessen Abdrücke zu den absoluten Raritäten gehören. Später erhielten Tvøroyri (genauer Trongisvágur) und Klaksvík eigene Postabfertigungsstellen. Ein Postdampfer, die Smiril I., verkehrte ab 1896 zwischen den drei Knotenpunkten Tórshavn, Klaksvík und Trongisvágur. Die färöische Postreform vom 1. Juli 1903 unterstellte diesen drei Postabfertigungsstellen acht weitere Briefsammelstellen in den größeren Orten des Landes. Jetzt gab es sechs Hauptrouten mit den jeweiligen neuen Poststellen als Endstation: Tórshavn-Sandur Tórshavn-Vestmanna-Miðvágur Tórshavn-Strendur-Eiði Klaksvík-Fuglafjørður Trongisvágur-Hvalba Tróngisvágur-Vágur
Am 1. Mai 1908 wurden die Färöer als selbständiges Postgebiet unter dem Generaldirektorat des dänischen Post- und Fernmeldewesens anerkannt. Das hatte zur Folge, dass die Postabfertigungsstelle in Tórshavn ein richtiges Postamt wurde und nunmehr die günstigeren dänischen Ortstarife im innerfäröischen Briefverkehr galten (so wie z. B. innerhalb Kopenhagens).
Während der nächsten 25 Jahre wurden in so gut wie allen Ortschaften Poststellen errichtet. Die meisten davon, 15 Stück, wurden 1918 eröffnet. Ab Ende 1969 sind mehrere Poststellen geschlossen worden. Die Postverbindung mit den Einwohnern zu diesen Ortschaften wurde mit Landboten aufrechterhalten.
Nach den Løgtingswahlen 1974 beschloss die Autonomieregierung, das färöische Postwesen von Dänemark in die eigene Hand zu übernehmen und trat in Verhandlungen mit dem Mutterland.
Am 1. Juni 1962 wurden die dänischen Ortsnamen auf den Poststempeln durch färöische ersetzt.
Postverk Føroya mini|links|Der blaue färöische Postkasten löste 1976 den roten, dänischen Postkasten ab.Am 1. April 1976 wurde Postverk Føroya offiziell gegründet und nahm seinen Betrieb auf. Der Postmeister von Tórshavn war Postdirektor einer der kleinsten Postverwaltungen der Welt.
Am 1. April 1998 änderte sich der internationale Ländercode von FR zu FO, um eine Verwechslung mit Frankreich auszuschließen.
2002 beschloss das Løgting ein Gesetz zur Vereinheitlichung der Adressen auf den Färöern. Es wurde geplant, jedem färöischen Haushalt einen Zustellcode zu geben. Bisher hatten nur Tórshavn und Klaksvík Straßennamen und Hausnummern. Anfang des 21. Jahrhunderts kamen Sandavágur, Hósvík, Fuglafjørður, Runavík und Vestmanna dazu. Die meisten anderen Adressen bestanden bisher nur aus dem Namen und dem Ort mit seiner dreistelligen Postleitzahl.
Posta
2005 schließlich erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft öffentlichen Rechts. Für Anfang 2006 sollen die Angestellten entscheiden, ob und wie sie im bisher dreiköpfigen Vorstand des neuen P/F Postverk Føroya vertreten sein wollen. Gleichzeitig wurden für das Personal im Schalterdienst neue modische Dienstuniformen eingeführt.
Im Gesetz, das die Umwandlung betrag, wurde beschlossen, einige Postämter nur bis Ende 2010 zu betreiben. Im Hinblick auf die technologische Entwicklung enthielt das Gesetz den Passus, dass Ende 2010 nur noch 21 Postämter existieren sollten, sowie, dass 2011 nur noch elf Postämter nötig wären.
mini|Zustellfahrzeug der färöischen Post aus dem Jahr 2013 2008 wurden vier PostSelv-Automaten an verschiedenen Orten aufgestellt. 2009 wurde der Dienst Posta Heima eingeführt, ein rollendes Postamt, das zu den Kunden kommt. Zusätzlich wurde mit den Geschäftsketten Samkeyp und Merko unter dem Namen "Posta Her" ein Kooperationsvertrag geschlossen. In diesen Geschäften können Briefmarken erworben, kleinere Postgeschäfte erledigt und Post zum Versand abgegeben werden., posta.fo (Adressliste) So blieb den Postämtern im Wesentlichen das immer geringer werdende Geldgeschäft sowie der Paketdienst.
Infolge dieser Entwicklung wurden mit Wirkung vom 31. Dezember 2010 die Postämter in Eiði, Fuglafjørður, Gøta, Hvalba, Kollafjørður, Leirvík, Sandavágur, Skopun, Strendur, Sørvágur, Toftir, Vágur und Vestmanna geschlossen. Am 1. Januar 2011 existierten folgende Postämter mit Tagesstempel: Tórshavn, Kirkja, Klaksvík, Miðvágur, Mykines, Nólsoy, Oyri, Sandur, Saltangará, Skúvoy, Svínoy und Tvøroyri, zudem Annahmestellen in Hattarvík und Skopun. Registriernummern für Einschreibebriefe gab es lediglich in Tórshavn, Klaksvík, Miðvágur, Sandur, Saltangará und Tvøroyri. In Tórshavn, Klaksvík und Saltangará wurde ein Rollenstempel und in Tórshavn zusätzlich ein Maschinenstempel verwendet.
Die Postämter mini|310px|Postämter auf den Färöern vor der Schließungswelle Ende 2010. Im Herbst 2016 bestanden in folgenden Orten auf den Färöern feste Postämter (posthús): Tórshavn, Nólsoy, Klaksvík, Kirkja, Hattarvík, Svínoy, Flughafen Vágar, Mykines, Oyrarbakki, Saltangará, Sandur, Skúvoy, Hestur, Tvøroyri.Avgreiðslutíðir, posta.fo
Das am 30. März 2015 eröffnete Postamt am Flughafen Vágar wurde am 13. Juni 2025 geschlossen.
Postleitzahlenverzeichnis siehe: Liste der Städte und Orte auf den Färöern
Im Folgenden werden ausgewählte Postämter mit ihren Außenstellen beschrieben. Tórshavn mini|Hans Christopher Müller als erster Postbeamter der Färöer zusammen mit der Mitarbeiterin Maria Mikkelsen. mini|Das alte Postamt von Tórshavn wurde 1906 eröffnet. Dieses Gebäude ist heute noch Teil der alten Post in der Tórshavner Innenstadt. Bereits am 1. März 1870 wurde im Zusammenhang mit dem Postdampfer aus Kopenhagen die erste Postabfertigung in Tórshavn eröffnet. Der erste Leiter der Post war der Sýslumaður Hans Christopher Müller, der diese Funktion bis zu seinem Tode 1897 innehatte. Diese erste Post war in Müllers Privathaus auf Tinganes in der Hauptgasse Gongin untergebracht.
Unter seinem Nachfolger C.C. Danielsen zog die Post in das Haus Sjóbúðin auf Tinganes, wo zwei Räume angemietet wurden. Mit der Postreform von 1903 wurden der Postabfertigung in Tórshavn neu eingerichtete Briefsammelstellen unterstellt: Sandur auf Sandoy, Miðvágur auf Vágar, Vestmanna im Norden Streymoys, Eiði im Norden Eysturoys und Strendur im Süden derselben Insel. Neben der Belieferung dieser Sammelstellen wurde von Tórshavn aus die Post direkt an die Kunden in folgenden Orten zugestellt: Auf dem Weg nach Sandur: Kirkjubøur, Velbastaður und Skopun. Auf dem Weg nach Vestmanna: Kollafjørður, Leynar und Kvívík. Auf dem Weg nach Eiði: Morskranes, Selatrað, Hósvík, Hvalvík, Streymnes, Gjánoyri, Langasandur und Haldórsvík. In Eiði angekommen, ging es weiter nach Strendur über Ljósá, Svínáir, Norðskáli und Oyri