Minjan () ist im Judentum das Quorum von zehn oder mehr im religiösen Sinne mündigen Juden, das nötig ist, um einen vollständigen jüdischen Gottesdienst abzuhalten. Dieser findet im Regelfall in einer Synagoge statt. Im orthodoxen Judentum sind stets zehn männliche Beter gefordert. mini|Minyan: Das Warten auf den zehnten Beter (Diaspora Museum, Tel Aviv). Ein einzelner Minjan, sprich eine Betergemeinde, kann Teil mehrerer simultan nebeneinander abgehaltener Gebete in einer Synagoge sein. In der Praxis können beispielsweise gleichzeitig ein aschkenasischer und ein sephardischer Minjan im selben Gebäude abgehalten werden.
Ursprung
Das Wort Minjan stammt von hebräischen Stamm moneh mit der Bedeutung ‚zählen‘ oder ‚nummerieren‘. Das Wort ist mit dem aramäischen mene verwandt, das im Menetekel, Buch Daniel 5, vorkommt.
Teile des Gebets für die ein Minjan notwendig ist
Die Halacha fordert einen Minjan für einige Teile der täglichen jüdischen Gebete. Ein Minjan macht aus einem privaten Gebet ein öffentliches. Gemeinsam werden dann Kaddisch und Barechu gesagt, die Amida durch den Vorbeter wiederholt und die Lesung aus Tora und Haftara finden statt. Auch der Priestersegen wird nur dann durchgeführt, wenn ein Minjan vorhanden ist.
Reform und konservatives Judentum
Mitte des 20. Jahrhunderts begannen einige Kongregationen im Reform- und konservativen Judentum, Frauen als Teil des Minjans zu zählen. Seit 1973 ist es konservativen Gemeinden erlaubt, Frauen zum Minjan zu zählen, sofern der Gemeinderabbiner dem zustimmt. Eine Mehrheit der konservativen Gemeinden praktiziert mittlerweile den egalitären Minjan.
Einzelfälle
Transgeschlechtlichkeit wird vom orthodoxen Judentum nicht anerkannt. Das Geschlecht bei der Geburt wird als von Gott gegeben und unabänderbar angesehen. Das heißt: Transfrauen werden beim Minjan mitgezählt, Transmänner hingegen nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Jüdischer Gottesdienst Kategorie:Halacha