{ "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q2605019", "properties": { "stroke": "#008000", "stroke-width": 2 } } Der Kangchendzönga-Nationalpark ist ein 1.784 km² großes Schutzgebiet im indischen Bundesstaat Sikkim an der Grenze zu Nepal. Benannt wurde er nach dem 8.586 m hohen Kangchendzönga, dem dritthöchsten Berg der Welt. Der Park ist bekannt für seine außergewöhnliche Artenvielfalt: Er beherbergt ein Drittel der blühenden Pflanzen Indiens, und in der weiteren Region kommen nahezu die Hälfte der indischen Vogelarten vor. Seit 2016 ist der Park als gemischte UNESCO-Welterbestätte anerkannt – als erste und bislang einzige in Indien.
Flora und Fauna Vegetation Aufgrund der enormen Höhenspanne von über 7.000 Metern (1.220 m bis 8.586 m) durchläuft die Vegetation mehrere Zonen: von subtropischen Wäldern in den tieferen Lagen über gemäßigte Laub- und Mischwälder bis hin zu alpinen Matten oberhalb der Baumgrenze. Die gemäßigten Wälder setzen sich aus Eichen, Tannen, Birken, Ahornen und Weiden zusammen. Insgesamt wurden im Park und seiner Umgebung 1.580 Gefäßpflanzenarten nachgewiesen, darunter 106 Farne, 11 Nacktsamer und 1.463 Bedecktsamer. Besonders artenreich ist die alpine Zone mit Wacholder- (vor allem Juniperus indica) und Rhododendron-Gebüschen, Seggen-Wiesen (vor allem Kobresia-Arten) sowie Kräuterfluren. Im Biosphärenreservat sind etwa 30 Rhododendron-Arten dokumentiert. Zu ihnen gehört der seltene, purpurblühende Rhododendron niveum, der in Sikkim und Bhutan endemisch ist.
Tierwelt Im Kangchendzönga-Nationalpark sind offiziell 213 Vogelarten dokumentiert. Für die weitere Region werden bis zu 618 Arten genannt. Zu den hier vorkommenden Vogelarten zählen unter anderem der Blutfasan, der Satyrtragopan und der Rostschwanzmonal sowie Greifvögel wie der Himalayageier, der Bartgeier und verschiedene Adlerarten. Das Lhonak-Tal, das teilweise im Park liegt, ist der einzige bekannte Brutplatz des Schwarzhalskranichs im östlichen Himalaya. Zudem wurden 189 Schmetterlingsarten gezählt.
Bei den Säugetieren sind sechs Katzenarten vertreten: Schneeleopard, Nebelparder, Leopard, Rohrkatze, Asiatische Goldkatze und die kleine Bengalkatze. Eine Kamerastudie von WWF-Indien und der Forstbehörde Sikkims wies 2025 21 Schneeleoparden im Park nach. Weitere bemerkenswerte Säuger sind der Himalaya-Schwarzbär, der Dhole (Asiatischer Wildhund) sowie die Huftiere Bharal (Blauschaf), Himalaya-Tahr, Gorale und zwei Moschustierarten (M. chrysogaster und M. fuscus). Zu den kleineren Arten zählen der Rote Panda – eine der bekanntesten Arten im Park, die von der IUCN als „gefährdet“ (endangered) eingestuft wird –, die Indische Zibetkatze sowie verschiedene Gleithörnchen.
Kulturelle Bedeutung Der Kangchendzönga nimmt eine zentrale Stellung in den religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen der Region ein: Bei den indigenen Lepcha und Bhutia gilt er als Wohnsitz der Schutzgottheit Dzönga. Nach buddhistischer Überlieferung ist das Gebiet ein beyul (heiliger Rückzugsort). Zahlreiche Höhlen, Flüsse und Seen sind mit mythologischen Erzählungen verbunden, die bis heute Teil der kulturellen Identität Sikkims sind. In der Umgebung des Parks befinden sich mehrere buddhistische Klöster, darunter das Pemayangtse-Kloster.
Schutzstatus Der Nationalpark wurde im August 1977 auf einer Fläche von rund 850 km² ausgewiesen. Im Mai 1997 wurde die Parkfläche auf die heutigen 1.784 km² erweitert.
2016 erfolgte die Eintragung des Parks als UNESCO-Welterbe aufgrund der Kriterien (iii), (vi), (vii) und (x). 2018 wurde das Kangchendzönga-Biosphärenreservat, welches den Nationalpark als Kernzone umfasst, in das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ aufgenommen.
Im Oktober 2025 bewertete die IUCN den Park in ihrem World Heritage Outlook als „gut“ – als einzige indische Welterbestätte mit dieser Note.
Bedrohungen und Schutzmaßnahmen Der Nationalpark ist verschiedenen Umweltbelastungen ausgesetzt. Die Verschmutzung durch Müll, die maßgeblich durch Touristen verursacht wird, stellt ein großes Problem dar. Während der Park 2013 noch 0,58 Millionen Besucher verzeichnete, stieg die Zahl bis 2023 auf über 1,5 Millionen an. Um dem entgegenzuwirken, werden lokale Gemeinschaften in Abfallwirtschaft geschult, übernehmen als Naturführer die Besucheraufklärung und tragen so zur Umsetzung eines Zero-Waste-Konzepts bei, das vorsieht, dass Trekker ihren Abfall selbst zurücktragen müssen. Darüber hinaus bedroht die zunehmende Gletscherschmelze im Himalaya die Wasserressourcen der Region.
Zu den Schutzmaßnahmen gehören die Überwachung der Tierpopulationen durch das Wildlife Institute of India und die Einrichtung von Pufferzonen um den Park.
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