Joan Mir Mayrata (* 1. September 1997 in Palma) ist ein spanischer Motorradrennfahrer und zweifacher Weltmeister in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Seit 2023 fährt er in der MotoGP-Klasse für Honda HRC Castrol, zuvor ging er von 2019 bis 2022 für das mittlerweile nicht mehr existierende Team Suzuki Ecstar an den Start.

Er wurde 2017 Weltmeister in der Moto3-Klasse und 2020 Weltmeister der MotoGP-Klasse. Damit wurde Mir zum ersten Moto3-Weltmeister, der später auch in der Königsklasse den Titel erringen konnte.

Karriere Anfangsjahre Bevor er in die Weltmeisterschaft wechselte, fuhr Mir von 2013 bis 2014 im Red Bull MotoGP Rookies Cup und beendete die 2014er Saison als Zweiter in der Gesamtwertung hinter seinem Landsmann Jorge Martín. 2015 fuhr er in der CEV Moto3 Junioren-Weltmeisterschaft und schloss die Saison mit dem vierten Gesamtrang ab.

Moto3-Klasse 2015 gab Mir sein Debüt beim Großen Preis von Australien auf Phillip Island im Leopard Racing Team von Stefan Kiefer als Ersatzfahrer für Hiroki Ono.

2016 fuhr Joan Mir seine erste vollständige Saison in der Moto3-Klasse mit Leopard Racing an der Seite von Fabio Quartararo und Andrea Locatelli. Sein erstes Podium und sogleich seinen ersten Sieg errang er beim Großen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring. Er schloss die Saison mit dem fünften Gesamtrang und somit als bester Rookie ab.

2017 wechselte sein Team Leopard Racing zurück zu Honda. Nach 14 Rennen errang Mir mit acht ersten Plätzen den Rekord für die meisten Siege pro Saison in der Moto3. Beim Großen Preis von Australien, zwei Rennen vor dem Ende der Saison, gewann er den WM-Titel.

Moto2-Klasse Zur Saison 2018 wechselte Joan Mir in die Moto2-Klasse. Er wurde bei Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Teamkollege von Álex Márquez. Die Saison verlief für einen Neuling in der Klasse erfolgreich, am Ende der Saison wurde er sechster in WM-Wertung und wurde je zweimal Zweiter und Dritter und war damit der erfolgreichste Rookie des Jahres.

MotoGP-Klasse Team Suzuki Ecstar (2019–2022) mini|Mir beim Argentinien-GP 2019 2019 wechselte Mir nach nur einem Jahr in der Moto2-Klasse in die MotoGP-Klasse ins Suzuki-Werksteam Team Suzuki Ecstar. Er ersetzte den Italiener Andrea Iannone und wurde Teamkollege von Alex Rins. Mit regelmäßigen Platzierungen unter den besten zehn schloss er seine erste Saison in der Königsklasse des Motorradsports auf dem zwölften WM-Rang ab.

Auch 2020 ging Joan Mir mit seinem Landsmann Álex Rins in der MotoGP-Klasse für Suzuki an den Start. Die Saison war geprägt durch die COVID-19-Pandemie, was zu einer außergewöhnlich kurzen Saison mit nur insgesamt 14 Rennen führte. Am 8. November 2020 gelang ihm beim Großen Preis von Europa auf dem Circuit Ricardo Tormo nahe Valencia vor Rins und Pol Espargaró (KTM) sein erster Rennsieg in der MotoGP-Klasse. Beim folgenden Großen Preis von Valencia auf selbiger Strecke gewann er eine Woche später mit nur einem Rennsieg in der gesamten Saison vorzeitig den WM-Titel in der MotoGP-Klasse. Durch diesen Erfolg wurde Mir zum ersten Moto3-Weltmeister, der auch in der MotoGP den Titel errang.

mini|Joan Mir vor Marc Márquez beim GP von Portugal 2021 2021 trat Mir erneut mit Rins für Suzuki als amtierender Weltmeister an. Ihm gelangen sechs Podestplätze, aber kein Sieg, was im Gesamtklassement Rang 3 hinter Weltmeister Fabio Quartararo und Vize Francesco Bagnaia bedeutete. Zusammen mit Rins erreichte das Team Platz 3 in der WM-Wertung.

2022 startete Mir das vierte gemeinsame Jahr bei Suzuki. Die Saison verlief wesentlich schlechter als im Jahr zuvor. Dazu kam der im Mai verkündete Ausstieg von Suzuki aus der MotoGP-Klasse mit Ende der Saison 2022.Erklärung von Suzuki: So kam es zum MotoGP-Ausstieg Er schloss die Saison nur auf Rang 15 ohne Podestplatz ab, während Teamkollege Rins mit zwei Siegen aus den letzten drei Rennen noch auf Rang 7 landete. Mir wechselte für die Saison 2023 ins Repsol Honda Team an die Seite von Marc Márquez.Weltmeister-Doppel bei Honda

Repsol Honda Team / Honda HRC Castrol (2023–) mini|Mir auf seiner neuen Repsol Honda RC213V beim Portugal-GP 2023 Seine erste Saison im Honda-Werksteam verlief für Mir katastrophal. Die Honda RC213V war wenig konkurrenzfähig und Mir hatte Schwierigkeiten die Maschine überhaupt ins Ziel zu bringen. Dazu kamen viele Stürze, die auch Verletzungen nach sich zogen, sodass er zu zwei Rennen nicht antreten konnte und weitere neun nicht beendete. Ihm gelang in Indien sein einziges Top-10-Ergebnis der Saison. Mir beendete die Meisterschaft auf Rang 22 mit 26 Punkten.

Zur Saison 2024 erhielt Mir mit Luca Marini einen neuen Teamkollegen, nachdem Márquez nach elf Jahren Honda in Richtung Gresini-Ducati verlassen hatte. Die Saison verlief ähnlich schlecht wie die vorangegangene – Mir errang sogar weniger Punkte als 2023. In 20 Grands Prix kam er zehnmal nicht ins Ziel. In den Jahren 2023 und 2024 zusammen erreichte Mir bei 40 Grands Prix nur 15 Mal das Ziel, zudem konnte er sechsmal überhaupt nicht an den Start gehen.Joan Mir antwortet Hatern mit MotoGP-Podium: Bin kein Versager!

mini|links|Joan Mir beim Malaysia-GP 2025 mini|Joan Mir auf dem Weg in die Startaufstellung bei der Dutch TT 2025 Für 2025 blieb die Fahrerpaarung gleich. Das Werksteam von Honda firmierte ab der Saison unter dem Namen Honda HRC Castrol. Die RC213V zeigte sich umfassend überarbeitet und erheblich konkurrenzfähiger als in den Jahren zuvor, wovon Mir jedoch kaum profitierte. Waren die Stürze auf der Honda in der Vergangenheit häufig auf eigenes Verschulden zurückzuführen, kam nun noch Pech hinzu, da er öfters unverschuldet durch Kollisionen ausschied. Seinen ersten Podestplatz errang Mir gegen Saisonende beim Großer Preis von Japan mit Rang drei. Es war für ihn der erste Podestplatz nach über vier Jahren (Grand Prix der Algarve 2021) und für das Honda-Team der erste seit zwei Jahren (GP von Japan 2023). Einen weiteren Podestplatz holte er beim Grand Prix von Malaysia.

mini|100px|Mir beim Spanien-GP 2026 Für die Saison 2026 verblieb Mir im Werksteam des japanischen Herstellers. Die ersten drei Rennen konnte er nicht beenden. Einzig im Sprint beim Saisonauftakt in GP von Thailand holte er als Siebter drei Punkte. Beim GP der USA setzte er durch seine Stürze eine verrückte Serie fort. Bereits in den zwei Jahren zuvor konnte er dort kein Rennen beenden, sondern schied immer durch einen Sturz aus. Im Unterschied zu den vorherigen Saisons schied Mir ausnahmslos immer in aussichtsreicher Position aus.

Statistik Erfolge 2016 – Moto3-Rookie of the Year auf KTM 2017 – Moto3-Weltmeister auf Honda 2018 – Moto2-Rookie of the Year auf Kalex 2020 – MotoGP-Weltmeister auf Suzuki 12 Grand-Prix-Siege

In der Motorrad-Weltmeisterschaft (Stand: Großer Preis von Österreich, 20. September 2026) Saison Klasse Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn.Runden Punkte Ergebnis 2015 Moto3 Leopard Racing Honda 1 – – – – – – – 2016 KTM 18 1 1 1 1 2 144 5. 2017 Honda 18 10 2 1 1 3 341 Weltmeister 2018 Moto2 Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Kalex 18 – 2 2 – 1 155 6. 2019 MotoGP Team Suzuki Ecstar Suzuki GSX-RR 17 – – – – – 92 12. 2020 14 1 3 3 – – 171 Weltmeister 2021 18 – 2 4 – 1 208 3. 2022 16 – – – – – 87 15. 2023 Repsol Honda Team Honda RC213V 15 – – – – – 26 22. 2024 19 – – – – – 21 21. 2025 Honda HRC Castrol 22 – – 2 – – 96 15. 2026 14 – – – – – 33 18. Gesamt 190 12 10 13 2 7 1374 2 WM-Titel

Grand-Prix-Siege Saison Klasse Rennen 2016 Moto3 2017 Moto3 2020 MotoGP

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 2015 DNF 2016 12 5 DNF 6 25 7 8 8 DNF 1 8 9 3 5 9 DNF DNF 2 2017 1 1 8 3 1 7 1 9 1 1 1 5 2 1 17 1 1 2 2018 11 7 4 11 3 3 DNF 5 2 DNF 8 C 5 6 DNF 11 2 10 DNF 2019 8 DNF 17 DNF 16 12 6 8 7 DNF 8 14 7 8 5 10 7 2020 C DNF 5 DNF 2 4 3 2 2 11 3 3 1 7 DNF 2021 4 7 3 5 DNF 3 4 9 3 2 4 9 3 6 8 DNF 2 4 2022 6 6 4 4 DNF 6 DNF DNF 4 DNF 8 DNF DNF DNS 18 19 6 2023 11 DNS DNF DNF DNF DNS DNF DNF 17 DNF 5 12 DNF DNF 12 DNF 14 DNS 2024 13 12 DNF 129 DNF 15 DNF DNF 18 DNF 17 14 WD 11 DNF DNF DNF 15 DNF DNF 2025 DNF9 98 DNF DNF DNF9 DNF9 10 7 11 DNF DNF DNF 6 DNF6 12 DNF 34 DNF5 DNF 3 DNF 13 2026 DNF7 DNF DNF 15 DNF6 13 12 DNF 5 DNF DNF DNF7 12 DNF INJ INJ INJ

Rekorde in der Motorrad-Weltmeisterschaft klassenübergreifend erster Moto3-Weltmeister, der MotoGP-Weltmeister wurde (2020)

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Einzelnachweise

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