Vaiana (deutsche Tagline: Das Paradies hat einen Haken, Originaltitel: Moana) ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm von Ron Clements und John Musker, der am 23. November 2016 in die nordamerikanischen und am 22. Dezember 2016 in die deutschen Kinos kam. Der Film ist die 56. Produktion der Walt Disney Animation Studios.

Im Rahmen der Oscarverleihung 2017 wurde der Film in den Kategorien bester Animationsfilm und bester Filmsong nominiert.

Handlung mini|Vaiana begibt sich mit einem Ausleger-Segelboot auf ihre Reise.

Vaiana lebt mit ihrem Stamm auf der Insel Motonui in Polynesien. Sie ist die Tochter und designierte Nachfolgerin des Stammeshäuptlings. Das gesamte Stammesleben spielt sich ausschließlich auf der Insel und dem küstennahen Wasser ab. Niemand wagt sich über das nahe Riff, welches die Insel umschließt, hinaus. Eines Tages zeigt Vaianas Großmutter dieser jedoch eine versteckte Höhle, in der einige große, seetüchtige Segelboote geheim gehalten werden. Wie ihr die Zeichnungen auf den Segeln verraten, die von längst vergangenen Zeiten berichten, waren ihre Ahnen früher Seeleute. Vaiana malt sich aus, wie es gewesen sein muss, als sie gemeinsam singend über das Meer fuhren und sich dabei nachts an den Sternen orientierten. Daher will auch sie auf das offene Meer segeln, um dort Nahrung zu finden, doch ihr Vater verbietet dies: Jenseits des Riffs lägen nur Unheil und Tod für den Stamm. Doch seit ihrer Kindheit fühlt Vaiana eine ganz besondere Verbindung zum Ozean, der wie ein Freund zu ihr ist, und sie beschließt, dem Verbot zu trotzen. Bei ihrem ersten Versuch begleitet sie ihr Schwein Pua, doch sie kentern und werden zurück ans Ufer gespült.

Von ihrer Großmutter erfährt Vaiana später, dass ihre wie auch viele andere Inseln durch Finsternis bedroht ist, da einst der Halbgott Māui der Göttin Te Fiti ihr „Herz“, ein magisches Pounamu, gestohlen und diese sich aus Zorn in das Lavamonster Te Ka verwandelt hat. Seitdem verderben die Anpflanzungen und die Küste scheint leergefischt, es droht eine Hungersnot. Daher will Vaiana Māui aufspüren und – nachdem sie ihn gefunden hat – dazu bewegen, mit ihr zusammen das Herz zurückzubringen. Nach einem zweiten Anlauf, in See zu stechen, findet sie sich gemeinsam mit Huhn Hei Hei inmitten des Pazifiks wieder. Als sie Māui findet, sieht dieser seine Chance gekommen, mit Vaianas Boot der einsamen Steininsel, auf die er verbannt wurde, zu entfliehen. Von Vaianas Plan will er allerdings nichts wissen und macht sich darüber lustig. Zudem fehlt ihm dafür sein magischer Angelhaken,Mānaiakalani, vgl. Star Line 3. Mānaiakalani mit dem er sich in verschiedene Tiere verwandeln kann. Erst nachdem Māui versucht hat, die ihn immer wieder bedrängende Vaiana loszuwerden, der Ozean sie aber jedes Mal wieder auf das Boot zurückbringt, sieht er ein, dass sie offenbar für diese Aufgabe auserwählt wurde und er ihr helfen muss.

Vaiana und Māui segeln auf einer ereignisreichen Reise gemeinsam über den offenen Ozean, kämpfen gegen die Wellen und den riesigen, bösen Palmendieb Tamatoa, der Māuis Angelhaken gestohlen hat. Als sie die Insel von Te Fiti erreichen, müssen sie zunächst das Vulkanmonster Te Ka bekämpfen. Vaiana erkennt in diesem jedoch Te Fiti, die sich zurückverwandelt, nachdem Vaiana ihr das Herz eingesetzt hat. Im Kampf zerbricht Māuis magischer Angelhaken und er erhält von Te Fiti einen neuen. Als Vaiana auf ihre Insel zurückkehrt, wird sie von ihren Eltern freudig empfangen. Auf den inzwischen aus der Höhle geholten großen Booten fahren sie mit den Dorfbewohnern gemeinsam aufs Meer.

In einer Post-Credit-Szene liegt Tamatoa noch immer auf dem Rücken und beklagt sich, man würde ihm sicher helfen, wenn er „Sebastian“ hieße.

Produktion Stab und Vorproduktion mini|Eine von Māui inspirierte Figur im polynesischen Dorf des Walt Disney World Resorts in Orlando

Regie führten Ron Clements und John Musker. Die Grundlage für den Film bildet ein Drehbuch, das neben den beiden Regisseuren von Jared Bush, Pamela Ribon und Taika Waititi geschrieben wurde.

Die Macher des Films wurden bei ihrer Geschichte von der polynesischen Kultur und der dort beheimateten Mythologie rund um den Halbgott Māui inspiriert und wollten hierbei einen kulturell möglichst authentischen Film schaffen, der die Geschichte und Religion Polynesiens aufgreift. In der Mythologie der Māori Neuseelands ist Māui, der auch „Māui-tikitiki“ genannt wird, ein Halbgott, der für seine spektakulären Heldentaten und seine Raffinesse berühmt ist und hierfür bewundert wird. Weil er den Menschen das Feuer schenkte, weist er Ähnlichkeit mit Prometheus auf. Auch in anderen Mythologien Polynesiens kommt Māui vor, so auch in der hawaiischen, und nach ihm ist dort auch die Hawaii-Insel Maui benannt. Clements, der während der Vorbereitungen eine Menge Geschichten über den Māui-Mythos gelesen hatte, sagte, es gebe überall im südpazifischen Raum eine große Zahl großartiger und abwechslungsreicher Geschichten über Māui, die sich teilweise zwar unterschieden, häufig sogar von Insel zu Insel, in ihrem Kern aber alle die gleichen Elemente aufwiesen. Māui wurde so zur anfänglichen Hauptfigur der Geschichte, die im Film erzählt werden sollte. Erst später, nachdem die Autoren ihre Recherche im Südpazifik abgeschlossen hatten, so Clements, sei mit Vaianas Geschichte die eigentliche Heldin hinzugefügt worden.Jim Hill: Meet the team who brought Maui to life for Disney’s ‘Moana’. In: jimhillmedia.com, 16. November 2016.

mini|Zur Inspiration für das im Film ge­zeig­te pa­zi­fi­sche In­sel­pa­ra­dies un­ter­nah­men John Musker und Ron Clements 2011 eine Reise nach Polynesien, zu dem auch die Insel Samoa gehört.

Die abenteuerlustige und entdeckungsfreudige 16-Jährige zieht es trotz anderweitiger Pläne ihres Vaters ständig aufs Meer hinaus. Weil sie jedoch zwischen ihrem Herzenswunsch und der Verpflichtung gegenüber ihrem Volk und ihrer Kultur hin- und hergerissen ist, erinnert die Figur des rebellischen, jungen Mädchens mit dem traditionsbewussten, strengen Vater an den 1989 erschienenen Disney-Klassiker Arielle, die Meerjungfrau.Jen Yamato: The Revolutionary ‘Moana’: Disney’s Most Unapologetically Feminist Princess Yet. In: thedailybeast.com, 23. November 2016. In Vaiana findet das Geschehen zumeist aber nicht im, sondern auf dem Wasser statt. Im Gegensatz zu Arielle ist Vaiana nicht auf der Suche nach einem unerreichbaren Prinzen und der großen Liebe, sondern ist von Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihrer Dorfgemeinschaft getrieben. Die Filmemacher hatten sich bewusst dafür entschieden, ihrer Prinzessin Vaiana keine Wespentaille zu verpassen und aus ihr keine Jungfrau in Nöten zu machen. Ihre Figur wurde so gestaltet, dass sie die Stunts und die Actionszenen des Films auch glaubhaft meistern kann.Maren Koetsier: ‘Vaiana’-Regisseur Ron Clements sieht die Zeit für eine lesbische Disney-Prinzessin gekommen. In: filmstarts.de, 18. November 2016. Kritiker erkannten in der Darstellung einer mutigen, altruistischen jungen Frau vielfach ein positives Frauenbild, und auch die Darstellung von Vaianas Körper entspreche einer realistischen Figur, die für Mädchen Identifikationsmöglichkeiten zulasse, wodurch die Figur auch insgesamt eine Vorbildfunktion erfülle.Rachel Moss: Disney’s Latest Heroine, Moana, Has A Realistic Body Girls Can ‘Identify’ With. In: The Huffington Post, 26. September 2016. Juliane Liebert von der Süddeutschen Zeitung bemerkt zu dieser Neuerung, Vaiana werde hierdurch stellenweise zu einem selbstironischen Disneyfilm. Die erfahrenen Trickregisseure hätten es verstanden, sämtliche Narrative, die man aus Disneyfilmen kennt, zu wiederholen, sie aber auch gleichzeitig subtil zu parodieren. Als Beispiel nennt Liebert die Szene, in der Māui die Nicht-Prinzessin aufzieht, weil sie „ein Kleid trägt, singt und mit Tieren spricht“.Juliane Liebert: ‘Vaiana’ im Kino. ‘Wenn du jetzt anfängst zu singen, fang ich an zu kotzen’. In: Süddeutsche Zeitung, 28. Dezember 2016.

In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur erklärte Musker, sie seien selbst auf die Geschichte des Films gekommen, da die pazifischen Inseln eine sehr reiche Kultur zu bieten hätten und visuell sehr einladend schienen. Hiernach las sich Musker in die polynesische Mythologie ein.Die Prinzessin, die die Welt retten will. Ron Clements und John Musker im Gespräch mit Susanne Burg und Patrick Wellinski. In: Deutschlandradio Kultur, 17. Dezember 2016. Zur weiteren Inspiration für das im Film gezeigte pazifische Inselparadies unternahmen Musker und Clements 2011 eine Reise nach Polynesien. Sie wurden hierbei von einer Gruppe aus Anthropologen, Ethnologen, Historikern, Linguisten und Choreografen begleitet, die von den Inseln Fidschi, Samoa, Moorea und Tahiti stammten.Joanna Robinson: How Pacific Islanders Helped Disney’s ‘Moana’ Find Its Way. In: Vanity Fair, 16. November 2016. Musker sagte zum Vorwurf, sie hätten die polynesischen Sagen „disneyfiziert“, es handele sich um eine ausgedachte Geschichte, die man vor 2000 Jahren ansiedelte und in die man historische Details der Kultur, der Kleidung und der Tänze unterbringen musste, andererseits durften sie nicht vergessen, dass es eine Geschichte für ein weltweites Publikum werden sollte, das diese Dinge gar nicht kennt.Die Prinzessin, die die Welt retten will. Ron Clements und John Musker im Gespräch mit Susanne Burg und Patrick Wellinski. In: Deutschlandradio Kultur, 17. Dezember 2016.

Synchronisation Für die auf Hawaii geborene Auli’i Cravalho, die im Film der Titelfigur Vaiana Waialiki (im Original Moana Waialiki) ihre Stimme leiht, war dies die erste Arbeit als Sprecherin.Vaimoana Tapaleao: Disney’s 14-year-old ‘Moana’ speaks for first time. In: nzherald.co.nz, 13. Oktober 2016. Dwayne Johnson leiht dem Halbgott Māui seine Stimme, Alan Tudyk spricht Hei Hei und Temuera Morrison Vaianas Vater Tui Waialiki. Die Singstimme von Tui übernahm Christopher Jackson. Nicole Scherzinger ist in der Rolle von Vaianas Mutter Sina Waialiki zu hören und Rachel House als Gramma Tala, Vaianas Großmutter. Pua, ein Name der dem polynesischen Wort für Blume entstammt, wird von Puanani Cravalho gesprochen, und Jemaine Clement spricht die Riesenkrabbe Tamatoa.

Vaiana ist der erste Disney-Film, der auf Tahitianisch synchronisiert wurde.Moana to be first Disney film translated into Tahitian language. In: Entertainment Weekly, 25. Oktober 2016. Die deutschsprachige Synchronisation wurde von der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann unter der Synchronregie von Cay-Michael Wolf durchgeführt. Die musikalischen Aufnahmen und Bearbeitungen fanden in den Jamzone Studios in München unter der Leitung von Thomas Amper statt.News. September / Oktober 2016. In: jamzone.eu. Abgerufen am 4. Dezember 2016. Als Background Vocals fungierten unter anderem Manuel Straube und Opetaia Foa’i.

mini|Andreas Bourani sang für den Soundtrack ein Lied. Bourani sprichtim Film zudem den Halbgott Māui.

Rolle Englische Sprecher Deutsche Sprecher Vaiana/Moana Auli’i CravalhoLouise Bush (junge Vaiana) Lina Larissa Strahl (Dialog)Debby van Dooren (Gesang)Joelle Jung (junge Vaiana/Gesang)Lia Jung (Kleinkind/Gesang) Māui Dwayne Johnson Andreas Bourani Chief Tui Temuera Morrison (Dialog)Christopher Jackson (Gesang) Thomas Nero Wolff (Dialog)Thomas Amper (Gesang) Sina Nicole ScherzingerMaud Ackermann (Dialog)Ricarda Kinnen (Gesang) Tamatoa Jemaine Clement Tommy Morgenstern Hei Hei Alan Tudyk Gramma Tala Rachel House Marion Martienzen

Filmmusik